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Studierendenproteste im Zentrum: Tausende auf Stephansplatz und vor Finanzministerium.

nochrichten.net Veröffentlicht am Mo.., 25. Oktober 2010 von nochrichtenMo.., 25. Oktober 2010

Nach den Pflegegeldbezieher_innen gehören Studierende zu denen, bei welchen die Regierung künftig am perfidesten zu „sparen“ gedenkt. Gegen die Streichung der Familienbeihilfe bei allen Über-24-Jährigen regte sich daher seit Bekanntwerden am Samstag Protest.
Während der Übertragung der ORF-Sendung „Im Zentrum“ aus dem Haas-Haus demonstrierten Sonntagabend bis zu 4000 Personen (Nochrichten.net-Zählung) am Stephansplatz und am Stock-im-Eisen-Platz. Die lautstarken Missfallensbekundungen sorgten für einen imposanten Soundteppich während der gesamten Fernsehsendung. Mittels Gasballons versuchten Studierende, ein Transparent vor den Fenstern des Raumes, aus dem die Sendung übertragen wurde, zu platzieren. Eine fast vier Minuten dauernde Unterbrechung der Übertragung soll laut ORF auf das Konto von Protestierenden gegangen sein, die eine Kabelverbindung zum Ü-Wagen gekappt haben sollen.

Gelegentlich zeigte der ORF auch Bilder von der Kundgebung. Im Jahr 2000 war der ORF mit der Übertragung seiner Sonntagabenddiskussionsrunde vor erwarteten lautstarken Protesten gegen die damals frisch angelobte FPÖ/ÖVP-Regierung noch ins sicherere und schalldichte ORF-Zentrum am Küniglberg geflohen.

Nach dem Ende der ORF-Sendung zog rund die Hälfte der Demonstrant_innen noch spontan zum Finanzministerium (1.500 bis 2.000 Personen nach Nochrichten.net-Zählung; Route über Rotenturmstraße, Franz-Josefs-Kai und Radetzkystraße) in die Hintere Zollamtsstraße. Die Polizei verhielt sich friedlich, und war nur eher spärlich vertreten. Kurz nach Mitternacht löste sich die Kundgebung vor dem Ministerium auf. Einige zogen noch gemeinsam zur U-Bahn.

Gegen den „Verkauf“ der Studierenden durch die SPÖ protestierte bereits Samstagabend der VSStÖ. Rund 15 sozialdemokratische Studierende zogen in die Löwelstraße und benannten sie mittels eines selbst angefertigten Straßenschildes vor der SPÖ-Zentrale in „Lichtenfelsgasse“ um – bislang eher als Adresse der ÖVP bekannt.

Auch in Loipersdorf, wo die Regierung ihr Belastungspaket bekanntgab, wurden die Minister_innen von protestierenden Studierenden heimgesucht, die unnachgiebig immer wieder mit Transparenten zur Stelle waren, wenn Regierunsgmitglieder auftauchten, Interviews geben oder schlicht zum Sitzungssaal gehen wollten.

Für den Nationalfeiertag sind Aktionen und Flashmobs geplant. Treffpunkt für alle, die teilnehmen wollen: 26. Oktober, 11.30 Uhr in der Dezentrale in der Akademie der Bildenden Künste am Schillerplatz.

Am Mittwoch, den 27. Oktober, um 20 Uhr findet ein Plenum zur Frage, wie es weitergehen soll, in der TU, im Raum tba statt.

Am Donnerstag, den 28. Oktober gibt es die nächste große Demonstration. Treffpunkt: Donnerstag, 28. Oktober, 16.00 Uhr vor der Universität Wien. 18.00 Uhr Schlusskundgebung am Stubentor.

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„One Struggle – One Fight“-Antirepressionsdemo in Wien

nochrichten.net Veröffentlicht am Sa.., 23. Oktober 2010 von nochrichtenMo.., 25. Oktober 2010

Für die Befreiung von Mensch und Tier wurde Samstagnachmittag in Wien demonstriert. Die Demonstration war Teil des Aktionswochenendes „One Struggle – One Fight“, dieses wiederum Teil von „Still Loving Activism – Festivals zur Förderung von Aktivismus und Renitenz“.

Die Demo wirkte wirklich gut vorbereitet. Fundierte und hörenswerte Redebeiträge, Flugblätter, Transparente und Parolen waren thematisch breit gefächert: gegen Repression, gegen die 278er-Paragrafen, gegen Abschiebungen, gegen Rassismen, für Freiräume und Wagenplätze, gegen Ausbeutung und Tötung von Menschen und Tieren. Bloß schade, dass kaum Demonstrant_innen dabei waren, gerade mal 200 waren gekommen.

Zeitweise sah die Demo aber auch kleiner aus als sie war, da sich ungewohnt viele Demonstrant_innen am Verteilen von Flugblättern an Passant_innen beteiligten.

Die Demo zog von der Uni Wien zum Christian-Broda-Platz beim Westbahnhof. Vor dem Landesgericht bzw. der Justizanstalt Josefstadt, beim Marcus-Omofuma-Stein sowie den Pelzhändler_innen Hämmerle und Kleiderbauer wurden Zwischenkundgebungen abgehalten.

Eine Hausbesetzung in der Nacht von Freitag auf Samstag war bereits in der Früh mit einem Polizeibesuch zu Ende gegangen.

Eine nicht gerade schonungsvolle aber kaum wirklich von der Hand zu weisende Kritik findet sich auf Indymedia:
>>https://at.indymedia.org/node/19265

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Daniella, Dorentina und August K. zurück im Freunde-schützen-Haus.

nochrichten.net Veröffentlicht am Fr.., 22. Oktober 2010 von nochrichtenFr.., 22. Oktober 2010

Donnerstag Nachmittag kamen die am 6. Oktober in der Früh aus dem Freunde-schützen-Haus im Wien Meidling von der Polizei abgeholten und kurz darauf abgeschobenen Zwillinge Daniella und Dorentina K. und ihr Vater August K. zurück nach Wien. Nach all dem öffentlichen Druck der letzten Tage wurde ihnen für die Einreise unbürokratisch ein humanitäres Visum ausgestellt. Der weitere Weg, um einen dauerhaften Aufenthalt in Österreich zu ermöglichen, werde sich aber noch langwierig und mühsam gestalten, schilderte die Rechtsberaterin Karin Klaric von Purple Sheep.
Es werde versucht, einen humanitären Niederlassungstitel zu erreichen, kündigte die Karin Klaric an. Es werde aber auch angestrebt, dass über das Asylverfahren neu entschieden wird, da Frau K. während des offenen Verfahrens schwer posttraumatisch erkrankt war, und eine Heilung in absehbarer Zeit laut behandelnder Ärzt_innen nicht zu erwarten sei. Deshalb sei subsidiärer Schutz zu gewähren. Sowohl die Heilung von Frau K. als auch die Bemühungen um einen Aufenthaltstitel für die ganze Familie können sich aber noch über Jahre ziehen.
Auf die Familie K. komme noch eine lange schwere Zeit zu, so Klaric abschließend.
Den in den letzten Tagen oft gehörten Beteuerungen von Politiker_innen und Behörden traut der Initiator des Freude-schützen-Hauses, Jörg Ulreich, wenig: „Kinder gehören nicht ins Gefängnis. Nona.“ Das wüssten der Bundespräsident und all die anderen aber schon länger. Und doch gab es hunderte derartige Fälle schon vorher. Passieren tägliche Fälle in Österreich jeden Tag, so Ulreich.

>>Fünfeinhalb-Minuten-Kurzfassung einer Pressekonferenz im Freunde-schützen-Haus am 22. Oktober für die ZIP-FM-Lokalausgabe
>>Die gesamte Pressekonferenz als ungeschnittener O-Ton (40 Minuten)

>>Purple Sheep

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Wagenplatz Treibstoff geräumt

nochrichten.net Veröffentlicht am Fr.., 22. Oktober 2010 von nochrichtenFr.., 22. Oktober 2010

(Quelle: http://treibstoff.wagenplatz.at/)
Am Donnerstag, den 21. Oktober um 9.00 Uhr früh wurden die Bewohner_innen des Wagenplatz Treibstoff in der Baumgasse von der Polizei überrascht. Mit Lautsprecherdurchsage wurde den BewohnerInnen mitgeteilt, dass sie sich illegal auf dem Gelände aufhalten, die Eigentümerin PORR Strafantrag gestellt habe, und daher das Gelände unverzüglich zu räumen sei. Nach Personalienaufnahme aller Anwesenden haben sich die Wagenplatzbewohner_innen darauf geeinigt, diesmal nicht wieder weg zu fahren. Es gebe für sie keine andere Lösung, als diesmal auf den eskalativen Kurs der Stadt einzugehen, schreiben sie. Zigmal sei versucht worden, der Konfrontation aus dem Weg zu gehen, mehr als 8 Grundstücke seien aufgezeigt worden, auf denen eine Zwischennutzung möglich wäre. Alle diese Gelände stehen noch immer leer.
Was mit den Wagen nun passiere sei noch ungewiss, wird auf treibstoff.wagenplatz.at berichtet. Laut Aussage der Polizei sei dies Sache der Firma Porr und des Abschleppunternehmens Tomann, laut Tomann sei dies Sache der Polizei.

Mehr Infos:
>>http://treibstoff.wagenplatz.at/
>>https://at.indymedia.org/node/19222

>>Bericht von „Trotz allem“ auf Radio Orange 94,0

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Audimax der Uni Wien für eine Nacht wieder besetzt. Neue Glutnester des Widerstands an den Universitäten.

nochrichten.net Veröffentlicht am Mi.., 20. Oktober 2010 von nochrichtenMi.., 20. Oktober 2010

Von Dienstag kurz vor 21 Uhr bis Montag früh war das Audimax der Universität Wien mal wieder kurz besetzt. Davor hatten Studierende nach dem Ende eines großen Sternmarsches mit Abschlusskundgebung am Ballhausplatz den Hörsaal 7 zur Durchführung einer alternativen Vollversammlung besetzt. Dieser platzte aber binnen kürzester Zeit aus allen Nähten. Begleitend von Sambaklängen zogen daher zahlreiche Studierende zum Audimax. Versuche, die Tore zu öffnen, scheiterten jedoch an unnachgiebigen Schlössern, bis, … ja bis irgendeine Person eine Tür – wie es aussieht von innen – öffnete. Wer das gewesen sein könnte, ob es sich gar um eine_n Unimitarbeiter_in handelte, ist Gegenstand von aus Sicherheitsgründen unterlassenswürdigen Spekulationen.

Seitens der Universität wurde kurzfristig versucht, die Besetzer_innen durch Sperren aller Universitätseingänge zu isolieren. Ein Security-Mitarbeiter, der die einzige noch geöffnete Tür bewachen sollte, war mit seiner Aufgabe allerdings bald überfordert, als ein zweiter Türflügel von Studierenden gewaltlos geöffnet wurde. Die Zahl der Securitys wurde daraufhin zwar verdoppelt – es kam also ein zweiter dazu –, Studierende entschlossen sich aber mit entgegengesetztem Interesse auch zur Bewachung der Tür und sicherten so den freien Hochschulzugang zumindest in dieser Nacht.

Im Audimax wurde erst ein Plenum abgehalten, dann Fernsehen geschaut, sich selbst in den ORF-Nachrichten zugejubelt, und dann eine Party gefeiert.

Der Besetzung vorangegangen waren von Rektor_innen initiierte Vollversammlungen an allen Universitäten und ein Sternmarsch von den Unis zum Parlament und mit gemeinsamer Abschlussveranstaltung am Ballhausplatz. An diesen Demonstrationen haben nach Nochrichten.net-Zählung zwischen 13.000 und 15.000 Personen teilgenommen.
Am Demozug von der Uni Wien beteiligten sich 9000 Personen, darunter zirka 2000, die bereits von der Boku gekommen waren, und 1000 im Block der Mediziner_innen (wobei diese Zuordnung hochgradig fehlerbehaftet sein kann).
Im Demozug von der TU befanden sich kurz vor dem Parlament rund 4000 Menschen.

Die Kundgebung am Ballhausplatz blieb hinter den inhaltlichen Standards der Uni-brennt-Bewegung des Vorjahres weit zurück. Weder gab es Simultanübersetzung in Österreichische Gebärdensprache, noch gendergerechte Moderation. Kritik an der Bildungspolitik blieb auf Unibelange beschränkt. Von grundlegender Systemkritik oder zumindest halbwegs gesamtgesellschaftliche Aspekte berücksichtigenden Statements war keine Spur auszumachen. Selbst die restriktive und auch zahlreiche Studierende treffende Abschiebepolitik sowie rassistische Diskriminierung blieb unerwähnt, obwohl nur wenige Stunden zuvor am selben Platz gegen die geplanten Verschärfungen des Fremdenrechts protestiert wurde, und 2000 Schüler_innen mit einer der lebhaftesten Demonstrationen der letzten Monate gegen den Abschiebeversuch an einer Kollegin und für Bewegungsfreiheit für alle durch die Straßen Wiens gezogen waren. Solidarität schien ein Fremdwort geworden zu sein für die Studierenden.

Ein Eindruck, der im Audimax zumindest einigermaßen revidiert wurde. Unmittelbar nach der Besetzung zierten mit Kreide geschriebene Parolen für offene bzw. keine Grenzen, für Bewegungsfreiheit und gegen Sexismen die Wände.

>>ZIP-FM-Lokalausgabe mit Telefoninterview mit Uni-brennt-Aktivist_innen über die Audimax-Besetzung, deren Ende, Repression gegen eine frühmorgendliche Demo, über Kritik an der gestrigen Demo und die Frage, wie es weitergeht, sowie mit Ausschnitten aus der Abschlusskundgebung.

>>Aufzeichnung der Abschlusskundgebung des Uni-Sternmarsches am Ballhausplatz (unbearbeiteter O-Ton)
>>Video-Live-Stream aus dem Audimax der Uni Wien: http://ustre.am/c6pZ
>>unibrennt.at/unsereuni.at – bisweilen überlastet

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Zweitausend Schüler_innen gegen Abschiebungen, für Bewegungsfreiheit für alle.

nochrichten.net Veröffentlicht am Di.., 19. Oktober 2010 von nochrichtenMi.., 20. Oktober 2010

Zeitweise mehr als 2000 Personen, vor allem Schüler_innen demonstrierten Dienstagvormittag, am antirassistischen Aktionstag einerseits für Araksya, jene Schülerin am BORG3, welches letzte Woche von der Polizei während des Unterrichts abgeholt und danach abgeschoben hätte werden sollen, andererseits aber auch generell gegen die rassistische Fremdenpolitik in Österreich.
Nicht nur im BORG3, sondern in zahlreichen Wiener Schulen wurde zu Schüler_innenstreiks und zu Protesten aufgerufen. Außerdem war von antirassistischen Initiativen schon länger zu Protesten am Ballhausplatz aufgerufen worden, um gegen jene weiteren Verschärfungen im Fremdenrecht zu protestieren, die ursprünglich heute im Minister_innenrat behandelt hätten werden sollen.
Um 9 Uhr versammelten sich die ersten Demonstrant_innen. Zirka um 10 Uhr veranstalteten sie einen alternativen Minister_innenrat. Gegen 11 Uhr waren bereits rund 200 Menschen am Ballhausplatz. Dann strömten von allen Seiten Schüler_innen auf den Ballhausplatz. Bald danach wurde gemeinsam als Demonstration losgezogen in Richtung PAZ Rossauer Lände, dem wichtigsten Abschiebegefängnis in Wien, und skandierten gemeinsam (!) „No Border! No Nation! No Deportation!“.

>>Akustische Eindrücke in einer Sondersendung der ZIP-FM-Lokalausgabe vom Dienstag auf Radio ORANGE 94,0

Aus dem Aufruf für die Kundgebung am Ballhausplatz:

Die zentralen Verschärfungen sind:
1. Was unter “Mitwirkungspflicht” diskutiert wird, ist de facto Haft für Flüchtlinge in den ersten 5-7 Tagen ihres Zulassungsverfahren zum Asylverfahren (=die Zeit, in der geprüft wird, ob jemandem das Recht auf ein Asylverfahren erteilt wird). In dieser Zeit darf die Erstaufnahmestelle (Thalham, Traiskirchen, Schwechat) dann nicht mehr verlassen werden. Das bedeutet neben Freiheitsentzug die Verunmöglichung eines legalen Zugangs zu unabhängiger Rechtsberatung sowie die erschwerte Kontaktaufnahme mit Vertrauenspersonen.
2. Während dieser Zeit müssen die Flüchtlinge, zynisch genug, eine “rote Karte” bei sich tragen, die die Identifzierung durch Behörden möglich macht. Wenn sie das Erstaufnahmezentrum verlassen und von der Polizei kontrolliert werden, was systematischder Fall ist, können Verwaltungsstrafen bis hin zur Verhängung von Schubhaft folgen.

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Proteste gegen Abschiebungen werden endlich breiter. Schüler_innen sammeln Unterschriften für Araksya, Organisationen fordern Schutz von Kindern vor der Polizei, Kundgebungen am Sonntag, Montag, Dienstag, …

nochrichten.net Veröffentlicht am Sa.., 16. Oktober 2010 von nochrichtenDi.., 19. Oktober 2010

Vor eineinhalb Wochen wurden Kinder mit dem Sturmgewehr von der Polizei abgeholt und abgeschoben. Vorige Woche wollte die Polizei eine Wiener Schülerin aus ihrer Klasse holen und abschieben. Araksya gelang es, vorübergehend unterzutauchen, ihre Mutter muss nun psychisch behandelt werden. Araksyas Lehrer_innen und Mitschüler_innen verwandelten die Fenster des Schulhauses in ein riesiges Transparent.

Versuch einer Übersicht über aktuelle Aktivitäten:

Schüler_innen aus ganz Wien sammeln Unterschriften Araksya muss bleiben!
Und ihre Mutter auch!
>>http://ausmitraus.aks.at

Gegen Unrecht: Kinder gehören nicht ins Gefängnis!
Immer mehr Organisationen rufen unter dem Titel „Kinder gehören nicht ins Gefängnis“ auf, dafür zu unterschreiben, dass die UN-Kinderrechtskonvention auch in Österreich in die Verfassung integriert und vor allem umgesetzt wird, um zumindest die Deportation von Kindern zu erschweren. Bis Montagnachmittag war sie bereits von mehr als 50.000 Personen unterstützt worden. Und das trotz technischer Probleme. Bitte achtet darauf, dass ihr ein Bestätigungsmail bekommt, und bestätigt eure Unterschrift durch Anklicken des dortigen Links. Solltet ihr die Mail auch nach längerer Wartezeit nicht bekommen, hilft nichts außer mit einer anderen E-Mail-Adresse es nochmal probieren. Probleme gab es leider just auch mit o94.at-Adressen.

>>http://www.gegen-unrecht.at

Stille Kundgebung am Sonntagabend vor dem Haas-Haus
Für Sonntagabend rief die Initiative „Kinder gehören nichts ins Gefängnis“ zu einer stillen Kundgebung beim Stephansplatz auf, während im Haas-Haus für eine ORF-Sendung über Asyl debattiert wurde.

Komm Sonntag um 21.45 Uhr zum Stephansplatz, nimm FreundInnen, Bekannte, Familie mit. Pack Kerzen und Feuerzeuge und warme Kleidung und Getränke ein, damit wir gemeinsam ein leuchtendes Zeichen setzen können.

Kurzbericht:
An der Kundgebung nahmen nach Nochrichten.net-Zählung zwischen 1.500 und 2.000 Personen teil, und das trotz Regens. Viele trugen Kerzen bei sich. Die ORF-Diskussion wurde über eine Video-Wall auf den Stephansplatz übertragen, was immer wieder Kundgebungsteilnehmer_innen veranlasste, das Schweigen zu brechen, und stattdessen zu pfeifen oder „Buh!“ zu rufen.

>>Diakonie-Direktor Chalupka und Caritas-Wien-Direktor Landau sprachen sich im Gespräch mit Radio Orange 94,0 nicht nur für besseren Schutz von Kindern vor Abschiebungen, sondern für eine umfassende Reform des Fremdenrechts aus.

Keine Abschiebung von Kindern – Bring ein Stofftier vors Innenministerium
Für Montag um 12 Uhr rufen die Grünen zum Start einer Dauerkundgebung gegen die Abschiebung von Kindern vor dem Innenministerium auf: Bring ein Stofftier vors Innenministerium, ab Montag, 12 Uhr, Herrengasse 7.

Wir laden Dich ein, ein Stofftier als Symbol für die abgeschobenen Kinder vor den Eingang des Innenministeriums, Herrengasse 7, zu bringen und dort zu hinterlassen. Setzen wir gemeinsam ein Zeichen, solange Kinder aus Österreich abgeschoben werden.

Kurzbericht: Zum Fototermin lagen zwar erst ein paar Stofftiere vor dem Innenministerium. Innerhalb einer halben Stunde wuchs der Spiezeugtierberg aber bedeutend an. Aus der geplanten Dauerkundgebung der Stofftiere dürfte es aber dennoch nichts werden. Die Polizei kündigte an, die Spielsachen zu entfernen, wenn keine Person mehr da ist.

Antirassistischer Aktionstag gegen weitere Verschärfungen des Fremdenrechts – Bewegungsfreiheit für alle!

Dienstag gibt es einen antirassistischen Aktionstag anlässlich der ursprünglich für 19. Oktober geplanten Behandlung weiterer Fremdenrechtsverschärfungen im Minister_innenrat.
Kundgebung: Dienstag 9.00 Uhr Ballhausplatz,
Alternativer Minister_innenrat: Dienstag 10.15 Ballhausplatz,
Demonstration: Dienstag 11 Uhr Ballhausplatz.
Bleiberecht und Bewegungsfreiheit für alle!

>>http://rotekartestoppen.blogsport.de/

>>Kurzbericht siehe anderer Artikel

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Lehrer_innen und Schüler_innen protestieren gegen Abschiebung. Zum Untertauchen gezwungene Wiener Schülerin wieder zuhause. NGOs fordern Beachtung der UN-Kinderrechtskonvention.

nochrichten.net Veröffentlicht am Do.., 14. Oktober 2010 von nochrichtenFr.., 15. Oktober 2010

Update:

Lehrer_innen und Schüler_innen des BORG3, aus dem eine Wiener Schülerin am Mittwoch von der Polizei abgeholt und abgeschoben werden sollte, protestieren massiv gegen die Abschiebeversuchen an einer ihrer Schüler_innen bzw. Kolleg_innen.
Mitschüler_innen verwandelten die Schule in ein riesiges Transparent und organisierten eine Unterschriftenliste.
>>Protestseite auf borg3.at (möglicherweise nur temporär)

Die Lehrer_innen veröffentlichten eine Protestnote auf der Homepage der Schul-Website:

Wir sind empört über den Abschiebungsversuch unserer Schülerin Araksik M. im Schulhaus durch die österreichische Fremdenpolizei am 13. Oktober 2010. Schule soll ein Ort des Lernens, der Sicherheit und der gelebten Integration sein, den wir als solchen durch die geplante Abschiebung massiv bedroht sehen. Das Herausreißen einer Schülerin aus dem Klassenverband ist eine menschliche Tragödie für die Betroffene selbst und hinterlässt große Verstörung und Verunsicherung bei MitschülerInnen und uns LehrerInnen.

Wir fordern das Überdenken der momentan geltenden Asylgesetze und wünschen uns Menschlichkeit statt bloßem Gesetzesvollzug.

Die LehrerInnen des borg3

Eine Wiener Gymnasiastin sollte Mittwochvormittag in der Schule von der Polizei abgeholt und anschließend abgeschoben werden. Der Vorzugsschülerin gelang es jedoch rechtzeitig abzuhauen und unterzutauchen. Ihre Mutter wurde von der Polizei zuhause verhaftet und in Schubhaft überstellt.

Beide lebten seit mehreren Jahren in einem von der Volkshilfe betreuten Haus. Die Schülerin war erst heuer wegen besonders guter Schulerfolge ins Gymnasium gewechselt. Die Mutter befand sich aufgrund traumatischer Fluchterfahrungen seit einigen Jahren in psychiatrischer Behandlung. Sie ist schwer suizidgefährdet, und wurde erst vor kurzem aus dem Spital entlassen, wo sie wegen eines Suizidversuchs behandelt worden war.
Nachdem die Tochter am Abend noch unauffindbar war, wurde die Mutter mitten in der Nacht aus der Schubhaft entlassen, da sie ohne ihre Tochter nicht deportiert werden konnte. Ihre Betreuer_innen wurden davon nicht verständigt.

Ministerin Fekter verteidigte den Polizeieinsatz in dem Gymnasium in Wien Landstraße in einem ORF-Interview damit, dass sie noch vor zwei Tagen dafür gescholten worden sei, dass Kinder in der Früh von der Polizei zur Abschiebung abgeholt worden waren. Fast gleichzeitig mit dem Abschiebeversuch kündigte Fekter bei einer Polizeiveranstaltung in Linz humanere und familiengerechtere Abschiebungen an.

Nachdem die Mutter aufgrund der psychischen Belastungen wieder in stationäre Spitalsbehandlung musste, ist vorübergehend die akute Abschiebegefahr aufgeschoben. Die Schülerin ist inzwischen wieder nach Hause zurückgekehrt. Beiden droht aber weiterhin Inhaftierung und Abschiebung.

Die vom Polizeieinsatz schockierten Mitschüler_innen mussten schulpsychologisch betreut werden.

Caritas, Diakonie, Amnesty International und SOS Kinderdorf wandten sich Donnerstagvormittag mit einem offenen Brief an die Nationalratsabgeordneten. Unter der Überschrift „Kinder gehören nicht ins Gefängnis“ bezeichnen sie es als schwer zu begreifen, dass Familien, deren Kinder den größten Teil ihres Lebens in Österreich verbracht haben, und die besser Deutsch als ihre Erstsprache sprechen, kein humanitäres Bleiberecht erhalten. Sie fordern die Verankerung der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen in der österreichischen Verfassung. Die Kinderrechtskonvention verlangt den Vorrang des Kindeswohls bei jeder Form staatlichen Handelns und sieht ausdrücklich den Schutz von Kindern im Asylverfahren und Fremdenrecht vor. Die Forderungen können auf
>>http://www.gegen-unrecht.at
unterstützt werden.
Am Nachmittag wurden Vertreter_innen der vier die Initiative betreibenden Organisationen von Bundespräsident Fischer empfangen.

Von Bürgermeister Häupl ist noch keine Stellungnahme bekannt. Der hatte kurz vor der Wahl die Abschiebung zweier Kinder und ihres Vaters ohne ihrer Mutter nach einer ausgiebigen Nachdenkphase, als alles zu spät war, scharf kritisiert. Landesbehörden sind für die Erteilung humanitären Bleiberechts mitzuständig. Die Wiener Grünen schlugen vor, die Kinderrechtskonvention wenigstens in der Wiener Landesverfassung zu verankern. Die SPÖ stellte sich in Person von Sicherheitssprecher Pendl hingegen hinter die Vorschläge Fekters.

>>Aussendung der Wiener Grünen
>>Aussendung 1 der Volkshilfe
>>Aussendung 2 der Volkshilfe
>>Aussendung 3 der Volkshilfe
>>Aussendung zu „Kinder gehören nicht ins Gefängnis“
>>Aussendung der SPÖ

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„Menschen der Erinnerung“

nochrichten.net Veröffentlicht am Sa.., 9. Oktober 2010 von nochrichtenMo.., 11. Oktober 2010

40-50 Personen erinnerten Samstagnachmittag am und rund um den Stephansplatz an abgeschobene Menschen durch Tragen von Tafeln mit deren Namen und Abschiebedaten. Sie folgten damit einem erst am Vortag über Internet verbreiteten Aufruf, auf diese Weise auf die Abschiebung einer halben dazu behördlich zerrissenen Familie vergangene Woche zu reagieren:

Wir mussten in den letzten Stunden hilflos beobachten, wie zwei kleine Mädchen erst in ein Gefängnis und dann in ein Flugzeug gesteckt werden, welches sie von ihrer Mutter wegbringt. Ich möchte nicht in einigen Jahren sagen: „Ich hab davon nichts gewusst!“ oder „Ich habe nur meine Pflicht getan.“ Lasst uns bereits jetzt ein Zeichen setzen, ein lebendiges Zeichen und Menschen der Erinnerung sein.
Erinnern wir diesen Samstag gemeinsam an diejenigen Mitbürger/innen, die man uns einfach weggenommen und abgeschoben hat!“

Damit wurde auch verdeutlicht: die Abschiebung letzte Woche ist kein Einzelfall.

>>Audiobericht mit Interviews aus der ZIP-FM-Lokalausgabe von Montag um 17 Uhr auf Radio Orange 94,0.

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Demo gegen Nächtigungsgebühren in Notschlafstellen.

nochrichten.net Veröffentlicht am Sa.., 9. Oktober 2010 von nochrichtenMo.., 11. Oktober 2010

Rund 60 Menschen demonstrierten am 9. Oktober in Wien gegen die neuen Nächtigungsgebühren für Notschlafstellen. Wer mehr als 500 Euro pro Monat Einkommen hat, etwa durch Bezug von Mindestsicherung, muss künftig vier Euro pro Nacht zahlen. Das sind rund 120 Euro pro Monat, mehr als manche Miete für ein richtiges Zimmer in einer Wohngemeinschaft ausmacht, und das obwohl das Bett in der Früh verlassen werden muss.

Überraschenderweise beteiligten sich an der Demonstration außer betroffenen und solidarischen Personen auch drei FPÖ-Anhänger in Wahlkampfmontur.

Einige Teilnehmer_innen legen Wert auf Feststellung, dass während der Demo laufend versucht wurde, die freiheitlichen Wahlkämpfer verbal aus Demo zu drängen – erst durch Zureden, dann mittels Rufen von antirassistischen und Anti-FPÖ-Sprüchen.

Laut Veranstalter_innen waren alle Parteien zur Demo eingeladen worden, die sich gegen die „Bettensteuer“ ausgesprochen haben, und dazu zähle nunmal die FPÖ. Gekommen waren nur FPÖ und – in weitaus größerer Zahl – Grüne. Insgesamt demonstrierten 60 Leute. Ein paar weitere, die gekommen waren, verließen die Versammlung aufgrund der akzeptierten Beteiligung der FPÖ bereits beim Westbahnhof.

>>Aufrufflugblatt
>>Hintergrundinfos bei LISA-FAS (Libertäre Initiative Sozial Arbeitender)
>>Bericht der LISA-FAS auf Indymedia
>>Bericht auf Yet Another Anarchist Blog


>>Audiobericht mit Interviews aus der ZIP-FM-Lokalausgabe von Montag um 17 Uhr auf Radio Orange 94,0.

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WiderstandsChronologie im Radio:

jetzt jeden 3. Montag im Monat um 20:30 auf ORANGE 94.0, dem freien Radio in Wien.
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Konzept der WiderstandsChronologie gescheitert!

Wenn in Wien die meisten „linken“ Demos von Antizionist*innen und Antisemit*innen vereinnahmt werden, ist eine solidarische Dokumentation meist nicht mehr möglich. Das Konzept der WiderstandsChronologie muss sich daher ändern.

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  • Ohne Titel Do.., 22. Oktober 2026
    Hunderte Demonstrant*innen zogen nach Abschlusskundgebung bei Uni Wien weiter zum Parlament. #UnisRetten #w2210
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  • Ohne Titel Mo.., 19. Oktober 2026
    Die aktuelle #WiderstandsChronologie für @radioorange940 über#SafeAbortionDay #7Oktober#Kopftuchverbot#WienGegenAntisemitismus#Klimastreik…zum Nachhörenwegen Serverproblemen diesmal direkt auf:https://cba.media/798379
  • Ohne Titel Fr.., 16. Oktober 2026
    Die Reden auf der #Klimastreik-Demo vom 16. Oktober 2026 in #Wien zum Nachhören: https://cba.media/798205

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Dieser Tage vor 26 Jahren: WiderstandsChronologie gegen Schwarzblau 2000

Logo TATblatt-WiderstandsChronologie
Im Feber 2000 bildeten ÖVP und FPÖ schon einmal eine rechts-rechtsextreme Koalition. Bis zur Angelobung zogen Tag und Nacht Antifaschist*innen protestierend durch Wien. Die Minister*innen gelangten nur auf unterirdischen Wegen zur Angelobung in die Präsidentschaftskanzlei. Noch jahrelang zogen Donnerstagsdemos durch Wien. Das TATblatt dokumentierte alle Protest- und Widerstandsaktivitäten in der TATblatt-WiderstandsChronologie:


Diese Site ist gewissermaßen die Fortsetzung der TATblatt-WiderstandsChronologie aus den Jahren 2000–2005.

Der Spätsommer der Solidarität mit geflüchteten Menschen 2015

Ein Rückblick mit auf Radio ORANGE 94.0 ausgestrahlten Nachrichtenbeiträgen und Sondersendungen:

⇒ https://nochrichten.net/?p=2039

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