Jul 032021
 

+++ Regenbogenparade +++ Rechtsextremer Marsch für die Familie +++ Raddemos durch schwarze Löcher im Radwegenetz +++ Demo gegen Lehrer*innenstunden-Neuvergabe +++ Demo gegen Lobauautobahn +++

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19. Juni 2021: Regenbogenparade

Die Regenbogenparade am 19. Juni stellte heuer wieder den Höhepunkt von Vienna Pride dar, diesmal ohne kommerzielle LKWs, sondern zu Fuß oder mit Fahrrad.

[Redenausschnitt]

Der „Moment des Gedenkens“ fand heuer während der Abschlusskundgebung am Rathausplatz statt. Dabei kam es zu einer Störaktion durch Rechtsextreme, die mit einem Transparent auf der Videowall, Pyrotechnik und Flugzettelregen Aufmerksamkeit erregen wollten.

[Tonausschnitt]

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19. Juni 2021: Rechtsextremer „Marsch für die Familie“

Gleichzeitig mit der Regenbogenparade fand auch heuer wieder eine Gegendemonstration von rund 220 rechtsextremen katholischen Fundamentalist*innen unter dem Titel „Marsch für die Familie“ statt. [Redenausschnitte]

Gegen den rechtsextremen Marsch für die Familie gab es wiederum vom Treffpunkt Stephansplatz bis zum Endpunkt am Ballhausplatz laute Gegen-Gegenproteste.

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25. und 28. Juni 2021: Raddemos durch schwarze Löcher im Radwegenetz

Die Brünner Straße sei eines von vielen schwarzen Löchern des Wiener Radwege-„Netzes“, das aus mehr unzusammenhängenden Lücken als Verbindungen bestehe, befanden Radlobby und PlatzFuerWien und riefen auf zur Odyssee in Floridsdorf. Rund 60 Radler*innen beteiligten sich am 25. Juni daran. [Interview, Redenausschnitt]

Am 28. Juni fand eine weitere solche Fahrraddemonstration in der Reinprechtsdorfer Straße gegen ähnliche schwarze Löcher im Radwegnetz im 5. Bezirk statt. Motto diesmal: Das Imperium hupt zurück.

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25. Juni 2021: Kundgebung gegen LGBTIQA+feindliches Gesetz in Ungarn

Ebenfalls am 25. Juni demonstrierten nach Angaben von Markus Sulzbacher mehr als 100 Personen vor der ungarischen Botschaft gegen das neue Gesetz in Ungarn, das Information über Homosexualität verbietet.

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26. Juni 2021: Demo gegen Faschismus und Patriarchat ein Jahr nach faschistischen Angriffen in Favoriten

Am 26. Juni demonstrierten – nach Angaben von WienTV und Michael Bonvalot – 500 bis 600 Personen im 10. Bezirk gegen Faschismus und Patriarchat. Anlass dafür waren Angriffe auf feministische und antifaschistische Kundgebungen und Demonstrationen durch Erdogan-Anhänger*innen und andere Faschist*innen vor einem Jahr.

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27. Juni 2021: Gedenken an Opfer von Polizeigewalt in Tschechien

Am 27. Juni fand am Platz der Menschenrechte eine Mahnwache im Gedenken der Opfer von Polizeigewalt in Tschechien und für Gerechtigkeit für Stanislav Tomáš statt.

Der Rom Stanislav Tomáš war am 19. Juni in Tschechien vom einem Polizisten getötet worden, der mehr als sechs Minuten auf seinem Hals gekniet haben soll.

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28. Juni 2021: Demo gegen die neue Vergabe von Lehrer*innen-Stunden an Pflichtschulen

Danke an Eva Neureiter für diesen Bericht:

Rund 2000 Kinder, Eltern und Lehrer*innen [Angaben von Eva; Anm.] versammelten sich am Montag, den 28.6.2021 beim Rathaus, um gegen die neue Vergabe von Lehrer*innen-Stunden zu demonstrieren.

Der Protest richtete sich gegen Stadtrat Wiederkehr und die Bildungsdirektion Wien, die unter den Schlagwörtern „Reform“ und „Transparenz“ ein großes Sparpaket umsetzen.

Die neue Vergabe von Lehrer*innenstunden erfolgte so knapp, dass an Schulen nicht einmal die stundenplanmäßigen Unterrichtsstunden abgedeckt werden können. Förderstunden werden gestrichen, Projekte wie die Mehrstufenklassen müssen aufgelöst werden, Integrationsklassen wird die Arbeit erschwert, künftig sollen bis zu 20 Kinder in einer Deutschförderklasse sitzen.

Die Demonstration zog vom Rathaus über den Ring zur Bildungsdirektion und zum Bildungsministerium. Weder der Bildungsdirektor Himmer noch der

Stadtrat Wiederkehr wollten mit den jungen Demonstrant*innen sprechen.

An der OVS Zennerstraße wurde der Schulsong zum Protestsong umgeschrieben.

Zu Redaktionsschluss sagte Stadtrat Wiederkehr zwar zusätzliche Lehrer*innen-Stunden zu. allerdings weit unter der bisherigen Zahl (und im kommenden Jahr gibt es in Wien MEHR und nicht weniger Schüler*innen und Klassen).

[gebauter Beitrag]

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1. Juli 2021: Protest gegen Femizide/Feminizide und gegen Austritt der Türkei aus Istanbul-Konvention

Am 1. Juli wurde, nachdem am 26. Juni ein 13-jähriges Mädchen getötet worden war, neuerlich gegen Femizide bzw. Feminizide demonstriert. Danach fand eine Kundgebung der Fauensolidarität in Europa gegen den Austritt der Türkei aus der Istanbul-Konvention, dem Übereinkommen des Europarats zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt statt.

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2. Juli 2021: Demonstration gegen Lobauautobahn und damit zusammenhängende Straßenbauprojekte

Am 2. Juli demonstrierten zwischen 1600 und 1900 Menschen neuerlich gegen Lobauautobahn, Lobautunnel, Stadtstraße Aspern, Spange Seestadt, Marchfeldschnellstraße und deren Zubringerstraßen – für eine gerechte Mobilitätswende, die allen Menschen zugutekommt!

[Redenausschnitt]

Eine ungeschnittene Aufzeichnung (fast) aller Reden auf dieser Demonstration kann — hier — angehört werden.

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2. Juli 2021: Demo gegen rechtsextreme Kundgebung vor Asylzentrum der Caritas in Wien 10

Ebenfalls am 2. Juli demonstrierten Antifaschist*innen im 10. Bezirk gegen eine Kundgebung identitärer Rechtsextremer vor dem Asylzentrum der Caritas in der Inzersdorfer Straße.

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2. Juli 2021: Gedenken an die Ermordeten von Sivas 1993

Am Abend des 2. Juli fand am Stephansplatz ein Gedenken an die Ermordeten von Sivas 1993 statt.

Vor 28 Jahren, am 2. Juli 1993, waren in Sivas 33 Teilnehmer*innen eines alevitischen Festivals und zwei Mitarbeiter*innen des Hotels, in dem die Feierlichkeiten stattgefunden hatten, durch einen Brandanschlag ermordet worden.

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2. Juli 2021: Kundgebung gegen Kinderarmut

Und, auch am Abend des 2. Juli, fand am Karlsplatz eine Kundgebung der Volkshilfe gegen Kinderarmut statt.

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Außerdem …

… gab es unter anderem jeden Donnerstag weiterhin Kundgebungen gegen die Regierung, Donnerstage für das Donaufeld und jeden Freitag Mahnwachen für den in Saudi-Arabien inhaftierten Menschenrechts-Blogger Raif Badawi.

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https://cba.fro.at/507489

Das war die WiderstandsChronologie.

Auf Wiederhören.

 Posted by on Sa., 3. Juli 2021 at 16:46
Jun 192021
 

+++ Black Lives Still Matter +++ Gegen Platzverbote und Polizeigewalt +++ Gehzeugdemo für Mobilitätswende +++ Hungerstreik einer XR-Aktivistin +++ Gegen A1-Unterstützung von Menschenrechtsverletzungen in Belarus +++ Umbrella March +++

Willkommen bei der WiderstandsChronologie

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5. Juni 2021: Black Lives Still Matter

Am 5. Juni – ein Jahr und einen Tag nach der großen Wiener Black-Lives-Matter-Demo mit rund 40.000 Teilnehmer*innen vom 4. Juni 2020 – gingen in Wien wieder an die 1000 Menschen gegen strukturellen Rassismus auf die Straße.
[Redenausschnitte]

(Eine vollständige Aufzeichnung aller Reden kann – hier – gehört werden.)

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6. Juni 2021: Gegen Platzverbote und Polizeigewalt

Nachdem die Polizei am 4. Juni am Karlsplatz Party feiernde Jugendliche angegriffen hatte und am 5. Juni ein Platzverbot über den Karlsplatz und den Resselpark verhängt sowie die Wege entlang des Donaukanals abgesperrt hatte, protestierten am 6. Juni am Karlsplatz rund 200 Menschen gegen Platzverbote und Polizeigewalt.
[Redenausschnitte]

(Eine vollständige Aufzeichnung aller Reden kann – hier – gehört werden.)

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11. Juni 2021: Gehzeugdemo für Mobilitätswende

Am 11. Juni beteiligten sich rund 110 Personen an einer „Gehzeug“-Demo vom 3. in den 1. Bezirk für eine Verkehrswende. Speziell richtete sich die Demonstration gegen #Lobauautobahn, Stadtstraße Aspern, Spange Seestadt und Marchfeldschnellstraße sowie die 3. Piste des Flughafens Wien.

[Redenausschnitte]

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Seit 1. Juni 2021: Hungerstreik einer XR-Aktivistin

Seit 1. Juni befindet sich eine Extinction-Rebellion-Aktivistin im Hungerstreik gegen „Ökozid“ und mittlerweile auch gegen Korruption – zumeist am Heldenplatz. Seit 15. Juni beteiligt sich auch eine Person von Robin Foods am Hungerstreik.

[Ausschnitt aus einer Rede der hungerstreikenden Aktivistin bei der Gehzeugdemo]

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12. Juni 2021: Feministischer Raub-Aktionstag

Der geschlechtsspezifische Gesamteinkommensunterschied beträgt 44,9 % – umgerechnet auf die Tage eines Jahr entsprechen 44,9 Prozent dem 12. Juni. Feministinnen nennen den geschlechtsspezifischen Gesamteinkommensunterschied Raub und veranstalteten daher am 12. Juni einen Raub-Aktionstag am Viktor-Adler-Platz. Den Abschluss bildete eine Demo mit rund 70 Personen. An der den ganzen Nachmittag dauernden Kundgebung am Viktor-Adler-Platz hatten freilich insgesamt viel mehr Menschen teilgenommen.

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16. Juni 2021: Kundgebung gegen A1-Unterstützung von Menschenrechtsverletzungen in Belarus

Am 16. Juni demonstrierten rund 30 Personen mit epicenter.works

vor der A1-Zentrale im 2. Bezirk gegen die A1-Unterstützung von Menschenrechtsverletzungen des Regimes in Belarus durch Internet-Sperren, Datenweitergaben und Investitionen.

[Interview mit Thomas Lohninger von Epicenter.works]

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18. Juni 2021: Umbrella March und Wochenende für Moria

Rund 180 Menschen beteiligen sich am 18. Juni am Umbrella March für eine menschliche Asylpolitik.

Der Umbrella March führte vom Heldenplatz über die ÖVP-Zentrale und das Polizeianhaltezentrum Hernalser Gürtel zum Yppenplatz, wo diesmal vom 18. bis 19. Juni wieder ein Wochenende für Moria abgehalten wurde.

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Außerdem:

… fanden jeden Donnerstag weiterhin Kundgebungen gegen die Regierung statt, Donnerstage für das Donaufeld und jeden Freitag Mahnwachen für den in Saudi-Arabien inhaftierten Menschenrechts-Blogger Raif Badawi.

Am 7. und 14. Juni wurde gegen den türkischen Drohnenangriff auf das Flüchtlings-Camp Mexmur/Machmur in den kurdischen Autonomiegebieten im Nordirak und gegen den Krieg der Türkei gegen Südkurdistan protestiert.

Am 9. Juni wurde gegen die Schließung der Unterkunft für Männer mit Fluchthintergrund „Haus Erdberg“ demonstriert.

Am 12. Juni fand die Kidical-Mass-Kinder-Fahrraddemo für kindergerechte Radinfrastruktur statt. Und am 18. Juni fand mit dem Naked Bike Ride die 15.Jahre-Jubiläumsfahrt der großen Schwester der Kidical Mass, der Critical Mass statt.

Am 16. Juni beteiligten sich nach Angaben von Sozial aber nicht blöd hunderte Menschen an einer Demonstration für einen Corona-Bonus für alle Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitsbereich.

Am 18. Juni fand eine Kundgebung in Solidarität mit Feminist*innen in Spanien statt, die dort zu Tausenden gegen patriarchale Gewalt und Femi(ni)zide auf die Straße gehen.

Ebenfalls am 18. Juni gab es eine Demonstration aus Protest gegen den bewaffneten Angriff auf die Zentrale der demokratischen Partei der Völker HDP in Izmir und die Ermordung der HDP-Aktivistin Deniz Poyraz.

Von 7. bis 20. Juni fand heuer wieder Vienna Pride statt. Höhepunkt war auch heuer die Regenbogenparade am 19. Juni. Gegen diese Regenbogenparade protestierten wieder rechtsextreme und katholische Fundamentalist*innen, und gegen diese Fundamentalist*innen demonstrierten wiederum queere Aktivist*innen. Ein Bericht darüber geht sich aber erst für die nächste WiderstandsChronologie aus.

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https://cba.fro.at/505542

Das war die WiderstandsChronologie. Auf Wiederhören.

 Posted by on Sa., 19. Juni 2021 at 22:58
Jun 052021
 

+++ KlimaPROTESTcamp +++ RADpaRADe +++ Proteste gegen Lobauautobahn +++ Gedenken an George Floyd+++ Gegen das Regime in Belarus +++

Willkommen bei der WiderstandsChronologie

 

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22.–29. Mai 2021: KlimaPROTESTcamp

Am 22. Mai wurde mit 100 Personen am Donaukanal bei der Augartenbrücke das Klima-Protestcamp 2021 eröffnet.

[Redenausschnitte]

Bis 29. Mai wurde im Rahmen des Klima-Protestcamps gegen den Klimawandel protestiert, Klimagerechtigkeit gefordert, wurden soziale Gerechtigkeit und ökologische Nachhaltigkeit verbunden, Bewegungsaufbau, Vernetzung und Bildung betrieben sowie direkte Aktionen diskutiert. Außerdem gab es Workshops, die an anderen Orten stattfanden.

An einem Aktionstag am 28. Mai wurde zusammen mit Gruppierungen wie „System Change, not Klimate Change“, „Fridays for Future“, „Extinction Rebellion“ und „Platz für Wien“gegen den Bau der Lobauautobahn protestiert und für eine Verkehrswende eingetreten. An einer Demonstration in der Innenstadt nahmen nach Angaben des Presseservice Wien 800 bis 1000 Menschen teil. Auf Donaukanalbrücken seien Transparente aufgehängt worden, die Aspernbrücke sei von rund 150 Aktivist*innen besetzt worden und als Autos dekorierten Boote seien den Donaukanal entlang gefahren, berichtete das Presseservice Wien. Die Besetzung der Aspernbrücke sei nach zirka 2 Stunden von der Polizei aufgelöst worden, so das Presseservice Wien.

Eine komplette Aufzeichnung der Eröffnung des KlimaPROTESTcamps kann hier gehört werden: https://cba.fro.at/501184

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30. Mai 2021: RADpaRADe

Am 30. Mai beteiligten sich rund 1200 Menschen an der inzwischen 10. Wiener RADpaRADe, die voriges Jahr allerdings nur virtuell im Internet stattfinden konnte. Heuer wurde wieder vom Burgtheater über die Ringstraße in den Prater und wieder zurück gefahren, um zu zeigen, dass Fahrbahnen nicht nur für Autos da sind.

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3. Juni 2021: Fahrraddemonstration gegen Lobauautobahn, Stadtstraße Aspern, Spange Seestadt und Marchfeldschnellstraße

Am 3. Juni fand eine neuerliche Fahrraddemonstration gegen Lobauautobahn, Stadtstraße Aspern, Spange Seestadt und Marchfeldschnellstraße, und für eine Verkehrswende statt. 650 bis 700 Menschen fuhren vom Praterstern über jenen heute noch idyllischen Platz in Hirschstetten, an dem künftig die Stadtstraße in den Untergrund abtauchen soll, zu jener Stelle am Rand von Süßenbrunn, wo möglicherweise bereits in den nächsten Wochen mit dem Bau der Lobauautobahn begonnen werden könnte, oder – anders ausgedrückt – wo vielleicht noch in diesem Sommer die Bauarbeiten an der Lobauautobahn blockiert werden.

Rund 30 weitere Personen (Zahlenangabe laut einer teilnehmenden Person) demonstrierten zu Fuß vom Bahnhof Süßenbrunn zur Abschlusskundgebung.
[Redenausschnitte]

Alle Reden auf der Fahrraddemo gegen Lobauautobahn, Stadtstraße Aspern, Spange Seestadt und Marchfeldschnellstraße können hier angehört werden: https://cba.fro.at/503229

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25. Mai 2021: Gedenken an George Floyd

Am 25. Mai beteiligten sich rund 250–300 Menschen beim Marcus-Omofuma-Stein an einer Kundgebung zum Gedenken an den vor einem Jahr ermordeten George Floyd und an alle anderen Opfer institutionalisierter rassistischer Gewalt.

Am 2. Juni fand ein Black Empowerment Bicycle Ride statt, und am 5. Juni eine Black-Lives-Matter-Demo, über die ich aber erst in der nächsten WiderstandsChronologie berichten kann.

[Redenausschnitte]

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29. Mai 2021: Solidarität mit der demokratischen Bewegung in Belarus

Am 29. Mai demonstrierten rund 120 Menschen am Platz der Menschenrechte in Wien in Solidarität mit der demokratischen Bewegung in Belarus gegen das Regime in Belarus.

[Redenausschnitte]

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Außerdem …

… demonstrierten am 28. Mai nach Angaben des Presseservice Wien etwa 40 Personen vor der Justizanstalt Wien-Simmering für eine Verbesserung der Haftbedingungen. Anlass dafür sei ein kürzlich entstandener Corona-Cluster im Gefängnis gewesen, so das Presseservice Wien.

Neben der Wiener Staatsoper nahmen am 30. Mai 150–200 Menschen an einer Kundgebung der „Palästina-Solidarität Österreich“ gegen eine „Vertreibung von PalästinenserInnen und der österreichischen Unterstützung dafür“ teil.

Am 2. Juni, dem internationalen Hurentag, wurden heuer wieder am Urban-Loritz-Platz die Rechte von Sexarbeiter*innen eingefordert.

Jeden Donnerstag fanden weiterhin Kundgebungen gegen die Regierung statt, jeden Freitag Mahnwachen für den in Saudi-Arabien inhaftierten Menschenrechts-Blogger Raif Badawi.

Und dann gab es sicherlich auch noch einiges mehr, über das ich es leider wieder nicht schaffte, zu berichten.

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https://cba.fro.at/503416

Das war die WiderstandsChronologie.

Auf Wiederhören.

 Posted by on Sa., 5. Juni 2021 at 20:01
Mai 222021
 

+++ Protest gegen rechtsextreme Kundgebung +++ Demonstrationen gegen Feminizide +++ Demonstrationen gegen Israel +++ Kundgebung gegen Antisemitismus +++ IDAHOBIT +++

Willkommen bei der WiderstandsChronologie.

Das jährliche Fest der Freude am Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus, dem 8. Mai, konnte auch heuer wegen der Corona-Pandemie nur online stattfinden. Nur kleinere Versammlungen wie Kranzniederlegungen u. a. beim Mahnmal am Morzinplatz oder ein Fest der Befreiung am Schwarzenbergplatz fanden trotzdem statt.

8. Mai 2021: Protest gegen rechtsextreme Kundgebung am Brunnenmarkt

Just an diesem 8. Mai hielten rund 50 identitäre Rechtsextreme am Brunnenmarkt eine Kundgebung ab. Vorgeblich um einer an diesem Ort vor 5 Jahren getöteten Frau zu gedenken. [Redenausschnitt]

Hunderte Antifaschist*innen protestierten gegen die rechtsextreme Kundgebung, anfänglich vor allem am Yppenplatz.

Viele Antifaschist*innen demonstrierten auch entlang der Polizeiabsperrungen neben der rechtsextremen Kundgebung. Und einige Anrainer*innen hängten Transparente aus den Fenstern.

Rund 40 bis 50 weitere Rechtsextreme, die von der U-Bahnstation Josefstädter Straße zur identitären Kundgebung ziehen wollten, wurden von hunderten Antifaschist*innen aufgehalten, zuerst in der Friedmanngasse, dann in der Brunnengasse, wie das Presseservice Wien berichtete. Da sie nicht durchkamen, wurden die Rechtsextremen schließlich von der Polizei wieder zurück zur U-Bahn eskortiert.

Bei der U-Bahn-Station Josefstädter Straße stürmte die Polizei unter Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray in die antifaschistische Demonstration, Eine antifaschistische Person wurde so schwer verletzt, dass sie mit der Rettung in ein Krankenhaus gebracht werden musste.

Danach kehrten die meisten Antifaschist*innen zuerst zum Yppenplatz zurück, und demonstrierten dann neben einer Polizeiabsperrung in der Brunnengasse. Dort griff die Polizei neuerlich Demonstrant*innen mit Pfefferspray an, berichtete das Presseservice Wien.

Erst längere Zeit nach Abschluss der rechtsextremen Kundgebung wurden die Teilnehmer*innen von der Polizei im Laufschritt zur U-Bahnstation Alser Straße begleitet.

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10. und 16. Mai 2021: Demonstrationen gegen Femizide/Feminizide

Nach neuerlichen Femiziden demonstrierten am 10. Mai wieder rund 500 Personen gegen Femizide und Feminizide. Dabei wendeten sich die demonstrierenden Feminist*innen auch gegen die rassistische Instrumentalisierung von Femiziden. [Redenausschnitt]

Da kein Femizid bzw. Feminizid mehr unbeantwortet bleiben soll, fand am 16. Mai bereits die nächste Demonstration dagegen statt, diesmal mit rund 300 Teilnehmer*innen.

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12. Mai 2021: Demonstration gegen Israel

Am 12. Mai zogen rund 2000–2500 Menschen u. a. „Intifada“, „Kindermörder Israel“, „Allahu akbar“ rufend durch die Mariahilfer Straße in Wien – laut Aufruf: gegen „die Vertreibung von PalästinenserInnen aus Jerusalem“. [Redenausschnitte]

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15. Mai 2021: Kundgebung gegen jeden Antisemitismus

Als Reaktion auf Gewaltaufrufe gegen Jüd*innen in den letzten Tagen, demonstrierten am 15. Mai mehr als 500 Menschen neben der Oper gegen jeden Antisemitismus. [Redenausschnitte]
Eine vollständige Aufzeichnung dieser Kundgebung kann –hier– angehört werden.

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21. Mai 2021: Kundgebung für Solidarität mit Palästina

Für den 21. Mai wurde zu einer Solidaritätskundgebung mit Palästina im Sigmund-Freud-Park aufgerufen. Im Aufruf dazu wurde auch erklärt, sich auch gegen Antisemitismus zu stellen, was vor Ort nicht wirklich sichtbar oder hörbar wurde. Anfänglich nahmen bis zu rund 200 Person daran teil. Nachdem später auch Teilnehmer*innen einer gleichzeitig stattgefundenen antiisraelischen Demonstration dort angekommen waren, stieg die Teilnehmer*innenzahl kurzzeitig auf rund 700 Menschen an. [Redenausschnitte]

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17. Mai 2021: Demonstration zum IDAHOBIT

Am 17. Mai, dem „IDAHOBIT“, dem internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie demonstrierten hunderte Menschen auf der Mariahilfer Straße gemeinsam gegen Diskriminierung. [Redenausschnitt]

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Außerdem

… fand von 8. bis 9. Mai wieder ein Wochenende für Moria statt, diesmal am Stephansplatz,

… am 21. Mai gab es nach langer Pause mal wieder eine Critical-Mass-Fahrraddemo,

… jeden Donnerstag gabs eine Donnerstagskundgebung gegen die Regierung,

… sowie Donnerstage fürs Donaufeld

… freitags Mahnwachen für Raif Badawi

und vieles mehr, über das ich es wieder nicht schaffte, hier zu berichten.

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https://cba.fro.at/500989

Das war die WiderstandsChronologie. Auf Wiederhören.

 Posted by on Sa., 22. Mai 2021 at 20:23
Mai 082021
 

+++ Fahrraddemo gegen Lobauautobahn, Stadtstraße Aspern, Spange Seestadt +++ Hausbesetzung am Rathausplatz +++ „Linke“ Kundgebung gegen Maßnahmen gegen Corona-Pandemie +++ MAYDAY +++ Demonstration gegen Feminizide +++ Protest gegen Abschiebung der Familie Kaya +++

Willkommen bei der WiderstandsChronologie …

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24. April 2021: Fahrraddemo gegen Lobauautobahn, Stadtstraße Aspern, Spange Seestadt

Rund 800 Menschen beteiligen sich am 24. April in Wien-Donaustadt an einer Fahrraddemo gegen Autobahnprojekte wie Lobauautobahn, Stadtstraße Aspern und Spange Seestadt. [Redenausschnitt]

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26. April 2021: Hausbesetzung am Rathausplatz

Bis zur letzten Minute versuchte das Team des Notquartiers in der Gudrunstraße mit Warnstreiks, Kundgebungen und Demonstrationen – zusammen mit vielen solidarischen Unterstützer*innen – die Schließung des Notquartiers Gudrunstraße zu verhindern. So fand auch am 26. April eine Kundgebung am Rathausplatz statt. Doch bei einer bloßen Kundgebung blieb es an diesem Tag nicht. Direkt neben der Kundgebung war bereits am Vormittag das Haus Rathausplatz 3 besetzt worden – aus Solidarität mit dem Team der Gudrunstraße und mit den Nutzer*innen der Einrichtung, aber auch um Forderungen Nachdruck zu verleihen, nach leistbarem Wohnen, einem Stopp von Abschiebungen, nach Bleiberecht für alle Geflüchteten, nach selbstverwalteten Räume, nach einem Ende von Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat und nach noch vielem mehr.

[Interview]

Gegen 19 Uhr begann die Polizei das Haus zu räumen.

 

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28. April 2021: „Linke“ Kundgebung gegen Maßnahmen gegen Corona-Pandemie

Am 28. April nahmen 400–500 Personen an einer von einer Plattform mit dem Namen „Demokratie und Grundrechte“ organisierten Kundgebung gegen Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung des Corona-Virus am Platz der Menschenrechte teil. Das Besondere an dieser Kundgebung: Die Plattform „Demokratie und Grundrechte“ wird vor allem von Menschen und Gruppen aus dem linken antiimperialistischen Spektrum unterstützt. Die Forderungen auf dieser linken Kundgebung unterschieden sich aber nicht grundlegend von jenen auf den rechten Versammlungen von Corona-Leugner*innen und Corona-Verharmloser*innen, Verschwörungsideolog*innen und Rechtsextremen. [Redenausschnitt]

Auch mehrere Wortführer*innen der rechten Demos waren bei der linken Kundgebung anwesend. Von der Polizei aus der Versammlung entfernen ließen die Organisator*innen lediglich linke Kritiker*innen ihrer Versammlung, wie zum Beispiel Aktivist*innen der Partei die Partei. [Interview von Christa Reitermayr mit einem Sprecher der Partei die Partei]

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1. Mai 2021: MAYDAY-Demonstration

1700 bis 2000 Personen beteiligten sich am 1. Mai an der MAYDAY-Demonstration, die unter dem Motto „Kapitalismus ist die Krise! Soziale Kämpfe verbinden!“ vom Bahnhof Ottakring zum Sigmund-Freud-Park führte. [Redenausschnitte]

Kurz nachdem die Abschlusskundgebung der MAYDAY-Demo im Sigmund-Freud-Park begonnen hatte, kam es zu umfangreichen Polizeiangriffen auf Demonstrant*innen. Als Anlass dürfte gedient haben, dass am Baugerüst der Votivkirche über einem riesigen Werbebanner ein kleines Transparent mit der Aufschrift „Unis besetzn, Oida*e“ angebracht worden war. Das Presseservice Wien berichtete, dass sich unmittelbar nach Entdecken des Transparents zahlreiche Polizist*innen vor der Kirche aufstellten. Daraufhin zogen auch mehrere Demonstrant*innen dorthin. Dann griffen Personen, die als Teilnehmer*innen an den rechtsextremen Coronaleugnungs-Märschen erkannt wurden, mit Pfefferspray MAYDAY-Demonstrant*innen an, und es kam zu den ersten Gerangeln. Und daraufhin begann uniformierte Polizei MAYDAY-Demonstrant*innen anzugreifen, mit Schlagstöcken und ebenfalls mit Pfefferspray. Wie die Polizei mittlerweile laut einer Tageszeitung zugab, handelte es sich bei den vermeintlichen rechten Coronaleugnungsaktivist*innen, die mit ihrem Pfeffersprayangriff auf MAYDAY-Demonstrant*innen die Tumulte ausgelöst hatten, um zivile Polizist*innen. Die Polizei twitterte dazu, dass, um die Sicherheit der Kolleg*innen aufrecht zu erhalten, die Kundgebungsteilnehmer*innen einige Meter abgedrängt worden seien.

In Wirklichkeit stürmten Polizist*innen mit Pfefferspray durch den Votivpark, wie das Presseservice Wien durch zahlreiche Bildaufnahmen belegt. Im Votivpark hatten sich zu diesem Zeitpunkt neben einzelnen MAYDAY-Demonstrant*innen-Gruppen, die vom Sigmund-Freud-Park gekommen waren, vor allem Passant*innen aufgehalten, darunter Familien mit Kindern. Mehrere fliehende Personen wurden von der Polizei niedergestoßen, zu Boden gerissen und festgenommen. Danach weitete die Polizei ihre Angriffe auf den Sigmund-Freud-Park aus, wo die MAYDAY-Abschlusskundgebung stattfand. Dabei wurde wieder Pfefferspray eingesetzt, gegen fliehende Demonstrant*innen ebenso wie gegen Passant*innen. Journalist*innen wurden beim Fotografieren mit vor die Linse gehaltenen Pfeffersprays bedroht, wie auf einem Foto des Presseservice deutlich zu erkennen ist.

Insgesamt seien laut Polizei 11 Personen festgenommen worden. Eine Person, die den Polizeieinsatz gefilmt hatte, musste drei Tage im Gefängnis bleiben. Die Vienna Street Medics berichteten, dass sie zahlreiche Menschen mit teilweise kritischen Verletzungen versorgen mussten. Zu einer verletzten Person sei ihnen von der Polizei der Zugang verwehrt worden.

Mindestens zwei Personen mussten laut Presseservice Wien mit der Rettung ins Spital gebracht werden.

Auch mehrere Polizist*innen dürften durch den Pfefferspray ihrer Kolleg*innen verletzt worden sein.

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3. Mai 2021: Demonstration gegen Femizide/Feminizide/Männergewalt

Seit Juli 2020 gedenken Feminist*innen nach jedem bekannt gewordenen Femizid/Feminizid am (ehemaligen) Karlsplatz in Wien getöteter FLINTA*-Personen und tragen ihre Wut auf die Straßen Wiens. So auch diesmal mit rund 700 Teilnehmer*innen am 3. Mai, wenige Tage nachdem zum mittlerweile zehnten Mal im Jahr 2021 eine Frau in Österreich getötet worden ist – wie in den meisten anderen Fällen von ihrem Ex-Partner. [Redenausschnitte]

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4. und 5. Mai 2021: Protest gegen Abschiebung der Familie Kaya

Am 4. Mai wurde am Platz der Menschenrechte und am 5. Mai noch am Flughafen Wien gegen die Abschiebung der kurdisch-alevitischen Familie Kaya in die Türkei protestiert. Die Elternteile Tosun und Meryem Kaya waren vor ihrer Flucht aus der Türkei für die oppositionelle Partei HDP aktiv gewesen. Der HDP droht in der Türkei gerade ein Verbot. Funktionär*innen und Mitgliedern der Partei drohen Haftstrafen. In einem Fall wird sogar eine Haftstraße von 15.000 Jahren gefordert.

Am 5. Mai wurde der Vater, Tosun Kaya dennoch abgeschoben. Er wurde nach seiner Ankunft in der Türkei von der Polizei sofort verhört und in Haft gesteckt, berichtete das Familie-Kaya-Solidaritäts-Komitee. Der Mutter Meryem und den Söhnen Yiğit und Yilmaz droht weiterhin die Abschiebung.

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Außerdem gab es in den letzten Wochen in Wien unter anderem auch noch weitere Proteste gegen Feminizide, neben der MAYDAY-Demo auch weitere linke Maikundgebungen und -demonstrationen, die wöchentliche Donnerstagskundgebung gegen die Regierung, die Donnerstage für das Donaufeld, Mahnwachen für Raif Badawi und vermutlich noch einiges mehr, über das alles zu berichten, ich leider nicht schaffe.

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https://cba.fro.at/499444

Das war die WiderstandsChronologie. Auf Wiederhören.

 Posted by on Sa., 8. Mai 2021 at 15:35
Apr 272021
 

(Vorveröffentlichung eines Beitrags für die nächste WiderstandsChronologie.)

Bis zur letzten Minute versuchte das Team des Notquartiers in der Gudrunstraße mit Warnstreiks, Kundgebungen und Demonstrationen – zusammen mit vielen solidarischen Unterstützer*innen – die Schließung des Notquartiers Gudrunstraße zu verhindern. So fand auch am 26. April eine Kundgebung am Rathausplatz statt. Doch bei einer bloßen Kundgebung blieb es an diesem Tag nicht. Direkt neben der Kundgebung war bereits am Vormittag das Haus Rathausplatz 3 besetzt worden – aus Solidarität mit dem Team der Gudrunstraße und mit den Nutzer*innen der Einrichtung, aber auch um Forderungen Nachdruck zu verleihen, nach leistbarem Wohnen, einem Stopp von Abschiebungen, nach Bleiberecht für alle Geflüchteten, nach selbstverwalteten Räume, nach einem Ende von Kapitalismus, Rassismus und Patriarchat und nach noch vielem mehr.

Gegen 19 Uhr begann die Polizei das Haus zu räumen.


https://cba.fro.at/498212

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Hintergrundinformation über die Schließung des Notquartiers Gudrunstraße – „Gudi“ – gab es in der WiderstandsChronologie 28. März bis 10. April 2021 zu hören.

 Posted by on Di., 27. April 2021 at 16:29
Apr 252021
 

+++ Gerechtigkeit für Ali C. +++ Gegen das Anwachsen des Faschismus +++ Gebt Naveed sein Zuhause zurück +++ Mahnwache gegen Abschiebungen +++

Willkommen bei der WiderstandsChronologie.

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16. April 2021: Gerechtigkeit für Ali C.

Am 16. April forderten rund 250 Personen mit einer Demonstration von der Justizanstalt Josefstadt über das Justizministerium zum Marcus-Omofuma-Stein Aufklärung über den Tod des tschetschenischen Boxers Ali C. am 5. April in der Justizanstalt Stein, nachdem er eine „Beruhigungsspritze“ erhalten haben soll. Zusammen mit Stefan Resch vom Magazin ANDI hier auf Radio Orange sprach ich mit einem Bekannten des Verstorbenen. [Interview, Redenausschnitt]

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17. April 2021: Gegen das Anwachsen des Faschismus in Europa, der Türkei und weltweit

Am 17. April demonstrierten rund 140 Personen gegen das Anwachsen des Faschismus in Europa, der Türkei und weltweit. [Redenausschnitte]

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21. April 2021: Gebt Naveed sein Zuhause zurück

Am 21. April fand in Klosterneuburg eine Kundgebung aus Protest gegen die Abschiebung des 23-jährigen Klosterneuburgers Naveed nach Pakistan statt. Laut Presseservice Wien nahmen rund 150 Menschen daran teil. Naveed war in der vergangenen Woche im Zuge eines Interviews zu humanitärem Bleiberecht festgenommen und nach Pakistan abgeschoben worden. Renate Sassmann hat darüber ein Video auf Youtube veröffentlicht, aus dem wir hier ein paar Ausschnitte bringen. [Redenausschnitte]

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22. April 2021: Mahnwache gegen Abschiebungen

Am 22. April wurde mit einer Mahnwache vor der afghanischen Botschaft gegen Abschiebungen nach Afghanistan protestiert. Nach Informationen von Aktivist*innen dürfte die nächste große Sammelabschiebung von Menschen nach Afghanistan für den 27. April geplant sein.
In der letzten Zeit seien vermehrt Fälle gemeldet worden, bei denen die Schubhaft verhängt wurde, als Schutzsuchende beim Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl einen Folgeantrag stellen wollten, schreiben Aktivist*innen.

Danke an den Verein Ankommen in Wien für die Aufnahme von der Mahnwache. [Ausschnitt aus Rede]

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Heute am 24. April fand eine Fahrraddemonstration gegen Autobahn- und Schnellstraßenprojekte wie die Lobauautobahn, die Stadtstraße Aspern“ und die Spange Seestadt statt. Mit einem Beginn der Bauarbeiten muss bereits in den kommenden Monaten gerechnet werden. Ein Bericht darüber ging sich für diese Ausgabe der WiderstandsChronologie nicht mehr aus und wird nächstes Mal nachgeholt.

Außerdem gab es unter anderem weiterhin …

Donnerstagskundgebung gegen die Regierung, jeden Donnerstag um 18 Uhr am Platz der Menschenrechte beim Marcus-Omofuma-Stein.

Donnerstage fürs Donaufeld mit Demonstrationen gegen dessen Verbauung, Treffpunkt dafür ist in der Regel jeweils Donnerstag um 17 Uhr an der Ecke Fultonstraße/Nordmanngasse

Und freitägliche Mahnwachen für den seit 2012 in Saudi-Arabien wegen angeblicher Beleidigung des Islams inhaftierten Bloggers Raif Badawi, jeden Freitag um 10 Uhr vor dem König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog am Schottenring.

 

(Der in der Radio-Ausgabe enthaltene Beitrag über die antifaschistische Fahrraddemo vom 10. April fehlt hier, weil er online bereits in der WiderstandsChronologie vom 11. April enthalten war.)

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https://cba.fro.at/497924

Das war die WiderstandsChronologie.

Auf Wiederhören.

 Posted by on So., 25. April 2021 at 16:20
Apr 232021
 

Tschuldigung, mal was anderes, …
… aber als Kulturarbeiter kann ich mich des Drangs nicht erwehren, zu #allesdichtmachen auch noch meinen Kren abzugeben:

Die Teilnehmer*innen an der #allesdichtmachen-Kampagne fallen nicht nur jenen in den Rücken, die gegen diese verdammte Pandemie kämpfen, die versuchen, Leben zu retten, jenen, die unter der Krankheit und ihren gesellschaftlichen Folgen leiden und jenen, die gestorben sind und noch daran sterben werden.
Sie fallen auch ihren Kolleg*innen im Kunst- und Kulturbereich in den Rücken, die seit mehr als einem Jahr nicht mehr arbeiten können, den Kulturvereinen, -initiativen und auch -institutionen, die die Pandemie wirtschaftlich nicht überleben werden.
Seit mehr als einem Jahr kämpfen Interessenvertretungen im Kunst- und Kulturbereich zusammen mit engagierten Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen für Rettungs- und Unterstützungsleistungen für alle von der Pandemie Betroffenen.
Genau das zu thematisieren, was für ein Überleben von Kunst und Kultur gebraucht wird, was Kulturarbeiter*innen und Künstler*innen abseits von ein paar zynischen Stars helfen würde, finanziell über die Runden zu kommen, wird durch menschenverachtende Statements wie im Rahmen von #allesdichtmachen schwieriger denn je.
Dabei fehlt es an so vielem. Dabei kommen die vor einem Jahr versprochenen Unterstützungen so oft immer noch nicht dort an, wo sie dringend gebraucht werden.

Die Teilnehmer*innen an der #allesdichtmachen-Kampagne spielen jenen in die Hände, die durch Leugnung und Verharmlosung der Gefahren von COVID 19 die Pandemie befeuern. Und tragen so mit dazu bei, dass die Zeit, in der Kunst und Kultur wie wir sie von früher kennen, nicht möglich ist, immer länger und länger wird.
Sie erschweren damit alle Bemühungen von Kulturarbeiter*innen, Künstler*innen und von deren Interessenvertretungen, die zusammen mit Gesundheitsexpert*innen versuchen, Wege zu finden und Konzepte zu erarbeiten, wie auch unter Pandemiebedingungen künstlerische und kulturelle Aktivitäten wieder sicher und verantwortungsvoll durchgeführt werden können.

Ja, es wurde so viel falsch gemacht. Zu viel versprochene Unterstützungsmaßnahmen kommen immer noch nicht an. Zu viele Menschen wurden zurückgelassen.

Und auch die Corona-Schutzmaßnahmen sind zu hinterfragen. Warum sind wohl überlegte Kulturveranstaltungen mit gefinkelten COVID-19-Präventionskonzepten nicht erlaubt, während auf unzähligen Arbeitsplätzen aus wirtschaftlichen Gründen auf Schutzmaßnahmen verzichtet und der Weiterverbreitung der Coronaviren beste Voraussetzungen geboten werden?

Sinnvolle Kritik schaut aber anders aus als eine #allesdichtmachen-Kampagne. In welche Richtung sinnvolle Kritik gehen könnte, kann bei #ZeroCovid nachgelesen werden.

#Allesdichtmachen ist einfach widerlich. Zynisch. Und unsolidarisch.

Danke an die zigtausenden Künstler*innen und Kulturarbeiter*innen, die sich nicht daran beteiligt haben.

 Posted by on Fr., 23. April 2021 at 23:33
Apr 112021
 

+++ Proteste gegen Abschiebungen +++ #Aufstehn für saubere Politik +++ Femizide/Feminizide +++ #GudiBleibt +++ #ZeroCovid-Demo für solidarischen Shutdown +++ Fahrraddemo gegen Rechtsextremismus +++

Willkommen bei der WiderstandsChronologie.

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29./30. März 2021: Proteste gegen Abschiebungen

Am 29. März demonstrierten anlässlich einer für den 30. März geplanten Sammelabschiebung nach Afghanistan rund 120 Menschen vom Innenministerium zum Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände. [Redenausschnitt]

Am 30. März blockierten laut Berichten des Presseservice Wien aus Protest gegen die geplante Sammelabschiebung, oder um diese sogar zu verhindern, rund 100 Menschen mehrere Straßen zum Flughafen. Gegen 8 Uhr wurde die Hainburger Straße von Aktivist*innen, die sich untereinander und an mit Beton gefüllte Einkaufswagerln, Badewannen und ein Fass ketteten, blockiert. Zwei Aktivist*innen seilten sich mit einem Transparent von einer Brücke über der Flughafenautobahn ab, sodass diese gesperrt werden musste. Mit Hilfe der Feuerwehr wurden die Blockaden im Laufe des Vormittags von der Polizei aufgelöst. 76 Personen seien vorübergehend festgenommen worden, berichtete das Presseservice Wien. Die Letzten seien gegen 22 Uhr freigelassen worden.

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1. April 2021: Aufstehn für saubere Politik

Für eine „saubere Politik […] ohne Korruption und Postenschacher, […] Casino-Affäre, Schredder-Gate, Schmid AG“ und und und, kehrten am 1. April rund 30 Personen vor dem Bundeskanzelamt am Ballhausplatz mal gründlich zusammen. Aufgerufen dazu hat aufstehn.at. [Redenuasschnitt, Interview]

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6./7. April 2021: Demos gegen Femizide/Feminzide

Nach dem Tod jener Frau, die am 5. März von ihrem Ex-Partner mit einer brennbaren Flüssigkeit überschüttet und angezündet worden war, demonstrierten am 6. April in Wien 250–260 Menschen gegen Femizide/Feminizide/Männergewalt. [Redenausschnitte]

Nach Bekanntwerden eines weiteren Femizids in Graz demonstrierten bereits am 7. April wieder 70–80 Personen gegen Femizide/Feminizide/Männergewalt.

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9. April 2021: Gudi muss bleiben

Am 9. April demonstrierten 310–320 Personen gegen die Schließung des Notquartiers Gudrunstraße und gegen alle Einsparungen im Sozialbereich. Und in Solidarität mit dem Team der Gudrunstraße, das am Tag der Demo seinen zweiten, vom ÖGB nicht anerkannten, Warnstreik durchgeführt hat. [Redenausschnitt]

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9. April 2021: Demo für solidarischen Shutdown

Rund 300 Personen forderten am Abend des 9. April mit einer Demonstration von der ÖVP-Zentrale zum Bundeskanzlamt einen solidarischen Shutdown gegen die Corona-Pandemie statt Lockdown-Chaos und Ausgangssperren. [Redenausschnitte]

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10. April 2021: Fahrraddemo gegen Rechtsextremismus und Mitläufer*innen

Am 10. April demonstrierten wieder hunderte oder tausende Corona-Leugner*innen, Corona-Verharmloser*innen, Verschwörungsideolog*innen und Rechtsextreme gemeinsam gegen sämtliche Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie.

Rund 400 Antifaschist*innen protestierten mit einer Fahrraddemo gegen Rechtsextremismus und dessen Mitläufer*innen. [Redenausschnitte]

Beim Arsenal wurde die Fahrraddemo überraschend von der Polizei angegriffen. Eine Person wurde wegen angeblicher Missachtung der Corona-Schutzmaßnahmen beim Fahrradfahren festgenommen, zwei weitere Personen wurden im Zuge dieser Amtshandlung wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen.

Als am späten Nachmittag Reste der Fahrraddemo zu einer Solidaritätskundgebung für die Festgenommenen in Richtung Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände unterwegs waren, gab es entlang der Ringstraße weitere Angriffe der Polizei auf die Antifaschist*innen. Höhe Babenbergerstraße wurde dabei eine Person verletzt und einzelne Identitätsfeststellungen durchgeführt. Bei der Bellariastraße wurde die Fahrraddemo zur Gänze eingekesselt. Trotz Aufforderungen der Demonstrant*innen an die Polizei, die Einhaltung von Mindestabständen zwischen den eingekesselten Personen zu ermöglichen, wurde der Kessel von der Polizei so eingeengt, dass die Einhaltung von Corona-Schutzmaßnahmen nicht möglich war. Die Demonstrant*innen und zufällig im Kessel gelandete Passant*innen durften schließlich nach Identitätsfeststellungen den Kessel verlassen. An die 70 Personen fanden sich schließlich noch bei der Solidaritätskundgebung für die Festgenommenen beim Polizeianhaltezentrum Rossauer Lände ein.

Zwei der beim Arsenal Festgenommenen wurden noch Samstagabend freigelassen. Eine Person wurde – laut Informationen des Rechtsinfokollektivs von Sonntagmittag – der Untersuchungsrichter*in überstellt.

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Außerdem gab es weiterhin …

Donnerstagskundgebung gegen die Regierung, jeden Donnerstag um 18 Uhr am Platz der Menschenrechte beim Marcus-Omofuma-Stein.

Freitägliche Mahnwachen für den seit 2012 in Saudi-Arabien wegen angeblicher Beleidigung des Islams inhaftierten Bloggers Raif Badawi, jeden Freitag um 10 Uhr vor dem König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog am Schottenring.

Und immer wieder gab es Wochenenden für Moria.

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https://cba.fro.at/495915

Das war die WiderstandsChronologie.

Auf Wiederhören.

 Posted by on So., 11. April 2021 at 19:25
Mrz 272021
 

+++ Klimastreik-Menschenkette +++ 2500 stehen auf gegen Rassismus +++ Protest gegen Lobauautobahn +++

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19.3.2021: 4000 bei Klimastreik-Menschenkette auf Ringstraße

Am 19. März beteiligten sich anlässlich des weltweiten Klimastreiktags rund 4000 Menschen an einer Menschenkette auf der Ringstraße vom Stubenring bis zum Schottentor. Um den Mindestabstand zum Schutz vor Corona-Ansteckungen zu gewährleisten, war die Kette stellenweise sogar vierreihig.
Entlang des Rings bildeten sich rund um beteiligte Gruppen verschiedene thematische Schwerpunkte. Am Stubenring ging es beispielsweise gegen Straßenbauprojekte wie die Lobauautobahn. Christa Reitermayr sprach dort mit Wolfgang Rehm von der Umweltorganisation Virus. [Interview]

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20.3.2021: Protest bei Nazi-Wandgemälde im 4. Bezirk

Am Vormittag des 20. März wurde im 4. Bezirk für eine Umgestaltung eines Propaganda-Wandgemäldes aus der Nazizeit in der Faulmanngasse protestiert. Nach 1945 wurde bei dem Bild nur der Name Adolf Hitler entfernt, ein NS-Propagandaspruch blieb bis heute erhalten. Die Demonstrant*innen rund um die Partei LINKS fordern nun eine historische und politische Kontextualisierung des Gemäldes.

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20.3.2021: Bis zu 2500 Menschen stehen auf gegen Rassismus

Am Nachmittag des 20. März demonstrierten rund 2200–2500 Menschen einen Tag vor dem internationalen Tag gegen Rassismus unter dem Motto „Aufstehn gegen Rassismus!“ vom Karlsplatz zum Marcus-Omofuma-Stein am Platz der Menschenrechte, zum Volkstheater und zurück zum Karlsplatz. Vom Balkon des Volkstheaters lasen solidarische Schauspieler*innen zu den vorbeziehenden Demonstrant*innen. [Ausschnitte aus einer Rede und der Lesung]

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20.3.2021: Protest gegen Antisemitismus

Ebenfalls am 20. März protestierten nach Angaben des Presseservice Wien rund 20 Personen am Heldenplatz gegen Antisemitismus – als Gegenkundgebung zur Abschlusskundgebung der Israeli Apartheid Week der Kampagne für Boykott und Sanktionierung Israels BDS. Die Demonstrant*innen gegen Antisemitismus wurden von der Polizei eingekesselt und angezeigt.

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21.3.2021: Protest gegen Lobauautobahn

Am 21. März demonstrieren vor dem Nationalparkhaus rund 100 Menschen gegen den geplanten Bau einer Autobahn durch die Lobau. [Redenausschnitte]

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Außerdem:

Anlässlich des bereits 6. Femizids in diesem Jahr fand am 25. März neuerlich eine Demonstration gegen Femizide statt.

Gegen das Dekret des Vatikans, dass es keinen Segen für gleichgeschlechtliche Paare geben könne, protestierte unter anderem die Pfarrer-Initiative. An mehreren Kirchen – auch in Wien – wurden Regenbogenfahnen gehisst.

Jeden Donnerstag gab es weiterhin um 18 Uhr eine Donnerstagskundgebung gegen die Regierung am Platz der Menschenrechte beim Marcus-Omofuma-Stein,

sowie Donnerstage fürs Donaufeld, gegen die geplante Verbauung, jeweils mit Treffpunkt um 17 Uhr Ecke Fultonstraße/Nordmanngasse. Den nächsten Donnerstag fürs Donaufeld gibt es wegen der Ferien erst am 8. April.

Jeden Freitag um 10 Uhr vor dem König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog am Schottenring gab und gibt es Mahnwachen für den seit 2012 in Saudi-Arabien wegen angeblicher Beleidigung des Islams inhaftierten Bloggers Raif Badawi.

Und jedes Wochenende ist ein Wochenende für Moria – mit Zelten von Samstag auf Sonntag zumeist am Heldenplatz, um auf die prekäre Situation geflüchteter Menschen an der EU-Außengrenze aufmerksam zu machen.

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https://cba.fro.at/494483

Das war die WiderstandsChronologie. Auf Wiederhören.

 Posted by on Sa., 27. März 2021 at 14:40