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Archiv für den Monat Juli 2018

WiderstandsChronologie 24.6.–7.7.2018

nochrichten.net Veröffentlicht am So.., 8. Juli 2018 von nochrichtenSo.., 8. Juli 2018

Willkommen bei der vermutlich letzten WiderstandsChronologie vor der Sommerpause.

***

In Schwechat protestierten am 28. Juni rund 100 Personen gegen die Abschiebung eines aus Afghanistan geflüchteten Menschen, der in den Räumen der Schwechater Pfarre gewohnt hatte. Wegen starken Regens fand die Kundgebung in der Kirche statt.

***

Zigtausende Menschen demonstrierten am 30. Juni in Wien gegen den 12-Stunden-Arbeitstag und die 60-Stunden-Arbeitswoche.
Die Arbeitszeitverlängerung wurde am 5. Juli im Nationalrat mit den Stimmen von ÖVP, FPÖ und NEOS beschlossen. Die neuen Regelungen sollen bereits im September in Kraft treten. Mit weiterem Widerstand ist zu rechnen.

Zur Frage der Anzahl der Teilnehmer*innen an der Großdemonstration:

Da sich die Demo vor meiner Zählstelle bereits an der Ecke Mariahilfer Straße/Neubaugasse aufgespalten hat (die eigentliche Route führte weiter über die Neubaugasse, viele gingen gerade die Mariahilfer Straße weiter), kann ich keine exakten Zählergebnisse liefern.
Beim Volkstheater zählte ich zirka 20.000 Menschen, danach auf Ringstraße und Mariahilfer Straße noch rund 10.000 weitere, die die andere Route gingen. Da ich nicht abschätzen konnte, wie viele Menschen bereits die Mariahilfer-Straßen-Route gingen, während ich noch beim Volkstheater zählte, ließ ich mich zu einer Schätzung von 50.000 Menschen hinreißen.
Mit Hilfe eines von Georg Schütz zur Verfügung gestellten Videos vom Demonstrationszug vor der Neubaugasse konnte ich nachzählen.
Am Bild waren rund 20.000 Menschen zu sehen. Durch gelegentliche Schwenks zur Seite war erkennbar, dass viele Menschen auch links am Kameraausschnitt vorbeizogen, und das bisweilen schneller als der Hauptstrom der Demonstrant*innen. Aus diesen Kameraschwenks ließ sich hochrechnen, dass 10.000–20.000 Menschen nicht im Bild waren.
Daraus ergibt sich, dass bis zu 40.000 Menschen am Beginn der Demonstration beteiligt waren. Wie viele direkt zur Abschlusskundgebung auf den Heldenplatz gekommen sind, lässt sich aus all diesen Quellen freilich nicht eruieren.
Der ÖGB spricht von mehr als 100.000 Demonstrant*innen, die Polizei soll anfänglich rund 35.000 Personen angegeben haben (was sich weitgehend mit der Videoauswertung deckt), soll sich danach laut Aussagen von Willi Mernyi auf der Bühne der Abschlusskundgebung auf 80.000 raufverhandeln haben lassen (ich nehme an, unter Berücksichtigung jener, die direkt zum Heldenplatz gekommen sind).

Bereits vor der Großdemonstration gab es kleinere Aktionen und Flashmobs gegen 12-Stunden-Tag und 60-Stunden-Woche. Am Tag der Abstimmung im Nationalrat gab es Proteste vor dem Parlamentsquartier am Josefsplatz. In zahlreichen Betrieben wurden Betriebsversammlungen abgehalten. Wegen Betriebsversammlungen von Eisenbahner*innen kam es am 2. Juli im Frühverkehr zu vielen Zugsausfällen und Verspätungen.

***

Rund 80 Radfahrer*innen beteiligten sich am 2. Juli an einem Flashmob auf der Margaretenstraße gegen den § 68 Absatz 3a der Straßenverkehrsordnung, wonach sich Radler*innen einer nicht durch Arm- oder Lichtzeichen geregelten „Radfahrerüberfahrt“ nur mit höchstens 10 km/h nähern dürfen.
(Einen etwas ausführlicheren Beitrag darüber gab es als letzten Beitrag des Nachrichtenmagazins ANDI am 6. Juli 2018 auf Radio Orange zu hören.

***

An die 900 Menschen beteiligten sich am 7. Juli an einem Gedenkmarsch für die Opfer des Massakers von Srebrenica, bei dem im Juli 1995 8372 Menschen getötet worden sind.

***

Das war die vermutlich letzte WiderstandsChronologie vor einer Sommerpause, die mal bis bis Anfang September geplant ist.
Allfällige Aktualisierungen gibt es wie auch alle bisherigen Ausgaben der WiderstandsChronologie im Internet auf widerstandschronologie.wien zu hören.


https://cba.fro.at/379145

Fäustchen mit Mikrofon

Veröffentlicht unter nochrichten

Umweltorganisationen bekämpfen UVP-Entscheidung über Lobauautobahn nun beim Verfassungsgerichtshof

nochrichten.net Veröffentlicht am Sa.., 7. Juli 2018 von nochrichtenSa.., 7. Juli 2018

Umweltorganisationen versuchen weiter, die Lobauautobahn zu verhindern.

Im Mai hatte das Bundesverwaltungsgericht eine Beschwerde gegen das positive Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung der geplanten Lobauautobahn abgewiesen. Das Erkenntnis des Bundesverwaltungsgerichts wird nun von Umweltorganisationen beim Verfassungsgerichtshof bekämpft. Wolfgang Rehm von der Umweltorganisation VIRUS erklärte dazu:
Ein Punkt der Beschwerde bezieht sich auf die Gesamtlärmbetrachtung, wie Rechtsanwalt Heinrich Vana ausführt. Es habe auch schwerwiegende Verfahrensmängel gegeben, sagt Rechtsanwaltsanwärterin Verena Hinteregger.

Die bekämpfte Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts sei zwar vorerst rechtskräftig, gebaut dürfe aber trotzdem noch nicht werden, bekräftigte Wolfgang Rehm neuerlich. Auch wenn derzeit noch das positives Ergebnis der Umweltverträglichkeitsprüfung gelte. Das Projekt verfüge noch nicht über alle Bewilligungen. Sieben Materienverfahren seien ausständig, von denen erst drei beantragt worden seien. Dazu zählten Verfahren nach den Naturschutz- bzw. Nationalparkgesetzen sowie dem Wasserrechtsgesetz für die Länder Wien und Niederösterreich. Getrennte Einreichungen für den Nordabschnitt des Autobahnprojekts vervielfältigten die Zahl der Verfahren weiter.

Beitrag für das Nachrichtenmagazin ANDI auf Radio Orange 94.0:
https://cba.fro.at/wp-content/uploads/andialternativernachrichtendienstvonorange940/03andi-06juli2018-lobauautobahn-gerhard.mp3
https://cba.fro.at/wp-content/uploads/andialternativernachrichtendienstvonorange940/03andi-06juli2018-lobauautobahn-gerhard.mp3

Mehr Informationen:

> OTS der Umweltorganisation Virus: „S1 ,Lobauautobahn’: Nun Beschwerde an Verfassungsgerichtshof“
>Die gesamte Pressekonferenz der Umweltorganisationen zum Nachhören

Veröffentlicht unter nochrichten

WiderstandsChronologie im Radio:

jetzt jeden 3. Montag im Monat um 20:30 auf ORANGE 94.0, dem freien Radio in Wien.
Logo von ORANGE 94.0 (ein Viereck mit Zacken links und rechst), links daneben Schrift: Schalt dich ein / ORANGE 94.0

Konzept der WiderstandsChronologie gescheitert!

Wenn in Wien die meisten „linken“ Demos von Antizionist*innen und Antisemit*innen vereinnahmt werden, ist eine solidarische Dokumentation meist nicht mehr möglich. Das Konzept der WiderstandsChronologie muss sich daher ändern.

WEITERLESEN ►

Alle Ausgaben der WiderstandsChronologie zum Nachhören:

Tect und Link: cba.media/podcast/widerstandschronologie

Vollständige Aufnahmen von Kundgebungen im CBA:

cba.media/podcast/o-ton-unbearbeiteter-originalton

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  • Ohne Titel Mo.., 26. Oktober 2026
    Das Gedenken an Wehrmachtsdeserteure und aller Opfer der NS-Militärjustiz an jenem Ort im heutigen Donaupark, wo sich die Hinrichtungsstätte des Militärschießplatzes Wien-Kagran befunden hat, vom 26. Oktober 2026 zum Nachhören:https://cba.media/799405#Wehrmachtsdeserteure #Deserteure #Gedenken
  • Ohne Titel Mo.., 26. Oktober 2026
    Rund 26 Personen gedenken auch heuer an jenem Ort im heutigen Donaupark, wo sich die Hinrichtungsstätte des Militärschießplatzes Wien-Kagran befunden hat, der #Wehrmachtsdeserteure und aller Opfer der NS-Militärjustiz. #Deserteure #Gedenken
  • Ohne Titel So.., 25. Oktober 2026
    #FRAUENStreik #WienEin Großteil der Reden beim FRAUEN*Streik am 24. Oktober 2026 vor dem Parlament zum Nachhören:https://cba.media/799314
  • Ohne Titel Sa.., 24. Oktober 2026
    Um die 1000 Personen beteiligen sich am Frauen*Streik – einer feministischen Intervention für Geschlechtergerechtigkeit – vor dem Parlament in Wien (schwer zu zählen, daher sehr ungenau).#Frauenstreik #Wien
  • Ohne Titel Do.., 22. Oktober 2026
    #w2210 18:45Kundgebung vor Parlament wurde mit Einladung, in die besetzte Akademie der bildenden Künste zu ziehen, beendet.Vor Parlament waren auch (mit viel Beifall) Kooperationen der Uni Wien mit israelischen Hochschulen angeprangert worden.

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Dieser Tage vor 26 Jahren: WiderstandsChronologie gegen Schwarzblau 2000

Logo TATblatt-WiderstandsChronologie
Im Feber 2000 bildeten ÖVP und FPÖ schon einmal eine rechts-rechtsextreme Koalition. Bis zur Angelobung zogen Tag und Nacht Antifaschist*innen protestierend durch Wien. Die Minister*innen gelangten nur auf unterirdischen Wegen zur Angelobung in die Präsidentschaftskanzlei. Noch jahrelang zogen Donnerstagsdemos durch Wien. Das TATblatt dokumentierte alle Protest- und Widerstandsaktivitäten in der TATblatt-WiderstandsChronologie:


Diese Site ist gewissermaßen die Fortsetzung der TATblatt-WiderstandsChronologie aus den Jahren 2000–2005.

Der Spätsommer der Solidarität mit geflüchteten Menschen 2015

Ein Rückblick mit auf Radio ORANGE 94.0 ausgestrahlten Nachrichtenbeiträgen und Sondersendungen:

⇒ https://nochrichten.net/?p=2039

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  • Anarchistisches Radio Gegeninformationen und Stellungnahmen zu aktuellen politischen Themen aus libertärer Sicht.
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