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Hadersdorf an Kamp entfernt Gedenktafeln für im April 1945 ermordete politische Gefangene – am 21. Jänner 2018 wollen sie Antifaschist*innen wieder anbringen

nochrichten.net Veröffentlicht am Fr.., 29. Dezember 2017 von nochrichtenFr.., 29. Dezember 2017

Von der Vorgeschichte haben wir bereits mehrmals berichtet (hier und hier):

Seit Jahren setzt sich die Initiative „Gedenken Hadersdorf am Kamp“ unter anderem mit Unterstützung des KZ-Verbands Wien für eine würdige Gedenkstätte in Hadersdorf am Kamp ein, die an die Ermordung von 61 politischen Gefangenen im April 1945 am Friedhof von Hadersdorf am Kamp erinnern soll. Die Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus sind am 6. April 1945 angesichts der nahenden roten Armee aus dem Gefängnis Krems-Stein entlassen worden, haben sich zu Fuß in Richtung Wien aufgemacht, sind aber schon in Hadersdorf am Kamp im Zusammenwirken von Volkssturm, Gendarmerie und SS angehalten und am 7. April erschossen worden.
Seit 2009 gibt es eine Gedenktafel am Friedhof von Hadersdorf am Kamp, die an die Ermordung von 61 Gefangenen erinnert. Damit werde nach Ansicht des KZ-Verbands suggeriert, dass es sich bei den Ermordeten um Verbrecher gehandelt habe, und nicht um Widerstandskämpfer. Deshalb wird seit Jahren immer wieder mit Farbe das Wort „politische“ ergänzt, das von der Gemeinde immer wieder entfernt wird.

Am 1. Juli 2017 montierten schließlich Antifaschist*innen selbst eine würdige Gedenktafel, die auch die Namen aller bekannten Namen jener Menschen enthielt, die am 7. April 1945 in Hadersdorf am Kamp erschossen worden waren.

Im November beschloss der Hadersdorfer Gemeinderat die Gedenktafeln wieder zu entfernen und setzte den Beschluss auch rasch um.

Am 21. Dezember brachten Aktivist*innen der Initiative „Gedenken Hadersdorf am Kamp“ und der KZ-Verbände Wien und Niederösterreich deshalb rote Rosen und Bilder der ermordeten Widerstandskämpfer auf den Friedhof und hinterließen sie dort an, wo die Gedenktafeln gewesen waren.

Noch vor dem 24. Dezember waren die Bilder und die Rosen bereits wieder verschwunden.

Am 21. Jänner 2018 wollen Antifaschist*innen die entfernten Gedenktafeln mit den Namen der ermordeten politischen Gefangenen wieder anbringen.

Radiobeitrag für das Nachrichtenmagazin ANDI auf ORANGE 94.0 mit einem Interview mit Christine, der Tochter eines der ermordeten politischen Gefangenen, vom Mai 2017 und einem Ausschnitte aus einem Video von Renate Sassmann vom 21. Dezember 2017:

https://cba.fro.at/wp-content/uploads/andialternativernachrichtendienstvonorange940/06andi-29dez2017-gedenken-hadersdorf-gerhard.mp3
https://cba.fro.at/wp-content/uploads/andialternativernachrichtendienstvonorange940/06andi-29dez2017-gedenken-hadersdorf-gerhard.mp3

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WiderstandsChronologie 10.–23.12.2017

nochrichten.net Veröffentlicht am Sa.., 23. Dezember 2017 von nochrichtenSa.., 23. Dezember 2017

Willkommen bei der WiderstandsChronologie

***

Bei den Regierungsverhandlungen haben sich ÖVP und FPÖ darauf geeinigt, die tägliche Höchstarbeitszeit auf 12 Stunden anzuheben und pro Woche 60 Stunden Arbeit zu erlauben. Gewerkschaftsjugend und Sozialistische Jugend riefen als Reaktion darauf zu einer Protestkundgebung am Mittwoch, dem 13. Dezember, vor der FPÖ-Zentrale am Friedrich-Schmidt-Platz auf. Simon Inou war dort und sprach für den alternativen Nachrichtendienst ANDI auf ORANGE 94.0 mit den Aufrufer*innen.
[Audio: Ausschnitte aus den Interviews von Simon Inou für ANDI]

***

Nur wenige Stunden, nachdem bekannt geworden war, dass sich ÖVP und FPÖ auf die Wiedereinführung von Studiengebühren geeinigt hatten, versammelten sich am Donnerstag, dem 14. Dezember, hunderte Menschen beim Denkmal der Republik, um für freie Bildung zu demonstrieren, während gleich daneben, im Palais Epstein, weiter über die künftige Regierungsarbeit verhandelt wurde. Zeitweise waren bis zu 500 Demonstrant*innen anwesend. 200 von ihnen zogen anschließend noch zur Universität Wien.
[Audio: Ausschnitte aus der Kundgebung]

***

Rund 70 Personen demonstrierten am 16. Dezember für Freiheit und Gerechtigkeit für Flüchtende und Migrant*innen in Libyen. Es war die mittlerweile dritte Versammlung, nachdem bekannt geworden war, dass unter anderem mit EU-Geldern finanzierte libysche Milizen Flüchtende und Migrant*innen foltern, versklaven, vergewaltigen und ermorden.
[Audio: Ausschnitt aus Demorede]

***

Mindestens 6000 Menschen, vermutlich aber viel mehr, protestierten am 18. Dezember gegen die neue Bundesregierung mit rechtsextremen und neonazinahen Minister*innen.
Rund 1200 Menschen zogen vom Karlsplatz los, 1500–2000 von der Uni Wien, rund 1000 vom Marcus-Omofuma-Stein, an die 2000 überwiegend streikende Schüler*innen vom Bahnhof Wien Mitte, 70 Feminist*innen vom Stephansplatz, mindestens 200 Radfahrer*innen vom Märzpark. Ihr gemeinsames Ziel war der Heldenplatz, so nahe am Ballhausplatz wie möglich, wo um 11 Uhr Bundespräsident Van der Bellen die Regierung angelobte.
Rund um den Ballhausplatz und über den halben Heldenplatz hatte die Polizei ein Platzverbot verhängt. Einige Demonstrant*innen versuchten, die Absperrgitter der Polizei zu entfernen, was die Polizei aber verhinderte. Zwei Wasserwerfer waren dabei zur Absperrung gefahren, wurden letztlich aber doch nicht eingesetzt.
Nach der Angelobung zog eine Spontandemo mit fünfhundert Personen auf die Ringstraße. Beim Rathauspark wurde sie aber aufgehalten. Drei Personen wurden festgenommen.
Einige solidarische Leute demonstrierten vor dem Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände Solidarität mit den Gefangenen, bis die drei tatsächlich freigelassen wurden.
Und bis in die Nacht beteiligten sich hunderte Menschen am Heldenplatz an einer Frauen-Protest-Nacht mit Kulturprogramm.

Für alle, die sich weiterhin nicht mit der rechtsextremen Regierung abfinden wollen, und auch für alle, die an den Protesten zur Angelobung zwar teilnehmen wollten, aber nicht konnten, ist eine Großdemonstration am Samstag, dem 13. Jänner, geplant. Treffpunkt für die Demonstration gegen Schwarzblau ist am Samstag, dem 13. Jänner, um 14 Uhr am Christian-Broda-Platz beim Westbahnhof.
[gebauter Beitrag mit Ausschnitten aus Reden]

***

Gegen Abschiebungen in Kriegsgebiete demonstrierten am 20. Dezember xxx Menschen am Platz der Menschenrechte beim Marcus-Omofuma-Stein. Anlass dafür ist die drohende Abschiebung des Schülers Nawid, dem es vor zwei Jahren gelungen ist, nach Einfall der Taliban in die Stadt Kabutz aus Afghanistan nach Europa zu flüchten. Auf der Flucht wurde er von seiner Familie getrennt. Derzeit besucht er die Business Academy Donaustadt. Heute muss er fürchten, zurück nach Afghanistan abgeschoben zu werden. Seine Mitschüler*innen wollen das verhindern. Die Schüler*in Kathi Preyer organisierte die Kundgebung.
[Audio: Interview mit Kathi Preyer]

https://cba.fro.at/356687

Das war die WiderstandsChronologie. Auf Wiederhören.

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Tag X: 6000–8000 oder noch mehr protestierten gegen Angelobung rechtsextremer und neonazinaher Minister*innen am 18.12.2017

nochrichten.net Veröffentlicht am Mo.., 18. Dezember 2017 von nochrichtenSa.., 23. Dezember 2017

Mindestens 6000 Menschen, möglicherweise aber auch viel mehr, beteiligten sich am Tag X, dem Tag der Angelobung, an den Protesten gegen die neue rechtsextreme Bundesregierung.

Zwischen 8:00 und 9:00 in der Früh versammelten sich

  • beim Bahnhof Wien Mitte 1700–2000 vor allem Schüler*innen zum „antiautoritären Bildungsprotest“
  • am Karlsplatz ca. 1200 Menschen beim Treffpunkt der Radikalen Linken (inklusive grün-alternativer Block)
  • beim Marcus-Omofuma-Stein am Platz der Menschenrechte ca. 1000 Personen beim Treffpunkt Kunst/Kultur/Bildung/Soziales (bei der Zählung ca. eine halbe Stunde vor Aufbruch waren bei noch anhaltendem Zustrom ca. 800 Personen anwesend)
  • bei der Universität Wien ca. 1500–2000 Personen beim Treffpunkt u. a. von der Offensive gegen rechts
  • im Märzpark zirka 200–300 Radfahrer*innen zum Bike-Block (keine eigene Zählung)
  • am Stephansplatz ca. 70 Personen zum feministischen Block (Zählung, nachdem sich der feministische Block bei der Oper der Schüler*innendemo angeschlossen hat).

Kleinere Demozüge wie zum Beispiel von der Universität für Musik und darstellende Kunst gab es auch noch.
Und eine von mir nicht erfassbare (aber möglicherweise hohe) Zahl an Demonstrant*innen kam direkt zum Heldenplatz.

Alle Demofinger zogen zum Heldenplatz. Über den Ballhausplatz und weite Teile des Heldenplatzes hatte die Polizei ein Platzverbot verhängt, um zu verhindern, dass die Minister*innen wie 2000 auf dem Weg zur Angelobung der ersten schwarzblauen Regierung nur unterirdisch zur Präsidentschaftskanzlei gehen können.

Alle Demonstrationen konnten relativ problemlos ihr Ziel, den Heldenplatz, erreichen. Dort war die Platzverbotszone durch Tretgitter vom Versammlungsort getrennt. Zwei Wasserwerfer waren in einiger Entfernung bereitgestellt.

Nachdem am Heldenplatz einige Demonstrant*innen versuchten, Absperrgitter der Polizei zu entfernen, drängten WEGA-Polizist*innen die Demonstrant*innen zurück und die Wasserwerfer wurden zu den Tretgittern vorgezogen, aber nicht eingesetzt.

Um ca. 11:45 – also rund eine Dreiviertelstunde nach Beginn der Angelobung – setzte sich eine Spontandemo mit ca. 400–500 Personen Richtung Ringstraße und dort weiter in Richtung Parlament in Bewegung. Diese Demo wurde an der Ecke Dr.-Karl-Renner-Ring/Rathausplatz von der Polizei aufgehalten. Nachdem vereinzelt versucht wurde, die Polizeikeile über den Rathauspark zu umgehen, wurden Demonstrant*innen durch den Park gejagt. Einige Demonstrant*innen wurden vorübergehend angehalten, einzelne Identitätsfeststellungen vorgenommen und drei Personen festgenommen.

Diese oder eine andere Spontandemo konnte sich später wieder in Bewegung setzen.

Um 12:50 wurde die Spontandemo zusammen mit herumstehenden Personen überraschend auf der Fahrbahn zwischen Parlament und Rathausplatz zirka 20 Minuten eingekesselt. Dann durften die Demonstrant*innen Richtung Universität weiterziehen. Die Polizei ging der Demo sogar voran. Vor der Universität löste sich die Spontandemo selbst auf.

Vor dem Polizeianhaltezentrum demonstrierten bis zur Freilassung der Festgenommenen zirka 30–40 Personen Solidarität mit den Gefangenen.

Um 14:30 brach am Heldenplatz die „Frauen-Protest-Nacht“ mit Künstler*innen und Menschenrechtsaktivist*innen an, für die ein Programm bis 22:00 vorbereitet worden war.

Um 18:52 meldete die Rechtshilfe Wien, dass alle drei bei den Demonstrationen festgenommenen Personen wieder frei sind.

Weitere detailierte Infos im Live-Ticker: https://ticker.raw.at/ (nur kurze Zeit)

Radiobeitrag folgt.

***

Auf ORANGE 94.0 gab es zwei Sondersendungen zum Protest am Tag X, am 18. Dezember um 11 Uhr und um 16 Uhr. Die können hier nachgehört werden:
11 Uhr: https://cba.fro.at/356221
16 Uhr: https://cba.fro.at/356312

Veröffentlicht unter nochrichten

Deutschnationale und neonazinahe Kreise bilden Regierung:
Tag X am 18. Dezember 2017
Erste Proteste gegen 12-Stunden-Tag und Studiengebühren am 13. und 14. Dezember

nochrichten.net Veröffentlicht am Fr.., 15. Dezember 2017 von nochrichtenFr.., 15. Dezember 2017

[Beiträge für ANDI, den alternativen Nachrichtendienst auf ORANGE 94.0]

Höchstwahrscheinlich schon am Montag, dem 18. Dezember 2017, ist es so weit.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird Angehörige deutschnationaler Verbindungen und Personen mit engen Verbindungen zu Neonazi-Kreisen und deren Wegbereiter*innen zu Minister*innen und Staatssekretär*innen angeloben. Und er wird damit der rechtsextremen Elite in Österreich Tür und Tor zu den Schaltstellen der Republik öffnen. Neonazinahe Mitarbeiter*innen in den Ministerien werden nicht nur über Polizei und Militär walten, sondern auch Zugang zu allen bisher oder künftig legal oder illegal gesammelten Daten der Sicherheitsbehörden und Geheimdienste dieses Landes erhalten. Was das alles für Asylwerber*innen, für sozial Benachteiligte, für politisch Andersdenkende bedeuten wird, wird sich wohl oder übel bald zeigen. Dass Bundespräsident Alexander Van der Bellen das noch im letzten Moment verhindert, daran glauben nicht mal jene, die sich genau deswegen für seine Wahl eingesetzt haben.

Seit Wochen wird aufgerufen, am „Tag X“, dem Tag der Angelobung einer solchen deutschnationalen- und neonazinahen Regierung zu protestieren. Am Montag, dem 11. Dezember, stellten ein paar der an den Vorbereitungen beteiligten Gruppen ihre Pläne vor. Zwei Stunden vor der Angelobung, also vermutlich um 8.00 in der Früh, soll von fünf Plätzen in Richtung Ballhausplatz losgezogen werden. Schüler*innen wollen streiken und einen eigenen Demozug bilden.

[Audio: Ausschnitte aus der Pressekonferenz und ein paar Interviews]

http://cba.fro.at/wp-content/uploads/andialternativernachrichtendienstvonorange940/08andi-15dez2017-tagx-gerhard.mp3

http://cba.fro.at/wp-content/uploads/andialternativernachrichtendienstvonorange940/08andi-15dez2017-tagx-gerhard.mp3

Die Demonstrationen am Tag X beginnen voraussichtlich um 8 Uhr
beim Bahnhof Wien Mitte – hier treffen sich streikende Schüler*innen
bei der Uni Wien, dem Treffpunkt der Offensive gegen Rechts
dem Karlsplatz, dem Treffpunkt der Plattform Radikale Linke
beim Marcus-Omofuma-Stein am Platz der Menschensrechte beim Museumsquartier – hierzu rufen Kunst- und Kulturaktivist*innen auf
und im Märzpark treffen sich Radfahrer*innen zum Bikeblock

Weitere Informationen gibt es auf tag-x.mobi.
Am Tag X selbst gibt es aktuelle Informationen in einem Live-Ticker auf https://ticker.raw.at/

Eine vollständige Aufzeichnung der Pressekonferenz vom 11. Dezember kann hier angehört werden:
https://cba.fro.at/355523

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Bei den Regierungsverhandlungen haben sich ÖVP und FPÖ darauf geeinigt, die tägliche Höchstarbeitszeit auf 12 Stunden anzuheben und pro Woche 60 Stunden Arbeit zu erlauben. Gewerkschaftsjugend und Sozialistische Jugend riefen als Reaktion darauf zu einer Protestkundgebung am Mittwoch, dem 13. Dezember, vor der FPÖ-Zentrale am Friedrich-Schmidt-Platz auf. Simon Inou war dort und sprach mit den Aufrufer*innen.
[Audio: Interviews, die Simon Inou für ANDI, den alternativen Nachrichtendienst auf ORANGE 94.9 gemacht hat]

http://cba.fro.at/wp-content/uploads/andialternativernachrichtendienstvonorange940/07andi-15dez2017-12stundentag-inou-gerhard.mp3

http://cba.fro.at/wp-content/uploads/andialternativernachrichtendienstvonorange940/07andi-15dez2017-12stundentag-inou-gerhard.mp3

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Nur wenige Stunden, nachdem bekannt geworden war, dass sich ÖVP und FPÖ auf die Wiedereinführung von Studiengebühren geeinigt hatten, versammelten sich am Donnerstag, dem 14. Dezember, hunderte Menschen beim Denkmal der Republik, um für freie Bildung zu demonstrieren, während gleich daneben, im Palais Epstein, weiter über die künftige Regierungsarbeit verhandelt wurde. Zeitweise waren bis zu 500 Demonstrant*innen anwesend. 200 von ihnen zogen anschließend noch zur Universität Wien.
[Audio: Ausschnitte aus der Kundgebung]

http://cba.fro.at/wp-content/uploads/andialternativernachrichtendienstvonorange940/06andi-15dez2017-freiebildung-gerhard.mp3

http://cba.fro.at/wp-content/uploads/andialternativernachrichtendienstvonorange940/06andi-15dez2017-freiebildung-gerhard.mp3

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WiderstandsChronologie 26.11.–9.12.2017

nochrichten.net Veröffentlicht am Sa.., 9. Dezember 2017 von nochrichtenSa.., 9. Dezember 2017

Willkommen bei der WiderstandsChronologie

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Rund 70 Personen protestierten am 2. Dezember vor dem Haus der EU in Wien gegen Versklavung, Folterung, Vergewaltigung und Ermordung von Migrant*innen und Flüchtenden in Libyen. Eine Woche davor hatten deswegen 100 Menschen vor der libyschen Botschaft demonstriert. Diesmal wurde verstärkt die Verantwortung der Europäischen Union für die Menschenrechtsverletzungen thematisiert.
(Redenausschnitte)

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Der Verfassungsgerichtshof hat mit Erkenntnis vom 4. Dezember die unterschiedlichen Regelungen für verschieden- und gleichgeschlechtliche Paare beim Zugang zu Ehe und eingetragener Partnerschaft mit Ablauf des 31. Dezember 2018 aufgehoben.
Begründet wurde das Erkenntnis mit dem Diskriminierungsverbot des Gleichheitsgrundsatzes. Die Aufhebung tritt mit Ablauf des 31. Dezember 2018 in Kraft. Ab 2019 stehen sowohl Ehe als auch eingetragene Partnerschaft für verschieden- und gleichgeschlechtliche Paare gleichermaßen offen, erklärte der Verfassungsgerichtshof.
Nachdem das Erkenntnis öffentlich bekanntgegeben worden war, wurde am Abend des 5. Dezember vor dem Verfassungsgerichtshof mit einem Flashmob gefeiert. Mit dabei waren Politiker*innen und Aktivist*innen, die jahrelang für eine „Ehe für alle“ gekämpft hatten, wie Ulrike Lunacek …
(Interview mit Ulrike Lunacek und zwei Aktivisten des Rechtskomitees Lambda)

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Rund zwanzig Personen demonstrierten am Abend des 5. Dezember am Flughafen Wien gegen eine neuerliche Massenabschiebung geflüchteter Menschen per Charterflug nach Afghanistan.
(Interview, Redenausschnitt)

Ob die Abschiebungen in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember per Charterflug oder mit einem Linienflug erfolgten, darüber gibt es unterschiedliche Informationen. Für die betroffenen Menschen, die in das höchst gefährliche Terror- und Kriegsgebiet Afghanistan abgeschoben wurden, ändert das aber praktisch nichts.
(Interview, Ausschnitt Kundgebung)
Derzeit, so berichten gewöhnlich gut recherchierende antirassistische Aktivist*innen, gebe es eine Serie von Einzelabschiebungen mit Linienflügen.
Außerdem, so hei es dürfte eine Massenabschiebung von Österreich nach Bangladesh bevorstehen. Unbestätigten Informationen zufolge soll es eine Liste mit 80 Namen geben, von Personen, die abgeschoben werden sollen. Einige sollen schon inhaftiert worden sein, andere werden noch aufgesucht oder bei Personenkontrollen im öffentlichen Raum mitgenommen.
Potenziell von Abschiebung bedrohten Personen wird empfohlen, sich nicht an ihren Meldeadressen aufzuhalten und Orte mit häufigen rassistischen Kontrollen, wie U6, Westbahnhof oder Praterstern zu meiden.
Weiters wird von solidarischen Aktivist*innen geraten, nach Möglichkeit so schnell wie möglich mit Rechtsberater*innen oder Anwält*innen rechtliche Schritte zu ergreifen, um einen legalen Aufenthalt zu bekommen.

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Mit einer kleinen Kundgebung vor dem Palais Epstein in Wien protestierte die Plattform für grundrechtsbasierte Zukunftspolitik „Epicenter.works“ am 6. Dezember dagegen, dass das gerade erst zumindest teilweise gescheiterte Überwachungspaket der scheidenden Regierung bei den Regierungsverhandlungen von ÖVP und FPÖ, drinnen im Palais Epstein, wieder aufs Tapet gebracht wurde.
(zwei Interviews)

***

Mehr als 5000 Personen unterstützen bereits einen offenen Brief an die künftige Regierung und alle Nationalratsabgeordneten, in dem für Frauen, die mehr als die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, die Hälfte der Macht und die Hälfte des Geldes gefordert werden. Am 7. Dezember wurde der Brief von der Schauspielerin Maxi Blaha am Heldenplatz öffentlich verlesen. Initiiert wurden Brief und Veranstaltung vom Frauenvolksbegehren gemeinsam mit dem Österreichischen Frauenring, der Allianz Gewaltfrei leben, #aufstehn und über 70 weiteren Organisationen. Simon Inou war für das Nachrichtenmagazin ANDI (dort gibt es auch eine längere Fassung dieses Beitrags) dort.

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https://cba.fro.at/355422

Das war die WiderstandsChronologie. Auf Wiederhören.

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WiderstandsChronologie 12.–25.11.2017

nochrichten.net Veröffentlicht am Sa.., 25. November 2017 von nochrichtenSa.., 25. November 2017

Willkommen bei der WiderstandsChronologie

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Über die Veranstaltung zum Gedenken an den Novemberpogrom am Platz der Opfer der Deportation und über „Light of Hope“, den Gedenkumzug jüdischer Jugendlicher, beides am 9. November berichteten wir bereits in der vorigen Sendung.
Am 12. November fand zum Gedenken an den Novemberpogrom ein Rundgang durch Döbling statt.
[Kurzer Ausschnitt]

Einen kompletter Mitschnitt des Rundgangs gibt es hier.

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Damit die Ministerien nicht in die Hände von Rechtsextremen geraten, bildeten am 15. November nach unserer Zählung rund 8–10.000 Menschen eine Lichterkette um das Regierungsviertel beim Ballhausplatz. An einigen Stellen, besonders in der Nähe des Innenministeriums wurde aus der Lichterkette ein Lichtermeer aus Kerzen, Taschenlampen und Fahrradlichtern hunderter über die ganze Straßenbreite stehender Menschen.
Organisiert wurde die Lichterkette von SOS Mitmensch. Alexander Pollak von SOS Mitmensch sagte zu uns nach der Aktion:
[Statement von Alexander Pollak]

Im Internet vereinzelt angekündigte rechte Störaktionen fanden nicht statt. In einem Posting auf der Facebookseite von FPÖ-Vizebürgermeister Gudenus war gar phantasiert worden, mit einem LKW in die Lichterkette zu fahren. Lediglich die Website von SOS Mitmensch war am 15. November attackiert worden und daher für ein paar Stunden nicht erreichbar.

Für alle, die am Ergebnis unserer Teilnehmer*innenzählung zweifeln: Die Methode, mit der wir die Zahl von mindestens 8.000, möglicherweise gar 10.000 Personen ermittelt haben, ist auf nochrichten.net hier beschrieben. Dort rechnen wir auch vor, wieso die Angabe der Polizei von 3000 Personen völlig unrealistisch ist.

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Rund einhundert Personen demonstrierten am 25. November vor der libyschen Botschaft in Wien gegen Versklavung, Folterung, Vergewaltigung und Ermordung von Migrant*innen und Flüchtenden in Libyen.
[Ausschnitt aus Rede von Dr.in Mireille Ngosso]
Für den 2. Dezember wird eine größere Demonstration geplant.

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Am 25. November fanden mehrere Aktionen anlässlich des Tags gegen Gewalt gegen Frau*en statt. Zum Beispiel eine #metoo-Kundgebung auf der Mariahilfer Straße, organisiert unter anderem von Aufbruch und der SLP-Initiative „Nicht mit mir“, an der rund 150 Menschen teilnahmen.
[Ausschnitt aus Rede von Sonja Grusch]

Die Teilnehmer*innen demonstrierten anschließend gemeinsam zur Kundgebung „Pro Choice ist ois“ am Stock-im-Eisen-Platz, bei der gegen den „Marsch fürs Leben“ katholisch-fundmentalistischer Abtreibungsrechtsgegner*innen protestiert wurde.

Beim Marsch fürs Leben zogen mehr als dreihundert katholisch-fundamentalistische Abtreibungsrechtsgegner*innen ausgehend von der Fanziskanerkirche eine Runde durch die Innenstadt. Journalist*innen, deren Medien den Veranstalter*innen nicht genehm erschienen, wurden mit Polizeiunterstützung aufgefordert, die Kundgebung zu verlassen. Ich auch.
Eine Feministin hielt am Franziskanerplatz außerhalb der Absperrung rund um deie Auftaktkundgebung des Marsches fürs Leben eine Tafel mit der Aufschrift „Hände weg von unserer Vulva, Abtreibung ist Frauenrecht“ in die Höhe. Sie wurde unter Berufung auf den neu im Versammlungsgesetz verankerten Schutzbereich aufgefordert, wegzugehen. Da sie dieser Aufforderung nicht nachkam, wurde ihr die Tafel weggenommen und eine Anzeige angekündigt.
Als der Marsch fürs Leben bei der Oper vom Ring in die Kärntner Straße bog, riefen einige Pro-choice-Aktivist*innen: „Hätte Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben.“ Ansonsten gab es keine Störungen.

Bei der Pro-Choice-ist-ois-Kundgebung sprach unter anderem Brigitte Hornyik.
[Interview mit Brigitte Hornyik]

Um 17 Uhr fand am Stephansplatz eine FrauenLesben-Kundgebung zum internationalen Tag gegen Gewalt gegen Frauen statt.


https://cba.fro.at/354530

Das war die WiderstandsChronologie. Auf Wiederhören.

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8.000–10.000 bei Lichterkette gegen rechtsextreme Minister*innen

nochrichten.net Veröffentlicht am Do.., 16. November 2017 von nochrichtenFr.., 17. November 2017

Damit die Ministerien nicht in die Hände von Rechtsextremen geraten, bildeten am 15. November nach unserer Zählung rund 8.000–10.000 Menschen eine Lichterkette um das Regierungsviertel beim Ballhausplatz. An einigen Stellen, besonders in der Nähe des Innenministeriums, wurde aus der Lichterkette ein Lichtermeer aus Kerzen, Taschenlampen und Fahrradlichtern hunderter über die ganze Straßenbreite stehender Menschen.

Zur Teilnehmer*innenzahl:

Das Ergebnis unserer Zählung ist zwangsläufig ungenau, weil dauernd viele Menschen entlang der Strecke der Lichterkette in in beiden Richtungen stömten. Um dennoch die Zahl der Teilnehmer*innen möglichst realistisch zu erfassen gingen wir so vor:
Wir gingen zu zweit die Strecke der Kette ab. Ich zählte alle stehenden Personen. @chreitermayr zählte alle Personen, die uns entgegenkamen. Wer sich in unserer Gehrichtung bewegte, wurde nicht gezählt, da diese Personen möglicherweise vorher in der Kette standen und daher eventuell doppelt gezählt worden wären. Die Summe unserer beiden Zählungen – Stehende und Entgegenkommende – betrug 8040. Da wir Personen, die sich unserer Richtung bewegten, nicht zählten, wurde eine nicht bestimmbare Zahl von Teilnehmer*innen möglicherweise nicht gezählt. Die Zahl 8.040 kann daher als Untergrenze für die Teilnehmer*innen betrachtet werden. Da die Kette durchgehend mindestens einreihig geschlossen war, sind viele Leute einfach die Kette entlang gegangen. Wie viele das waren, konnte wirklich nur geschätzt werden.
Die Teilnehmer*innenzahl betrug somit mindestens 8040 Personen, mit hoher Wahrscheinlichkeit war sie aber deutlich höher. Daher gaben wir die Teilnehmer*innenzahl mit 8.000–10.000 an.

Die Teilnehmer*innenangabe der Polizei von 3.000 Personen ist hingegen aus folgendem Grund völlig unrealistisch:
Die Strecke der Lichterkette war ziemlich genau 1000 Meter lang. Die Menschen standen meistens dicht nebeneinander (ca. 2 Personen pro Meter). Daraus ergibt sich, dass eine einreihige Kette aus rund 2.000 Personen gebildet werden konnte. An einigen Teilstücken wurde die Kette auf beiden Straßenseiten, also doppelt gebildet. An vielen Stellen, insbesondere im Bereich Herrengasse, nahm die Lichterkette die gesamte Straßenbreite ein. Der Ballhausplatz war die ganze Zeit voller Menschen. Und dann bewegten sich – wie schon oben beschrieben – dauernd Menschenströme entlang der Lichterkettenstrecke. Die Polizeiangabe von 3000 Teilnehmer*innen kann daher nicht annähernd stimmen.

Beitrag für Nachrichtenmagazin ANDI auf ORANGE 94.0 (17. November 2017):
http://nochrichten.net/wp-content/uploads/2017/11/20171115soslichterkette.mp3
http://nochrichten.net/wp-content/uploads/2017/11/20171115soslichterkette.mp3

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Antifaschistischer Rundgang im Gedenken an den Novemberpogrom durch Wien-Döbling am 12. November 2017.

nochrichten.net Veröffentlicht am So.., 12. November 2017 von nochrichtenSo.., 12. November 2017

Der antifaschistische Rundgang im Gedenken an den Novemberpogrom führte heuer durch Döbling, den 19. Wiener Gemeindebezirk. In Döbling lebten 1938 rund 4000 Jüd*innen. Das waren sieben Prozent der Döblinger Bevölkerung. Über die meisten ist nicht viel bekannt, jedoch sind gerade in diesem Bezirk die Biographien einiger berühmter Persönlichkeiten überliefert.
Der Rundgang begann im Währinger Park beim jüdischen Friedhof, führte in die Weimarer Straße, wo Elise und Helene Richter lebten, zum Gymnasium des 19. Bezirks, in die Kreindlgasse, wo sich das Polizeiamt Döbling befunden hatte, zum ehemaligen Standort der Synagoge in der Dollingergasse, zum Gerda-Lerner-Hof und dem Wohnhaus von Alma und Arnold Rosé in der Pyrkergasse sowie zum Haus von Arthur Prager in der Pokornygasse, wo nationalsozialistische Vermögensentziehung thematisiert wurde.
Die Erinnerunstexte wurden vom AK Gedenkrundgang verfasst, zusammengestellt und vorgetragen, der seit 2003 die Gedenkrundgänge organisiert.
Die vorgetragenen und weitere Texte wurden auch in einer Broschüre veröffentlicht, die (bald) auf der Website des AK Gedenkrundgang downgeloadet werden kann: http://rundgang.blogsport.de
Auf dieser Site gibt es auch weitere Informationen und Broschüren sowie Tonaufzeichnungen früherer Rundgänge zu finden.

https://cba.fro.at/353641

Veröffentlicht unter nochrichten

WiderstandsChronologie 28.10.–11.11.2017

nochrichten.net Veröffentlicht am Sa.., 11. November 2017 von nochrichtenSa.., 11. November 2017

Willkommen bei der WiderstandsChronologie

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13 Personen demonstrierten am Montag, dem 30. Oktober, vor dem Haus der Europäischen Union ihre Solidarität mit der Unabhängigkeitsbewegung in Katalonien. Organisiert wurde die Kundgebung von der „Sozialistischen Linkspartei“. Wir fragten Sebastian Kugler, warum sozialistische Linke seiner Meinung nach just mit Abspaltungswünschen einer der reichsten Regionen Spaniens solidarisch sein sollten.
[Ausschnitt aus Interview mit Sebastian Kugler]

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Am Dienstag, dem 31. Oktober, hätte im Dorotheum eine Sammlung von menschlichen Schädeln versteigert werden sollen. Es waren dies Köpfe von Menschen aus Afrika, Südamerika und dem Südpazifik, die in der Kolonialzeit nach Europa gelangt und Teil einer privaten Sammlung geworden waren.
Viele Menschen protestierten mittels Internetpostings, Mails und Telefonanrufen sowie vor dem Auktionshaus. Mit Erfolg: Die Versteigerung wude abgesagt. Simon Inou sprach für das Nachrichtenmagazin ANDI auf ORANGE 94.0 mit Naomi Güneş Schneider, die ihm von der Stimmung vor dem Dorotheum berichtete.
[Ausschnitt aus Telefongespräch mit Naomi Güneş Schneider]

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An den ersten beiden Donnerstagabenden nach der Wahl gab es zwar kleine spontane unangemeldete Donnerstagsdemos gegen eine Regierungsbeteiligung der FPÖ. Am Donnerstag, dem 2. November kamen aber fast keine Demonstrant*innen mehr vor das Parlament. Somit fand am 2. November keine Donnerstagsdemo statt.

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Rund 230 Menschen protestierten am 9. November während der Angelobung der neuen Nationalrät*innen gegen rechtsextreme und neonazinahe Abgeordnete im Parlament. 20 der 51 FPÖ-Abgeordneten gehören bekanntlich deutschnational/völkischen Verbindungen an. Die Demonstration zog von der Uni Wien vorbei an der Bannmeile um die Nationalratssitzung zum Mahnmal gegen Krieg und Faschismus bei der Albertina. In der ersten Reihe mit dabei war auch der Überlebende des KZ Theresienstadt Rudi Gelbard.
[Ausschnitt Rede von Rudi Gelbard]

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Am 9. November jährte sich zum 79. Mal der Novemberpogrom des Jahres 1938, bei dem Synagogen und jüdische Bethäuser angezündet, jüdische Wohnungen und Geschäfte zerstört und tausende Jüd*innen beraubt, gejagt und verhaftet worden waren.
Dort wo der Wiener Aspangbahnhof gestanden hatte, von dem zehntausende Jüd*innen in Vernichtungslager und zu Vernichtungsstätten deportiert worden waren, fand wie jedes Jahr eine Gedenkveranstaltung unter dem Motto „Niemals vergessen!“ statt. Es sprachen Überlebende der Shoah wie Lucia Heilman.
[Ausschnitt Rede von Lucia Heilman]
Bei der Gedenkveranstaltung, an der heuer wohl nicht zufällig doppelt so viele Menschen teilnahmen als im vorigen Jahr (400–500; eigene Zählung), wurden aber auch Bezüge zu heute hergestellt, wie etwa von den abgewählten grünen Nationalratsabgeordneten Albert Steinhauser und Karl Öllinger.
[Ausschnitte aus Reden von Albert Steinhauser und Karl Öllinger]

Jüdische Jugendliche organisierten zum vierten Mal einen Umzug im Gedenken an den Novemberpogrom unter dem Titel „Light of Hope“, an dem heuer (laut Medienberichten) an die tausend Personen teilnahmen.
Wegen der antisemitischen, behindertenfeindlichen, frauenverachtenden, sexistischen und rassistischen Facebookpostings von Studierenden-Vertreter*innen aus der ÖVP-Studierendenorganisation AG am Juridicum, die im Frühjahr bekannt geworden waren, riefen auch der Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, Paul Oberhammer, und der Rektor der Uni Wien, Heinz W. Engl, zur Teilnahme an Light of Hope auf.
[Ausschnitt aus der Rede von Dekan Paul Oberhammer und der Rede von Bini Guttmann von der Jüdischen Österreichischen Hochschülerschaft; Danke an Simon Inou für die Aufnahmen von „Light of Hope“, die (umfangreicher) im Nachrichtenmagazin ANDI ausgestrahlt wurden]
Eine ausführlichere Zusammenfassung der Veranstaltungen zum Gedenken an den Novemberpogrom wurde im Nachrichtenmagazin ANDI ausgestrahlt – siehe im Beitrag „Gedenken an Novemberpogrom am 9. November 2017 im Schatten drohender deutschnationaler/völkischer/rechtsextremer Regierungsbeteiligung“ hier auf nochichten.net/widerstandschonologie.wien.

***

„Klima schützen, Leben retten!“ Unter diesem Motto demonstrierten am 11. November in Wien 350 Menschen anlässlich der UN-Klimakonferenz vom Platz der Menschenrechte zum Ausweichquartier des Parlaments am Josefsplatz. Und weil gerade viele Politiker*innen von FPÖ und ÖVP den Klimawandel leugnen und Profite vor Klimaschutz stellen, wandte sich die Demonstration auch gegen den Rechtsruck.
[Ausschnitt Rede]

***

Das war die WiderstandsChronologie,
auf Wiederhören.

https://cba.fro.at/353579

Veröffentlicht unter nochrichten

Gedenken an Novemberpogrom am 9. November 2017 im Schatten drohender deutschnationaler/völkischer/rechtsextremer Regierungsbeteiligung

nochrichten.net Veröffentlicht am Fr.., 10. November 2017 von nochrichtenFr.., 10. November 2017

[Beitrag von Gerhard Kettler und Simon Inou für das Nachrichtenmagazin „ANDI – Alternativer Nachrichtendienst“ auf ORANGE 94.0; CC BY-NC]

Am 9. November jährte sich zum 79. Mal der Novemberpogrom des Jahres 1938, bei dem Synagogen und jüdische Bethäuser angezündet, jüdische Wohnungen und Geschäfte zerstört und tausende Jüd*innen beraubt, gejagt und verhaftet worden waren.
Dort wo der Wiener Aspangbahnhof gestanden hatte, von dem zehntausende Jüd*innen in Vernichtungslager und zu Vernichtungsstätten deportiert worden waren, fand wie jedes Jahr eine Gedenkveranstaltung unter dem Motto „Niemals vergessen!“ statt. Es sprachen Überlebende der Shoah wie Lucia Heiman. [Kurzer Ausschnitt aus Rede]
Bei der Gedenkveranstaltung, an der heuer wohl nicht zufällig doppelt so viele Menschen teilnahmen als im vorigen Jahr, wurden aber auch Bezüge zu heute hergestellt, wie etwa von den abgewählten grünen Nationalratsabgeordneten Albert Steinhauser und Karl Öllinger. [kurze Redenausschnitte]

Jüdische Jugendliche organisierten zum vierten Mal einen Umzug im Gedenken an den Novemberpogrom unter dem Titel „Light of Hope“, an dem heuer an die tausend Personen teilnahmen. Simon Inou war dort und sprach mit einigen Teilnehmer*innen. [kurze Interviewausschnitte von Simon Inou]

Wegen der antisemitischen, behindertenfeindlichen, frauenverachtenden, sexistischen und rassistischen Facebookpostings von Studierenden-Vertreter*innen aus der ÖVP-Studierendenorganisation AG am Juridicum, die im Frühjahr bekannt geworden waren, riefen auch der Dekan der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, Paul Oberhammer, und der Rektor der Uni Wien, Heinz W. Engl, zur Teilnahme an Light of Hope auf. Dekan Oberhammer sagte: [kurze Redenausschnitte und weitere Interviews vom Simon Inou]

Heute, am 10. November, wurde in Favoriten im Humboldtpark ein Denkmal eröffnet, das an die in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 zerstörte Synagoge des Tempelvereins Favoriten in der Humboldtgasse erinnern soll.

Am Sonntag, dem 12. November, findet zum Gedenken an den Novemberpogrom ein Rundgang durch Döbling statt. Der Weg führt zu Orten jüdischen Lebens, die zu Orten nationalsozialistischer Verfolgung geworden waren. Treffpunkt für diesen Rundgang ist am Sonntag, dem 12. November, um 15 Uhr beim Währinger Park, an der Ecke Philippovichgasse/Peezgasse.
Mehr Informationen: http://rundgang.blogsport.de/

Der Beitrag über die Gedenkveranstaltungen aus ANDI auf ORANGE 94.0:

http://cba.fro.at/wp-content/uploads/andialternativernachrichtendienstvonorange940/08andi-10nov2017-gedenken-novemberpogrom-gerhard.mp3

http://cba.fro.at/wp-content/uploads/andialternativernachrichtendienstvonorange940/08andi-10nov2017-gedenken-novemberpogrom-gerhard.mp3

Die komplette Sendung ANDI vom 10. November 2017:
https://cba.fro.at/353548

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Dieser Tage vor 26 Jahren: WiderstandsChronologie gegen Schwarzblau 2000

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Im Feber 2000 bildeten ÖVP und FPÖ schon einmal eine rechts-rechtsextreme Koalition. Bis zur Angelobung zogen Tag und Nacht Antifaschist*innen protestierend durch Wien. Die Minister*innen gelangten nur auf unterirdischen Wegen zur Angelobung in die Präsidentschaftskanzlei. Noch jahrelang zogen Donnerstagsdemos durch Wien. Das TATblatt dokumentierte alle Protest- und Widerstandsaktivitäten in der TATblatt-WiderstandsChronologie:


Diese Site ist gewissermaßen die Fortsetzung der TATblatt-WiderstandsChronologie aus den Jahren 2000–2005.

Der Spätsommer der Solidarität mit geflüchteten Menschen 2015

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