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Bezirksvertretung wünscht Räumung von Augartenverbauungsgegner_innen

nochrichten.net Veröffentlicht am Mo.., 2. April 2012 von nochrichtenMo.., 2. April 2012

Auf Antrag der ÖVP beschloss die Bezirksvertretung des 2. Bezirks am 27. März, sich für eine sofortige Räumung der seit Monaten andauerten Protestversammlung gegen die Verbauung des Augartenspitzes auszusprechen. Freund_innen des Augartens protestierten erfolglos vor dem Amtshaus gegen die Annahme dieser Resolution.
Wir fragten sie, worum es ihnen geht. Georg Becker antwortete uns.

>>Interview mit Georg Becker aus ZIP-FM-Lokalausgabe auf ORANGE 94.0:

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Nach Darstellung der Grünen wolle die ÖVP die Demokratie außer Kraft setzen, wenn sie ordentlich angemeldete Versammlungen räumen lassen möchte.

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Asylkoordination fordert sicheren Zugang zur EU für Flüchtlinge – European Umbrella March am 20. Juni.

nochrichten.net Veröffentlicht am Mo.., 2. April 2012 von nochrichtenMo.., 2. April 2012

Für den Internationalen Tag des Flüchtlings am 20. Juni ruft die Asylkoordination auch heuer zum „European Umbrella March“ auf. Die Teilnehmer_innen dieser europaweit stattfindenden Märsche tragen Regenschirme als Symbol des Schutzes von Flüchtlingen. Details dazu wurden in einer Pressekonferenz am 27. März in Wien vorgestellt.

Dabei wurden auch Forderungen nach legalen Einreisemöglichkeiten für Flüchtlinge erhoben. Recherchen, die im Zuge des Projekts „Entering Territory“ durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass bei den legalen Einreisemöglichkeiten für Flüchtlinge die Harmonisierungstendenzen in der EU zu einer Nivellierung nach unten geführt haben: einige Staaten, darunter Österreich, haben die Möglichkeit, sich mit einem Asylantrag an eine Botschaft zu wenden, abgeschafft.

In Damaskus (Syrien) versuchen Regimegegner_innen verzweifelt bei ausländischen Botschaften ein Visum zu bekommen. Gleichzeitig sitzen in Syrien immer noch Tausende Flüchtlinge aus dem Irak fest. Ihre Situation wird durch die zunehmend militarisierten Auseinandersetzungen in Syrien immer verzweifelter. Diese Tragödien an den grenzen Europas werden von den EU-Innenminister_innen bewusst ausgeblendet, wenn sie noch mehr Abwehrmaßnahmen an den Außengrenzen fordern, meint Anny Knapp, die Obfrau der Asylkoordination.

Das transnationale Projekt „Entering Territory“ – unter Mitarbeit von NGOs aus Italien, Dänemark, Griechenland, Malta, den Niederlanden, Österreich, Spanien, der Schweiz und Zypern – entwickelte Vorschläge für den sicheren und legalen EU-Zugang für Flüchtlinge. Angesichts der dramatischen Situation in Syrien erscheint eine Umsetzung dieser Konzepte ein Gebot der Stunde, so Anny Knapp.

Mehr Informationen: asyl.at

>>Aufzeichnung der Pressekonferenz der Asylkoordination

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M31 – Antikapitalistischer Aktionstag auch in Wien

nochrichten.net Veröffentlicht am Mo.., 26. März 2012 von nochrichtenMo.., 26. März 2012

Ein europaweiter antikapitalistischer Aktionstag, der einen Auftakt für eine weitergehende, europaweite Kooperation darstellen soll, ist für 31. März geplant. Drei Personen, die an der Vorbereitung eines „sozial-revolutionären Auflaufs“ in Wien mitbeteiligt sind, waren zu Gast bei der ZIP-FM-Lokalausgabe bei Radio Orange 94.0.
>>Mitschnitt des Radio-Orange-Gesprächs über M31

Sozial–revolutionärer Auflauf
Samstag, 31.03.2012, ab 14:00
Marcus-Omofuma-Denkmal (Museumsquartier / Mariahilfer Straße)

[display_podcast]

Mehr Infos: http://vienna.march31.net/

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Politischer Aktivismus vor Gericht.
Prozess gegen J.A.I.B. auf unbestimmte Zeit vertagt.

nochrichten.net Veröffentlicht am Di.., 13. März 2012 von nochrichtenDi.., 13. März 2012

Vertagt wurde Dienstag im Landesgericht für Strafsachen der Prozess gegen jene vier Aktivist_innen, denen vorgeworfen wird, 2010 einen Mistkübel im Eingangsbereichs eines AMS angezündet zu haben. Vorübergehend war ihnen auch terroristische Vereinigung und der Versuch der Verhinderung einer Abschiebung vorgeworfen worden. Diese Anklagen sind mittlerweile vom Tisch. Übrig blieb der Vorwurf der versuchten Brandstiftung nach §169 Abs. 1 StGB, der mit bis zu 10 Jahren Haft bedroht ist.

Obwohl die Verhandlung in einen etwas größeren Saal als den ursprünglich vorgesehenen verlegt wurde, mussten viele Interessierte vor dem Verhandlungssaal warten. Vor dem Gerichtsgebäude fand eine Solidaritätskundgebung statt.

Alle Angeklagten bekannten sich nicht schuldig.

Unerwartet ordnete der Richter eine gesonderte Vernehmung der Angeklagten an, das heißt, die einzelnen Angeklagten mussten bis zu ihrer Einvernahme den Saal verlassen und konnten nicht die Aussagen der vor ihnen Einvernommenen hören.

Alle vier Angeklagten gaben an, nicht viel sagen zu wollen, gaben lediglich jeweils eine ausführliche Prozesserklärung ab, verweigerten aber sonst jede Aussage.

A. erklärte, er halte das Verfahren für eine riesige Justizfarce. Es entziehe sich seinem Verständnis, dass mit dieser Beweislage – also de facto keiner – überhaupt Anklage erhoben werde. Er habe noch nie eine derart feindselige Haltung ihm gegenüber erlebt wie von den Beamt_innen des Verfassungsschutzes.

J. betonte, dass sie den Prozess für einen politischen halte. Die politische Dimension sei unübersehbar und dürfe nicht verschwiegen werden. Der Justiz gehe es nicht um Aufklärung, sondern um die Aufrechterhaltung menschenverachtender Verhältnisse. Darunter fallen die Kriminalisierung von Flüchtlingen und Migrant_innen wie auch den Schutz des Kapitals vor den Schutz des Menschenleben zu stellen. Jede Aussage vor Gericht sei eine Kooperation mit diesen Verhältnissen, und deswegen verweigere sie diese.

B. schloss sich den Äußerungen von A. und J. an und ergänzte, dass journalistische und künstlerische Tätigkeit als kriminelle, terroristische Handlungen gewertet worden seien, so etwa als Videos für einen Dokumentarfilm über den Ablauf einer Abschiebung gefunden wurden.

Politischer Aktivismus und Vernetzung wurde auch von I. als Grund für die Anklagen angesehen. So sei in der Anklageschrift als eines der wenigen Indizien gegen sie angeführt, dass sie sich auf Demonstrationen und einschlägigen Veranstaltungen aufgehalten habe. I. forderte die sofortige Einstellung des Verfahrens, eine Überprüfung der Ermittlungmethoden und die Auflösung des sogenannten Verfassungsschutzes. Als sie daraufhin den ihr zugewiesenen Stuhl für die Vernehmung verließ, drohte der Richter, sie des Saals zu verweisen, ließ sich aber von der Verteidigerin überzeugen, dass das Verhalten nicht ungebührlich gewesen sei, weil sie eh gesagt habe, sonst nichts mehr aussagen zu wollen.

Die Verteidigerin stellte eine Reihe von Beweisanträge, darunter die Vorladung mehrerer Beamt_innen des Verfassungsschutzes und die Beischaffung von Observationsberichten, Ermittlungsprotokollen, Protokolle über Beobachtungen von Vetrauenspersonen des LVT.

Die Verhandlung wurde zur Beweisaufnahme auf unbestimmte Zeit vertagt.

Rund 50 solidarische Personen konnten der Verhandlung beiwohnen. Einige mussten vor dem Verhandlungssaal warten. Rund 50 beteiligten sich an einer Kundgebung vor dem Gericht. Sambaklänge drangen gelegentlich bis in den Verhandlungssaal vor.

An der Akademie der Bildenden Künste, an der die Angeklagten studierten und politisch aktiv waren, wurden am Vormittag Solidaritätstransparente angebracht.

Weitere Solidaritätsaktionen gab es bereits am Samstag. In Wien demonstrierten da zirka 500 Personen von der Uni Wien über das Landesgericht für Strafsachen zum Yppenplatz in Ottakring.

>>Die Prozesserklärungen von J.A.I,B

>>Kurzinterview mit J.I. und B. nach Prozess

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Am 13. März beginnt Prozess gegen J.A.I.B. wegen des Vorwurfs versuchter Brandstiftung:
Möge Solidarität die Mauern der Unterdrückung sprengen.

nochrichten.net Veröffentlicht am Mo.., 27. Februar 2012 von nochrichtenMo.., 27. Februar 2012

Am 13. März beginnt im Landesgericht für Strafsachen in Wien der Prozess gegen jene vier Aktivist_innen, die 2010 wegen des Vorwurfs, einen Altpapiercontainer beim einem AMS angezündet zu haben, in U-Haft saßen. Observierungen, Hausdurchsuchungen und Verhaftungen wurden mit dem Vorwurf der Bildung einer terroristischen Vereinigung zu begründen versucht. Diese Vorgehensweise lässt sich nach Ansicht der Betroffenen mit dem Versuch, politische Bewegungen zu kriminalisieren und linke Strukturen zu durchleuchten, erklären.
Der Prozess ist ein politischer, auch wenn die Anklage jetzt „nur“ mehr „versuchte Brandstiftung“ lautet. Es drohen Strafen von ein bis zehn Jahren Haft.

Für Samstag, 10. März wird zu einem internationalen Antirepressionstag aufgerufen. In Wien wird eine Antirepressionsdemo vorbereitet.
Treffpunkt: Samstag, 10. März 2012, 15 Uhr: Uni Wien

Prozessbeginn: Dienstag, 13. März, 9 Uhr, Landesgericht für Strafsachen, Landesgerichtsstraße 1. Raum 205.
(Besucher_innen bitte bereits 8.00 Uhr kommen; Kundgebung ab 9.00 Uhr)

Mehr Inforamtionen: http://fightrepression2010.lnxnt.org/

>>Studiogespräch mit den angeklagten Aktivist_innen

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„Jetzt erst recht“?
Campaign gegen ACTA geht weiter.

nochrichten.net Veröffentlicht am Mo.., 27. Februar 2012 von nochrichtenMo.., 27. Februar 2012

Nachdem bereits am 11. Feber zigtausende Menschen in ganz Europa gegen das Patentschutzabkommen ACTA auf die Straße gegangen sind, zögerten zwar manche Staaten mit der Ratifizierung des bereits von den meisten unterschriebenen Vertrags, und sogar die EU-Kommission kündigte eine juristische Prüfung durch den Europäischen Gerichtshof an. Vom Tisch ist ACTA damit aber noch lange nicht. Manche Kritiker_innen fürchten gar, dass durch das Auf-die-lange-Bank-Schieben die Protestbewegung ausgesessen werden soll.

Aus diesem Grund wurde für Samstag, den 25. Feber neuerlich zu Demonstrationen aufgerufen. Und neuerlich gingen Zigtausende in ganz Europa auf die Straße, zwischen 3.000 und 4.000 davon in Wien, nach unserer Zählung zirka 3.500.

Lediglich die SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr machte deutlich, dass es bei ACTA um wesentlich mehr geht, als dass Metropolennerds um ihr Spielzeug fürchten. So bedroht das Abkommen etwa durch den Schutz von Patenten auf Medikamente und Pflanzen das Leben von Millionen Menschen zB in ausgebeuteten Ländern des Südens.

Auch die äußerste Rechte versucht, auf die Proteste gegen ACTA aufzuspringen. So beteiligte sich in Wien etwa die EU-Austrittspartei des Vaterrechtsaktivisten Robert Marschall, der in seinem Onlinemagazin „Wien konkret“ Freizeiteinrichtungen gerne auch mal nach Inländeranteil im Publikum ratet, an der Demonstration.

Nicht widerspruchslos hingenommen wurde diesmal zumindest die Beteiligung des BZÖ, das ein Transparent „Unser Mann in Brüssel: Ewald Stadler“ mittragen ließ. Vor dem Parlament nervten SLP-Aktivist_innen die Haider-Jünger_innen mit Parolen gegen ACTA und BZÖ. Als dann auch noch ein WienTV-Kameramann ebenso vergeblich wie hartnäckig die BZÖ-Transparentträger_innen fragte, warum sie denn da seien, und ob sie überhaupt wissen, was ACTA sei, zogen sich die BZÖler_innen mit der eher realitätsverzerrenden Begründung, dass Linksextreme Flaschen auf sie werfen wollen, zurück.
>>Video der AUGE-UG

Wieso die Demo vor allem auf Facebook mit „Jetzt erst recht“ beworben wurde, so wie 1986 dafür geworben wurde, „jetzt erst recht“, Waldheim zu wählen, obwohl seine SS-Vergangenheit in einer „Campaign“, die zu steuern der Jüdische Weltkongress WJC beschuldigt worden war, öffentlich gemacht wurde, kann ich mir weiterhin nicht erklären, außer mit Ignoranz.

>>Videos bei ichmachpolitik.at (http://ichmachpolitik.at/questions/1496 ff)

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Tausende gegen WKR-Ball und nazistischen Normalzustand

nochrichten.net Veröffentlicht am Mo.., 30. Januar 2012 von nochrichtenMo.., 30. Januar 2012

Am 27. Jänner 2012 gab es die wohl bislang breitesten Proteste gegen den Ball deutschnational/-völkischer Burschenschaften in Wien. Tausende Menschen beteiligten sich an den beiden Demonstrationen – des NoWKR-Bündnisses vom Westbahnhof zum Heldenplatz und der Offensive gegen Rechts von der Universität Wien über den Heldenplatz zum Mahnmal gegen Krieg und Faschismus bei der Albertina – sowie an der Kundgebung der Plattform „Jetzt Zeichen setzen“ am Heldenplatz. 600 nahmen bereits am Vormittag an einer Gedenkkundgebung in Erinnerung an die Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau teil. (Nochrichten.net-Zählungen der Teilnehmer_innen gibt es diesmal aus organisatorischen Gründen leider nicht, weshalb mit Schätzungen zwischen ein paar und vielen tausend Teilnehmer_innen Vorlieb genommen werden muss.)

Zudem wurde im Laufe des Nachmittag von Anonymous Austria die Webseite des WKR und später einiger Burschenschaft gehackt und von dort auf eine Seite mit Pony vor sowjetischer Fahne umgeleitet.

Während alle Kundgebungen und Demonstrationen ruhig verliefen und sich dabei auch die Polizei auffallend friedlich verhielt, wurde es gegen 21 Uhr turbulenter, als in kleineren Gruppen versucht wurde, Ballbesucher_innen auf ihrem Weg in die Hofburg zu behindern, und das oft sogar überaus erfolgreich. So wurden ganze Busse und viele Taxis lange aufgehalten. Einzelne Burschenschafter griffen aber auch Antifaschist_innen an, in einem Fall mit Pfeffersprays. Der frühere Arbeiter-Zeitungs-Herausgeber und SPÖ-Abgeordnete Albrecht Konecny berichete nach dem Verlassen der Kundgebung von einem Rechtsextremen mit einem Schlagring zusammengeschlagen worden zu sein. Die Rechtshilfe Wien berichtete von insgesamt 21 Festnahmen, davon neun wegen des Vorwurfs strafrechtlicher Delikte. Unklar sei jedoch, ob bei diesen Zahlen auch die angeblich festgenommenen Rechtsextremen mitgezählt sind. Im Laufe des Samstags wurden alle Festgenommenen freigelassen.

Die Rechtshilfe bittet alle Leute, die bei den Protesten gegen den WKR-Ball festgenommen worden sind, und sich noch nicht bei ihr gemeldet haben, dies (verschlüsselt) per Mail nachzuholen.
Außerdem bittet sie alle, die in Kontakt mit den Repressionsorganen gekommen sind oder Übergriffe/Festnahmen beobachten konnten, ein Gedächtnisprotokoll zu schreiben.
Auch Menschen, die nicht festgenommen worden sind, aber ebenfalls Post von den Behörden bekommen, sollen sie sich umgehend an die Rechtshilfe wenden.
Mehr Infos und Kontaktmöglichkeiten stehen auf http://rhwien.noblogs.org/

ORANGE 94.0 berichtete den ganzen Abend live von allen Protestschauplätzen.
>>Zusammenschnitt der Liveübertragung (Siebeneinhalb Stunden in einer Dreiviertelstunde) http://cba.fro.at/54712
[display_podcast]

Weitere Berichte:
>>Freies Medium Ottensheim
>>Indymedia-Ticker vom 27. Jänner

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Aufruf zu verantwortungsvollem Medienaktivismus:
Liebe Fotograf_innen und Kameraleute,
liebe Twitterant_innen, Facebooker_innen, SMS-Schreiber_innen,
liebe Bloger_innen, Ticker_innen, Berichteschreiber_innen

nochrichten.net Veröffentlicht am Di.., 24. Januar 2012 von nochrichtenDi.., 24. Januar 2012

Liebe Fotograf_innen und Kameraleute

Das Dokumentieren von Demonstrationen, Aktionen und Polizeirepression ist wichtig. Überlassen wir die Berichterstattung über Demonstrationen und Aktionen nicht der Polizeipressestelle und Mainstreammedien. Eigene Berichte auf selbst gewählten Kanälen und in eigenen Medien helfen uns, Informationen und Erfahrungen auszutauschen, zu reflektieren und unsere Bewegungen weiter zu entwickeln. Mit unseren Interventionen in Mediendiskurse untergraben wir die Deutungshoheit der Behörden über die Geschehnisse auf der Straße. Das richtige Foto zur richtigen Zeit kann Polizeilügen aufdecken und Anklagen in sich zusammenbrechen lassen.

Eine Gefährdung von Demonstrant_innen müssen wir dabei aber freilich unter allen Umständen vermeiden.

Die Behörden sammeln Gesichter von Aktivist_innen, um sie zu identifizieren, Verbindungen zwischen Demonstrant_innen aufzudecken, kriminelle und terroristische Organisationen zu konstruieren, oder wozu sie sich sonst gerade veranlasst fühlen. Und auch Neonazis, FPÖ, Abtreibungsgegner_innen und Ähnliche haben Interesse an Bildern ihrer Gegner_innen, also von uns, zum Beispiel für Aufrufe zur Kriminalisierung oder zur Gewalt gegen Linke, Antifaschist_innen, Feministinnen, … Helfen wir ihnen nicht dabei!

Einmal gemachte Bilder vernichten sich nicht von selbst. Im Internet überdauern sie länger als den Abgebildeten oft lieb ist, selbst wenn es ihnen heute nichts ausmacht. Sie können noch Jahre später zu den ungünstigsten Zeitpunkten von Behörden, Neonazis, Arbeitgeber_innen gefunden und gegen die Abgebildeten verwendet werden.

Lasst uns verantwortungsvoll mit unseren Kameras umgehen.

Wenn du fotografierst oder filmst:

  • Überprüfe vor der Demo welche privaten Aufnahmen oder Aufnahmen von früheren Demos/Aktionen du auf deinem Gerät hast und lösche sie gründlich! Einfach gelöschte Daten sind leicht wieder herstellbar – deswegen unbedingt regelmäßig die Datenträger austauschen oder „wipen“!
  • Überlege dir vor der Demo, was und wofür du fotografierst/filmst. Willst du nur deine Privatsammlung aufpeppen, dann lass es bitte bleiben!
  • Sei dir bewusst, dass dir die Speichermedien abhanden kommen können, denk daran auch schon beim Filmen/Fotografieren. Überlege dir, wie du potentiell problematische Aufnahmen schnell aus der Reichweite der Behörden bekommst und nimm Ersatzkarten mit.
  • Bei „Straftaten“ oder unklaren Situationen das Fotografieren und Filmen direkt und sofort einstellen! Die reißerische „Action-Cam“ für die nächsten „geilen Mobivideos“ braucht kein Mensch. Aber sie gefährdet Aktivist_innen!
    Bei der Veröffentlichung von Bildern achte darauf, dass keine Leute mehr zu erkennen und zu identifizieren sind. Mache Gesichter unkenntlich, damit sie nicht zur Grundlage behördlicher Bedrohungskonstruktionen und nicht zur Illustration von Abschusslisten von Neonazis verwendet werden können.
  • Mache keine Portraitaufnahmen von Leuten.
    Du trägst die Verantwortung dafür, dass die von dir gemachten Aufnahmen niemals in falsche Hände geraten! Verschlüssle daher Bilder, Filme, Speicherkarte und die Festplatte zuhause.
  • Frage Leute bevor du sie filmst oder fotografierst, ob sie damit einverstanden sind. Du gibst ihnen dadurch die Gelegenheit, selbst zu entscheiden und z.B. das schicke Transpi, welches unbedingt eine breite Öffentlichkeit sehen sollte, kameragerecht vors Gesicht zu halten. Damit hast du ein gutes Foto und auch die Gewissheit solidarische Medienarbeit zu machen. Wenn du ein „Nein“ bekommst, dann akzeptiere es. Es gibt für viele gute Gründe – Arbeit, Eltern, Repression, usw. – warum sie nicht ihr Gesicht in irgendwelchen Medien sehen wollen.
  • Gib den Leuten die Möglichkeit, sich vor einer Aufnahme zu schützen. Mache keine versteckten Aufnahmen, sondern zeige allen deutlich, dass du fotografierst oder filmst, etwa indem du dir eine Jacke anziehst oder eine Tafel umhängst oder ein Fähnchen ansteckst, worauf deutlich „Fotograf_in“, „Vorsicht Kamera!“, „Doku-Team“, „Presse“ oder Ähnliches steht.
  • Nicht alle, die du interviewst, sind geübt oder geschult im Umgang mit Medien. Unterbrich sie und stoppe die Aufnahme, wenn sie sich oder andere mit ihren Aussagen gefährden.
  • Bedenke insbesondere bei Live-Streams, dass das, was du sendest, von Behörden und gewalttätigen Gegner_innen gespeichert und verwendet wird, ohne dass du die Möglichkeit hast, heikle Szenen rauszuschneiden.
    Schwenke die Kamera notfalls nach unten, bedenke aber, dass Personen auch anhand ihrer Kleidung und Schuhe identifiziert werden können.
  • Wenn du Aufnahmen gemacht hast, die für ein polizeiliches oder gerichtliches Verfahren von Bedeutung sein können, mit denen z.B. polizeiliche Vorwürfe gegen eine oder mehrere Personen entkräftet werden können, veröffentliche diese nicht, sondern lasse sie auf sicheren Wegen der Rechtshilfe zukommen, damit sich die Polizist_innen ihre Aussagen nicht in Kenntnis der Aufnahmen zurechtbiegen können.

Liebe Twitterant_innen, Facebooker_innen, SMS-Schreiber_innen

Neue Medien erlauben, rasch Information über Geschehnisse auf Demonstrationen nach außen zu bringen, um das Meinungsklima über die Proteste zu beeinflussen oder um solidarische Personen zu mobilisieren oder auch um innerhalb der Demonstration zu kommunizieren.

Bitte bedenke aber, dass alle diese Meldungen nicht intern bleiben. Überlege, was du wie weitergibst. Für die Weitergabe geheimer Treffpunkte eignen sich diese Medien nicht.
Wenn du Informationen über solche Kanäle bekommst, versuche die Vertrauenswürdigkeit deiner Quelle einzuschätzen. Gerade bei Großdemonstrationen kommt es immer wieder zu Falschinformationen, die lanciert werden, um Verwirrung zu stiften.
Wenn du wichtige gesicherte Informationen erhalten hast, gib sie auch an andere Demonstrant_innen weiter. Kommunikation funktioniert auch mündlich, ohne Smartphone, bisweilen sogar schneller und verlässlicher.

Liebe Bloger_innen, Ticker_innen, Berichteschreiber_innen

Berichterstattung, Kommentare, Nacherzählungen sind ein wichtiger Bestandteil von Protesten und Aktionen. Sie bieten die Möglichkeit – unabhängig von Mainstream-Medien und APA-Meldungen – Gegenöffentlichkeit herzustellen, und für kommende Aktionen auch Reflexionsprozesse unterstützt. Wie bei anderen Medienformaten gilt es aber auch hier mitzudenken! Repressionsbehörden lesen mit! Veröffentlicht keine Namen von Personen. So wie Fotos können natürlich auch Namen in Berichten unangenehmen Folgen für die Betroffenen haben. Stellt keine wilden Spekulationen an, streut keine Gerüchte sondern, wenn sie unbedingt sein müssen, kennzeichnet diese klar als solche, veröffentlicht keine Interna! Achtet auch auf eure eigene Sicherheit und veröffentlicht im Zweifelsfall die Berichte anonym.

Erstunterzeichner_innen:

at.indymedia https://at.indymedia.org
n3tw0rk https://www.n3tw0rk.org
@porrporr http://noborders.noblogs.org
nochrichten.net http://nochrichten.net
NOWKR-Sondersendungsredaktion bei ORANGE 94.0
Rosa Antifa Wien http://www.raw.at
ZIP-FM-Lokalredaktion bei ORANGE 94.0

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Proteste gegen WKR-Ball und das deutschnational/-völkische Kulturerbe im österreichischen Normalzustand.

nochrichten.net Veröffentlicht am Mo.., 23. Januar 2012 von nochrichtenDi.., 24. Januar 2012

Wenn 2012 die rechtsextreme Elite Europas wieder in der Hofburg am Ball des deutschnational/-völkischen Wiener Korporationsring das Tanzbein schwingt, wird mit einer Kundgebung und auf mehreren Demonstrationen dagegen protestiert.

Die umfassendsten Übersichten über alle Aktivitäten finden sich auf http://noborders.noblogs.org/nowkrdemos2012/ und http://noborders.noblogs.org/nowkr2012/ sowie auf https://at.indymedia.org/node/21935.

NoWKR-Demo

Treffpunkt: Freitag, 27. Jänner, 17 Uhr, Christian-Broda-Platz beim Bahnhof Wien Westbahnhof

Die Autonome Antifa [W] ist Teil jenes Bündnisses, das bereits in den letzten Jahren gegen den WKR-Ball mobilisiert hatte, und heuer zu einer Demo vom Westbahnhof zur Hofburg aufruft. Sie kritisiert das „national-identitäre“ Gedenken am Heldenplatz und propagiert „antifaschistische Praxis: emanzipatorischer Antikapitalismus als politische Aufgabe“. Im Gespräch mit ORANGE 94.0 erklären die Aktivist_innen Hintergrund und Ziel ihrer Demonstration.

>>Radio-Orange-Gespräch mit Autonomer Antifa Wien: http://cba.fro.at/54379

>>Mehr Informationen: http://antifaw.blogsport.de


Demo der Offensive gegen Rechts

Treffpunkt: 18.00 Uni Wien
>>Mehr Informationen: http://www.offensivegegenrechts.net

Kundgebung „Jetzt Zeichen setzen“:

Treffpunkt: 18.30 Heldenplatz
>>Mehr Informationen: www.jetztzeichensetzen.at/?page_id=25

>>Aufzeichnung Pressekonferenz von SOS-Mitmensch zum WKR-Ball am Holocaust-Gedenktag in der Hofburg vom 14. Dezember 2011

>>Aufzeichnungen von „Trotz allem“ von der Pressekonferenz von „Jetzt Zeichen setzen“ am 19. Jänner 2012 sowie Interviews

>>Aufzeichnungen von „Trotz allem“ von der Pressekonferenz der FPÖ am 23. Jänner 2012 zum WKR-Ball


Sondersendung zu den Protesten gegen den WKR-Ball am Freitag, 27. Jänner ab 17 Uhr auf ORANGE 94.0 (Open End)

Livestream am Freitag, 27. Jänner ab 17 Uhr: http://o94.at/live/

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Occupy Vienna – Brückenschlag zu Rechtsextremen?

nochrichten.net Veröffentlicht am Mo.., 16. Januar 2012 von nochrichtenDi.., 17. Januar 2012

Nachdem bereits in der Vergangenheit auch hier wiederholt der Occupy-Vienna-Bewegung vorgeworfen wurde, immer mehr zum Forum für Verschwörungstheoretiker_innen und Antisemit_innen zu werden (siehe zum Beispiel die Beiträge http://nochrichten.net/?p=689 und http://nochrichten.net/?p=703), droht am Sonntag der Brückenschlag zu offen den Nationalsozialismus relativierenden und verteidigenden Kreisen und massiv antisemitisch Hetzenden versucht worden zu sein. Bei einer Versammlung am globalen Aktionstag am 15. Jänner am Stephansplatz trat unter anderem der WU-Professor Franz Hörmann auf. Um es mit den Worten der Streifzüge zu sagen: Franz Hörmann ist zumindest bereit, „mit Antisemiten und Nazis gemeinsame Sache zu machen. Sein aktuelles Engagement in der ‚HuMan Weg‘-Bewegung, die offene Zusammenarbeit mit einer Figur wie dem Führerlein Hans-Jürgen Klaussner und vor allem auch die dezidierte Weigerung sich davon zu distanzieren, lassen nur den Schluss zu, dass er solche Haltungen zumindest als tolerierbar betrachtet.“

Wie bereits Tage vor der Occupy-Versammlung unter anderem vom antifaschistischen Blogger Bernhard Jenny aufgezeigt wurde, war Franz Hörmann an der Gründung der Partei „HuMan-Weg-Bewegung Österreich“ (HPÖ) beteiligt, auf deren Website unter anderem erklärt wird:

Die Vollstrecker der ersten Feststellung „Alles ist feindbestimmt“ sind die USA, die seit dem 2. Weltkrieg Europa geistig und materiell ununterbrochen kontrollieren und niederhalten, um es auf keinen Fall als Konkurrent um die Weltherrschaft offen bekämpfen zu müssen. Die US-Regierung weiß ebenso wie ihre geistig-jüdischen Führer, dass nur das neue Europa die Welt zu regieren berufen ist. Sie hatten berechtigt die nackte Angst im Nacken gespürt, als das neue Wirtschaftssystem des Deutschen Reiches ab 1933 die Arbeitslosigkeit mit fast zinslosem Geld ohne Golddeckung beseitigte und damit ein überragendes Beispiel für alle freiheitsliebenden Völker in Europa erschuf, das nur mit dem zweiten Weltkrieg wieder zum Verschwinden gebracht werden konnte. Daher stammen Sätze wie „Deutschland muss vernichtet werden“ und die Kriegserklärung des Weltjudentums, bereits 1923 an Deutschland ausgesprochen, „… dass es von 8 Mio. Juden weltweit bekämpft werden müsse bis zu seinem kompletten Untergang“.
So wird auch heute noch mit den Deutschen verfahren, etwas getarnter mit den Österreichern und den Schweizern.
(h++p:/www.kreditie.at/index.php?option=com_content&view=article&id=72&Itemid=496)

Zumindest einigen der am Stephansplatz für – wie sie es nennen – Echte Demokratie demonstrierenden Leuten dürfte zugutegehalten werden können, nicht wirklich gewusst zu haben, mit wem sie sich da eingelassen haben. Weitere Redner waren Martin Baluch und Roland Düringer.

Videos von der Kundgebung auf ichmachpolitik.at:
Hörmann: http://ichmachpolitik.at/questions/1416
Balluch: http://ichmachpolitik.at/questions/1417
Düringer: http://ichmachpolitik.at/questions/1415

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WiderstandsChronologie im Radio:

jetzt jeden 3. Montag im Monat um 20:30 auf ORANGE 94.0, dem freien Radio in Wien.
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Konzept der WiderstandsChronologie gescheitert!

Wenn in Wien die meisten „linken“ Demos von Antizionist*innen und Antisemit*innen vereinnahmt werden, ist eine solidarische Dokumentation meist nicht mehr möglich. Das Konzept der WiderstandsChronologie muss sich daher ändern.

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Dieser Tage vor 26 Jahren: WiderstandsChronologie gegen Schwarzblau 2000

Logo TATblatt-WiderstandsChronologie
Im Feber 2000 bildeten ÖVP und FPÖ schon einmal eine rechts-rechtsextreme Koalition. Bis zur Angelobung zogen Tag und Nacht Antifaschist*innen protestierend durch Wien. Die Minister*innen gelangten nur auf unterirdischen Wegen zur Angelobung in die Präsidentschaftskanzlei. Noch jahrelang zogen Donnerstagsdemos durch Wien. Das TATblatt dokumentierte alle Protest- und Widerstandsaktivitäten in der TATblatt-WiderstandsChronologie:


Diese Site ist gewissermaßen die Fortsetzung der TATblatt-WiderstandsChronologie aus den Jahren 2000–2005.

Der Spätsommer der Solidarität mit geflüchteten Menschen 2015

Ein Rückblick mit auf Radio ORANGE 94.0 ausgestrahlten Nachrichtenbeiträgen und Sondersendungen:

⇒ https://nochrichten.net/?p=2039

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