Sep 152019
 

Willkommen bei der WiderstandsChronologie.
Nach einer längeren Pause bringen wir heute einen kleinen, nicht ganz vollständigen Sommerrückblick.

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Klimastreik
Die Klimakrise kenne keine Ferien und auch keine Bezirksgrenzen, meinten die Wiener Aktivist*innen von Fridays for Future, und deshalb fanden die freitäglichen Klimastreikaktionen auch im Sommer und da jedes Mal in einem anderen Bezirk statt. Teilgenommen haben meist um die 250 bis 300 Personen. Am 9. August zum Beispiel in Floridsdorf: [Redenausschnitte]

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Srebrenica-Gedenken
Am 13. Juli beteiligten sich rund 430 Menschen an einem #Srebrenica-Gedenkmarsch – in Erinnerung an alle Opfer des Massakers von Srebrenica im Juli 1995, bei dem mehr als 8000 Menschen getötet worden waren. [Redenausschnitt]

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Gedenken an Genozid an Roma und Sinti
Am 2. August wurde des Genozids an den Roma und Sinti durch den Nationalsozialismus gedacht, unter anderem am Ceija-Stojka-Platz.|

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Hiroshima-Gedenken
Am 6. August beteiligten sich anlässlich des Jahrestags des Atombombenabwurfs auf Hiroshima rund 80 Menschen am jährlichen Laternenzug für eine Welt ohne Atomwaffen vom Stephansplatz zum Teich am Karlsplatz. Nur wenige Tage davor, am 2. August wurde der INF-Vertrag über nukleare Mittelstreckenrakten von den USA und Russland gekündigt. [Redenausschnitte]

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Protest gegen drohende Besetzung Rojavas
Am 10. August protestierten 70–80 Menschen vor der Staatsoper in Wien gegen eine drohende Besetzung Rojavas durch die Türkei nach der Einigung von USA und Türkei auf Einrichtung einer so genannten Sicherheitszone im Norden Syriens.

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Radlobby-Flashmob auf Uraniakreuzung
Am 13. August zeigte die Radlobby Wien mit einem Flashmob, an dem rund 100 Menschen teilnahmen, dass die für den Autoverkehr optimierte Uraniakreuzung lediglich von 108 Radfahrer*innen pro Stunde überquert werden könnte, wenn sich alle Radfahrer*innen an die ebenfalls für den Autoverkehr optimierte Straßenverkehrsordnung halten würden. Ein stundenlanger Fahrradstau wäre – wie beim Flashmob – die Folge. Radlobby-Sprecherin Ines Ingerle sagte uns dazu: [Interview]

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Protest gegen Abbrennen des Regenwalds
Am 27. August demonstrierten vor der brasilianischen Botschaft in Wien rund 600 Menschen gegen die verheerenden Brandrodungen und die Vernichtung des Regenwalds in Brasilien sowie gegen die dafür politisch und ökonomisch Verantwortlichen in aller Welt. [Redenausschnitt]
Am 5. September, an dem zu einem „Global Act for Amazonas“ aufgerufen worden war, fand im Sigmund-Freud-Park dazu ein Klima-Friedensfest statt.

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Rechtsextremer Fackelzug in Wien – und antifaschistische Proteste dagegen
Rund 200 Menschen beteiligen sich am 6. September, am Vorabend eines angekündigten rechtsextremen Fackelzugs in Wien an einer antifaschistischen Warm-up-Demo.

Und am 7. September verhinderten schließlich hunderte Antifaschist*innen, dass Rechtsextreme den von ihnen angekündigten Fackelzug vom Kahlenberg zum Leopoldsberg durchführen konnten. Den Antifaschist*innen gelang es, alle wichtigen Zufahrtsrouten auf den Kahlenberg, sowohl von Grinzing als auch von Klosterneuburg, zu blockieren.

Aufgerufen dazu haben unter anderem Autonome Antifa [W], Plattform Radikale Linke und Offensive gegen rechts.
Warum sie den rechtsextremen Marsch verhindern wollten, erklärte bereits vorher Stefan von der Radikalen Linken in einem Interview für das Nachrichtenmagazin ANDI vom 6. September:
[Interview]

Nachdem die Rechtsextremen nicht auf den Kahlenberg fahren konnten, verlegten sie ihren Fackelzug in die Wiener Innenstadt. Ein Sprecher der Rechtsextremen bezeichnete dies als List und Tücke, wie sie auch von ihren historischen Vorbildern 1683 angewendet worden waren.
[Ausschnitt Rede bei der Freyung]

Die Identitären trafen sich zuerst bei der Mölker Bastei und zogen dann von der Freyung zum wohl auch nicht zufällig ausgewählten Karl-Lueger-Platz. Mit dabei beim Fackelzug war auch die nicht amtsführende Stadträtin der FPÖ, Ursula Stenzel. Sie war auch in der Vergangenheit schon immer wieder bei rechtsextremen Versammlungen aufgetreten, wie etwa bei den jährlichen Märschen für die Familie, die als Protest gegen die Regenbogenparade abgehalten werden. Auf einer von Identitären organisierten Demonstration hatte sie bis zum 7. September allerdings nicht gesprochen.
[Ausschnitte Rede von Ursula Stenzel]
Die komplette Rede von Ursula Stenzel ist >hier< dokumentiert.

Auch wenn Ursula Stenzel es nicht wahrhaben wollte, dass es bei der Versammlung um eine – wie er es nannte – identitäre Renaissance gehe, machte der Sprecher der Identitären Bewegung Philipp Huemer deutlich: [Ausschnitt Rede von Philipp Huemer]

Antifaschist*innen gelang es übrigens auch in der Innenstadt den rechtsextremen Fackelzug zumindest mit Sprechchören zu konfrontieren. Beim Luegerplatz wurden die Antiaschist*innen von der Polizei mit Hunden vertrieben.

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Music4HumanRigts
Am 11. September gab es am Minoritenplatz wieder Music4HumanRights. Damit sich die Geschichte von Türkis-Blau, von Korruption, Menschenverachtung, Hetze, geschürtem Hass und von reihenweisen Einzelfällen nicht wiederhole, solle vor den Wahlen an die Folgen türkisblauer Politik erinnert werden, hieß es im Aufruf. Am Dienstag, dem 17. September und am Mittwoch, den
m 25. September wird neuerlich gesungen, jeweils um 16:30 am Minoritenplatz. Und auch bei der Großdemo gegen Schwarzblau, die sich am 21. September um 14 Uhr am Christian-Broda-Platz trifft.

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Wieder Donnerstag
Am 12. September war wieder Donnerstag. Die Donnerstagsdemo kehrte noch einmal vor der Neuwahl des Nationalrats zurück, und das gleich dreifach. Vom Praterstern begaben sich rund 250 bis 300 Menschen unter dem Titel RollDo auf Fahrrädern, Rollern und was sonst noch rollen konnte zum Ballhausplatz, vom Keplerplatz demonstrierten rund 450 bis 500 Leute als RufDo zu Fuß zum Ballhausplatz, und über 1000 Personen tanzten mit RaveDo vom Yppenplatz zum Ballhausplatz. [Redenausschnitte]

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Freiheit für Hatime Azak
Am 13. September protestierten nach Angaben der Demonstrant*innen 12 Personen vor der deutschen Botschaft in Wien für die Freilassung des Vorstandsmitglieds der anatolischen Föderation in Österreich Hatime Azak. Sie hat in Österreich vor rund 14 Jahren politisches Asyl erhalten, da sie in der Türkei politischer Verfolgung ausgesetzt war. Vor rund vier Wochen war sie an der deutschen Grenze aufgrund eines türkischen Haftbefehls festgenommen worden.

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Transdanubische Critical Mass
Am 14. September beteiligten sich 63 Menschen an einer transdanubischen #CriticalMass und radelten vom Pius-Parsch-Platz in Floridsdorf nach Hirschstetten, kreuz und quer und zurück.

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SOS Nordbahnhalle
Rund um die seit Ende Juli geschlossene Nordbahnhalle im Stadtentwicklungsgebiet am Gelände des ehemaligen Frachtenbahnhofs Wien Nord, die zuletzt als Zentrum für Nachbarschaft, Kultur und sozialen Austausch genutzt worden ist, bemühen sich Aktivist*innen der dazu gegründeten IG Nordbahnhalle, den Abriss der Nordbahnhalle zu verhindern. Seitens der Stadt Wien wurde eine Nachdenkpause ausgerufen. Vorerst werde, wie gefordert, der hintere Teil der Nordbahnhalle nicht abgerissen, wurde angekündigt. Die IG Nordbahnhalle versucht, den Erhalt des hinteren Teils der Nordbahnhalle dauerhaft zu sichern. Informationen dazu gibt es auf ig-nordbahnhalle.org.

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https://cba.fro.at/424076

Das war die WiderstandsChronologie. Auf Wiederhören.

 Posted by on So., 15. September 2019 at 19:41
Sep 082019
 

Am 7. September zogen 320 Rechtsextreme mit Fackeln durch die Wiener Innenstadt.
Eigentlich hatten die Rechtsextremen ja wieder einen Fackelzug am Kahlenberg angekündigt gehabt. Da die antifaschistischen Demonstrationen heuer aber beide Zufahrtsrouten zum Kahlenberg, sowohl von Grinzing als auch von Klosterneuburg blockierten, wurde der Fackelzug in die Innenstadt verlegt. Am kurzfristig bekannt gegebenen Treffpunkt bei der Mölker-Bastei wurde um 19:15 verkündet, dass der Fackelzug bei der Freyung starte. Dort wurden dann Fackeln ausgegeben und um 19:42 wurde losgezogen. Bereits zwei Minuten später, bei der Strauchgasse, traf der Fackelzug auch auf dieser Ausweichroute auf erste antifaschistische Sprechchöre: „Alerta, Alerta, Antifascista!“ und „Nazis raus!“ Auch bei der Abschlusskundgebung am wohl nicht zufällig gewählten Dr.-Karl-Lueger-Platz waren antifaschistische Rufe zu hören. Die Antifaschist*innen wurden aber von der Polizei mit Hunden vertrieben. Geredet haben bei der Abschlusskundgebung neben einem Identitären auch Ursula Stenzel (nicht amtsführende Stadträtin der FPÖ) und Christian Zeitz (Wiener Akademikerbund, bekannt u. a. vom homophoben und misogynen katholisch-fundamentalistischen „Marsch für die Familie“, der alljährlich gegen die Regenbogenparade abgehalten wird).

Vorabtondokument:
Die Rede von Ursula Stenzel beim rechtsextremen Fackelzug:

https://cba.fro.at/423448

 Posted by on So., 8. September 2019 at 00:12
Jul 062019
 

Willkommen bei der letzten WiderstandsChronologie vor einer Sommerpause – mit Beiträgen unter anderem über die letzte Donnerstagsdemo vor der Sommerpause, Solidarität mit Carola Rackete und allen Seenotretter*innen, Seebrücken für das Recht auf Flucht sowie über dezentrale Klimastreiks während der Ferien.

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Mit einem Open-Space-Forum im Bruno-Kreisky-Park, bei dem diskutiert wurde, was weiter getan werden könnte, und einer für Donnerstagsdemos verhältnismäßig kleinen Demo mit weniger als 350 Teilnehmer*innen ging auch die Donnerstagsdemo am 27. Juni in die Sommerpause. Oder auch nicht. [Redenausschnitte]

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Am 28. Juni demonstrierten rund 340 Menschen beim Schulschlussstreik gegen die Klimakatastrophe in Wien vom Rathaus zum Heldenplatz.

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Am 2. Juli demonstrierten rund 1800 Menschen in Wien für Freiheit für die Kapitänin der Seawatch 3, Carola Rackete, der in Italien bis zu 15 Jahre Haft drohen, nachdem sie gerettete schiffbrüchige Geflüchtete in den sicheren Hafen von Lampedusa gebracht hatte. Außerdem wurde die Entkriminalisierung der Seenotrettung gefordert. [Redenausschnitte]

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Am 3. Juli wurde vor dem Ausweichquartier des Parlaments gegen einen Entschließungsantrag von ÖVP und FPÖ protestiert, in dem die Bildungsministerin ersucht wird, „die erforderlichen Schritte einzuleiten, damit eine altersgerechte und weltanschaulich neutrale Sexualerziehung ohne Beiziehung von schulfremden Personen oder Vereinen sondern durch an der Schule wirkenden Pädagoginen und Pädagogen sichergestellt ist.“
Damit werde, so die protestierenden Organisationen und Bündnisse #redmadrüber, #KeinenMillimeter, Frauen*Volksbegehren, Österreichischer Frauenring und Bundesjugendvertretung, eine wichtige Säule der Sexualpädagogik gefährdet, weil damit Vereine und professionelle externe Fachkräfte an Schulen verboten würden. Sie forderten die Beibehaltung und den Ausbau einer qualitätsvollen Sexualpädagogik unter Einbindung von Experten und Expertinnen.
Dennoch: Der Entschließungsantrag von ÖVP und FPÖ wurde mit den Stimmen von ÖVP und FPÖ beschlossen.
Gleichzeitig demonstrierten am 3. Juli Fridays-for-Future-Aktivist*innen ebenfalls am Josefsplatz, um die Nationalratsabgeordneten auf dem Weg zu ihrer Sitzung aufzufordern, den Klimanotstand auszurufen.

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Die Klimakrise kenne weder Ferien noch Bezirksgrenzen, sagt Fridays for Future Wien, und deshalb findet der Wiener #Klimastreik jetzt jeden Freitag in einem anderen Bezirk statt. Am Freitag, den 5. Juli, demonstrierten rund 210 Menschen vom Reumannplatz zum Antonspark in Wien 10.
Der nächste Klimastreik findet am Freitag, dem 12. Juli, von 19 bis 20 Uhr am Yppenplatz in Ottakring statt. [Redenausschnitte]

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In 80 Städten in ganz Europa gingen am Samstag, den 6. Juli, solidarische Menschen auf die Straßen, um das #RechtAufFlucht zu verteidigen.
In Wien beteiligten sich nur rund 31 Personen an einem Sit-In am Gehsteig des Burgrings, zu dem die Seebrücke Wien aufgerufen hatte.
Über die Seebrücke gibt es im Anschluss an diese WiderstandsChronologie in Radio Widerhall zu hören. [Redenausschnitt]

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Zumindest bis Ende Juli kann noch der Abriss der Nordbahnhalle verhindert werden. Unter dem Titel „SOS Nordbahnhalle“ werden Unterstützungen für den Erhalt dieser Begegnungs- und Veranstaltungshalle im Stadtentwicklungsgebiet auf dem ehemaligen Frachtenbahnhof Wien Nord gesammelt. Mehr Informationen gibt es auf ig-nordbahnhalle.org.

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https://cba.fro.at/417487

Das war die letzte WiderstandsChronologie vor einer Sommerpause.
Auf Wiederhören im September.

 Posted by on Sa., 6. Juli 2019 at 19:09
Jun 222019
 

Willkommen bei der WiderstandsChronologie

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Zur EuroPride gab es am Donnerstag, den 13. Juni noch einmal eine Donnerstagsdemo. Und so war am 13 Juni wieder mal QueerDo. 1000 bis 1200 Menschen demonstrierten mit, von der Uni bis zur Türkis Rosa Lila Villa. [Ausschnitt Reden]
Am 20. Juni gab es keine Donnerstagsdemo. Am Donnerstag, dem 27. Juni soll ab 18 Uhr im Bruno-Kreisky-Park gemeinsam miteinander darüber diskutiert werden, was bis zur Neuwahl des Nationlrats gemacht werden kann. Dann ist Sommerpause bis 12. September.

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Höhepunkt der EuroPride war am 15. Juni die Regenbogenparade um die Ringstraße, zu der hunderttausende Menschen kamen. Bei der Abschlusskundgebung sprachen unter anderem die HOSI-Wien-Obleute Lui Fidelsberger und Moritz Yvon sowie auch der Bundespräsident. [Ausschnitte Reden]

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Während am 15. Juni Hunderttausende Lesben, Schwule, Bisexuelle, Heterosexuelle, Trans-, Cis-, Inter- und queere Personen gemeinsam für Akzeptanz, Respekt und gleiche Rechte in Österreich, Europa und auf der ganzen Welt über die Ringstraße zogen, demonstrierten auch euer wieder rund 200 Menschen beim diesmal vom Ballhausplatz zum Stephansplatz führenden „Marsch für die Familie“ gegen das, was sie Genderwahn nannten. Die nicht amtsführende FPÖ-Stadträtin Ursula Stenzel meinte trotzdem, dass die Teilnehmer*innen des Marsches für die Familie mehr waren. Neben Stenzel und Vertreter*innen rechter reigiöser Gruppen und von Gegner*innen des Rechts auf Abrteibung sprach bei dem sich katholisch darstellenden Marsches für die Familie auch wieder unter anderem der ehemalige österreichische Pegida-Sprecher Georg Immanuel Nagel.
[Ausschnitte Reden]
Dem Marsch für die Familie voraus gingen Menschen, die mit Flugblättern Passant*innen informierten, was ihnen da in Kürze bevorstand. „Liebe Passant*innen. In wenigen Minuten werden hier Mitglieder der extremen Rechten und christliche Fundamentalist*innen gegen die Regenbogenparade demonstrieren. Nehmt euch doch ein paar Minuten Zeit und zeigt diesen Menschen durch eure Mimik und Körpersprache, dass Wien eine weltoffene Stadt ist und deren ewiggestrige Einstellungen heutzutage keinen Platz mehr haben.“, stand auf den Zetteln. Viele der Passant*innen begrüßten in der Folge den Marsch für die Familie mit Buhrufen.
Am Stephansplatz wurden Gegner*innen des rechten Aufmarsches eingekesselt und hinter einer Wagenburg aus – laut Informationen der Rosa Antifa Wien – 34 Polizeifahrzeugen abgeschirmt. Vier der Pro-Choice und LGBTIQ+-Aktivist*innen wurden festgenommen. Erst gegen 22 Uhr konnte die Rosa Antifa Wien von der Freilassung der letzten Person berichten.

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Seit 2. oder 3. Juni befinden sich Geflüchtete im so genannten Ausreisezentrum am Bürglkopf in Fieberbrunn (Tirol) im Hungerstreik. Sie protestieren gegen die dortigen Bedingungen und fordern die Schließung des Lagers in Fieberbrunn sowie der zweiten bundesbetreuten “Rückkehreinrichtung” in Schwechat und eine Wiederaufnahme ihrer Asylverfahren!
Am 17. Juni demonstrierten rund 100 Menschen vor dem Innenministerium in Wien Solidarität mit den Hungerstreikenden in Fieberbrunn und gedachten einem in der Nacht auf 12. Juni in Wien in Schubhaft Verstorbenen.
Ein Aktivist des Wiener Unterstützer*innenkreises erklärte im Nachrichtenmagazin ANDI auf ORANGE 94.0 gegenüber Darian Kastenmüller: [Ausschnitt Interview]

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Rund 550 überwiegend junge Menschen bildeten am 21. Juni im Rahmen des freitäglichen Klimastreiks eine Menschenkette (fast) ums Rathaus, um ihrer Forderung nach Ausrufung des Klimanotstands durch die Stadt Wien Nachdruck zu verleihen. [Ausschnitte Reden]

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https://cba.fro.at/410816

Das war die WiderstandsChronologie. Auf Wiederhören.

 Posted by on Sa., 22. Juni 2019 at 17:13
Jun 082019
 

Willkommen bei der WiderstandsChronologie

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Am 7. Mai wurde auf der Wiener Ringstraße beiderseits des Burgtors die Ausstellung „Gegen das Vergessen“ mit Bildern von Überlebenden der Shoah eröffnet. Bereits kurz danach wurden einige Bilder mit Hakenkreuzen und antisemitischen Texten beschmiert. Insgesamt drei Mal wurde die Ausstellung innerhalb weniger Tage Ziel antisemitischer Angriffe. In der Nacht auf den 27. Mai wurden mehrere Bilder zerschnitten. Spontan entschlossen sich daraufhin Young Caritas, Katholische Jugend, Muslimische Jugend Österreich, Jüdische österreichische Hochschülerinnenschaft und der Theaterverein Nesterval, die Bilder zu reparieren und fortan bis zu ihrem geplanten Abbau am 31. Mai auf sie aufzupassen. [Interview mit dem Künstler Luigi Toscano, Interview mit bzw. Statement von aufpassenden Jugendlichen]

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Nachdem am 27. Mai der Nationalrat der gesamten Regierung Kurz das Misstrauen ausgesprochen hatte, wurde am Ballhausplatz wieder mal gefeiert. Vermutlich wegen des Regens kamen aber nur rund 150 Menschen. Deutlich mehr waren es am darauffolgenden Donnerstag.

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Am 30. Mai kamen zwischen 10.000 und 20.000 Menschen zur Donnerstagsdemo auf den Ballhausplatz, wo diesmal zusammen unter anderem zusammen mit den Vengaboys das Ende der rechtsextremen Regierung gefeiert wurde. [kurze Ausschnitte]

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Am 31. Mai demonstrierten rund 16.000–21.000 Menschen mit #FridaysForFuture und GretaThunberg auf der Ringstraße in #Wien gegen Klimakrise und für Biodiversität. [kurze Ausschnitte]
Außerdem fand unter dem Motto „Erobern wir uns die Stadt von den Autos zurück!“ auf Initiative des Klimacamps in Obersdorf auch ein Klima-Aktionstags in Wien statt. Gerhard Starcevic hat für Radio Widerhall darüber mit einem Sprecher des Klimacamps gesprochen.
[Interview]

Eine mehrstündigen Blockade des Autoverkehrs bei der Urania, die Straßenbahn wurde übrigens nicht behindert, wurde von der Polizei gewalttätig beendet. Rund 100 Personen wurden festgenommen. Mehrere verletzt.

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1. Juni 2019 in Wien.
1979, kurz nach der islamischen Revolution im Iran, hat Ayatollah Khomeini den sogenannten „Al-Quds-Tag“ eingeführt. Al Quds ist der arabische Namen von Jerusalem. Seitdem werden jedes Jahr Demonstrationen für die „Befreiung Jerusalems, von der zionistischen Besatzung“ durchgeführt, im Iran, in vielen anderen Städten, und auch in Wien, wo heuer aber nur rund 150 Menschen zu einer Kundgebung am Grabens beim Josefsbrunnen zusammenkamen. Voriges Jahr haben wir beim Al-quds-Marsch in Wien noch 460 Teilnehmende gezählt.
Knapp 200 Menschen demonstrierten, ebenfalls am Graben, aber 150 Meter südöstlich beim Leopoldsbrunnen, gegen die Al-Quds-Kundgebung und gegen Antisemitismus.
[Redenausschnitte]
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Am 2. Juni nahmen rund 75 Menschen am inzwischen 3. IftarAgainstDeportations in Wien – diesmal am Heldenplatz – teil.
[kurzer Redenausschnitt]

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Rechte und Respekt für Sexarbeiter*innen
Der 2. Juni ist internationaler Hurentag. In Wien wurde er heuer ausnahmsweise erst am 4. Juni begangen, mit der jährlichen Kundgebung für Respekt und Rechte für Sexarbeiter*innen am Urban-Loritz-Platz. [kurze Ausschnitte]

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Gegen Polizeigewalt
Nach dem gewalttätigen Vorgehen gegen Klimaaktivist*innen bei der Blockade von Ende Geländewagen am 31. Mai bei der Urania demonstrieren am Donnerstag, den 6. Juni mehr als 2000 Menschen in Wien gegen Polizeigewalt. [kurze Redenausschnitte]

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Mit den Namen von Straßen, Plätzen, Parks, Gemeindebauten, und auch mit Denkmälern werden bis heute von der Stadt Wien Antisemit*innen, Nationalsozialist*innen und deren Wegbereiter*innen geehrt. Eine Büste des glühenden Verehrer von Adolf Hitler, Josef Weinheber am Schillerplatz bei der Akademie der bildenden Künste, wurde 2013 schon einmal ausgegraben. Auf Initiative der Plattform Geschichtspolitik wurde die damalige Intervention zur nun dauerhaften Installation. Rund um die Büste wurde Erde abgetragen, das Fundament freigelegt. Das derart umgestaltete Denkmal wurde heute, am 7. Juni eröffnet. Zur Freude unter anderem von Rektorin Eva Blimlinger: [kurzer Redenausschnitt]
Gedankt wurde auch jenen Aktivist*innen, die 2013 mit ihrer Intervention die Umgestaltung des Denkmals ins Laufen gebracht haben. Es sollte aber nicht die einzige Intervention bleiben. In der Nacht vor der Eröffnung des umgestalteten Denkmals wurde die Büste mit Farbe überschüttet. Die Farbe wurde vor der Feier entfernt. Die Auseinandersetzung ist damit aber nicht vorbei, meinte auch Martina Taig von der Kunst-im-öffentlichen-Raum-GesmbH. [kurzer Redenausschnitt]

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Music4HumanRights hat nach dem Ende der schwarzblauen Bundesregierung die regelmäßigen singenden Proteststunden am Minoritenplatz vorläufig eingestellt, voraussichtlich bis zwei Wochen vor den Neuwahlen. Außer es tritt wieder ein Anlass ein, um doch wieder zu singen.
Der Klimastreik findet weiterhin jeden Freitag um 5 vor 12 statt, die nächsten beiden Male beim, vermutlich hinter dem Rathaus, der genaue Ort wird auf fridaysforfuture.at bekanntgegeben.
Und die Donnerstagsdemo findet zumindest noch am 13. Juni statt. Da ist anlässlich von EuroPride wieder QueerDo. Treffpunkt ist am Donnerstag, den 13. Juni bei der Uni Wien.

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https://cba.fro.at/409068

Das war die WiderstandsChronologie.
Auf Wiederhören.

 Posted by on Sa., 8. Juni 2019 at 20:04