Aug 252017
 

Protestbild: Wir sind alle #linksunten

Am Freitag, dem 25. August 2017, wurde linksunten.indymedia.org vom deutschen Bundesinnenministerium abgedreht und verboten. Bei angeblichen Betreiber*innen und im autonomen Zentrum KTS in Freiburg wurden Hausdurchsuchungen durchgeführt. Indymedia linksunten war eine der wichtigsten Nachrichten- und Vernetzungsplattformen für soziale, antirassistische, antifaschistische und andere emanzipatorische Aktivitäten im deutschsprachigen Raum.
Ich verstehe das als einen Angriff auf freie Medien und soziale Bewegungen, der nicht zu rechtfertigen und auch nicht hinzunehmen ist.
Das Verbot und das erzwungene Abschalten von Indymedia linksunten zeigt aber auch einmal mehr deutlich, wie notwendig die Vielfalt von freien und unabhängigen Medien ist.
Harte Zeiten erfordern unabhängige Berichterstattung. Getroffen hat es einige, gemeint sind wir alle. Don‘t hate the media, become the media. Wir sind alle Indymedia Linksunten

Mehr Informationen:

Text der Soligruppe Unabhängige Medien Freiburg:
https://de.indymedia.org/node/13532

Stellungnahme von einigen von de.indymedia:
https://de.indymedia.org/node/13553

Beitrag von Radio Dreyeckland über Proteste gegen das Verbot von Indymedia linksunten:
https://rdl.de/beitrag/ber-300-demonstrieren-spontan-f-r-unabh-ngige-medien-und-gegen-repression
bzw.
http://www.freie-radios.net/84662

 Posted by on Fr., 25. August 2017 at 12:27
Jul 082017
 

Willkommen bei der WiderstandsChronologie

Am 27. Juni demonstrierten rund 100 Personen vor dem Parlament gegen den Plan der Regierung, Wachstum, Beschäftigung und einen wettbewerbsfähigen Wirtschaftsstandort per Verfassungsgesetzesänderung zu Staatszielen zu bestimmen. Eine Abstimmung darüber im Nationalrat wurde zwar verschoben. Vom Tisch ist das Vorhaben aber nicht.
[Ausschnitt Rede]

Am 28. Juni protestierten in den Räumen des Fonds Soziales Wien betroffene Aktivist*innen für eine Erhöhung der Förderungen für Persönliche Assistenz. Persönliche Assistent*innen helfen und unterstützen behinderte Menschen in Bereichen des täglichen Lebens, zum Beispiel des Haushalts, der Körperpflege, des Behördenkontakts, überall dort, wo es notwendig ist, und ermöglichen so mehreren hundert Menschen, die sonst in Heimen leben müssten, ein selbstbestimmtes Leben. Das System der Persönlichen Assistenz wurde von behinderten Menschen selbst entwickelt. Sie selbst dürfen die Assist*innen auswählen, und sie selbst bestimmen, welche Tätigkeiten wann, wo und wie gemacht werden.
Seit 2008 habe die Stadt Wien bzw. der Fonds Soziales Wien den geförderten fiktiven Stundensatz nicht an den Geldwert angepasst. Auch andere dringende Verbesserungen seien immer auf die lange Bank geschoben worden, erklärten die Aktivist*innen.
Seit Jahren gewachsene Assistenzsysteme drohen daher zusammenzubrechen, was im schlimmsten Fall zu einer Einweisung in ein Pflegeheim führen kann. Die Aktivist*innen, forderten eine umgehende Erhöhung der Förderung für die persönliche Assistenz, damit sie auch weiterhin ein selbstbestimmtes Leben führen können. Die Protestaktion wurde nach erfolglosen Gesprächen mit dem Fonds Soziales Wien abgebrochen. Vorerst.

Am 1. Juli demonstrierten rund 200 Personen für „gutes Wohnen für alle“ und gegen „Profite mit der Miete“.
[Ausschnitt aus Reden]

In einer früheren Ausgabe der WiderstandsChronologie berichteten wir bereits darüber, dass in Hadersdorf am Kamp eine würdige Gedenkstätte fehlt, die an die Ermordung von 61 kurz zuvor freigelassenen politischen Gefangenen am 7. April 1945 erinnert. Seit 2009 gibt es zwar eine Gedenktafel am Friedhof in Hadersdorf am Kamo, auf der ist aber nicht von politischen Gefangenen die Rede, die da ermordet worden waren. Immer wieder wurde versucht, eine Verbesserung zu erreichen. Immer erfolglos. Am 1. Juli montierten schließlich Antifaschist*innen selbst eine würdige Gedenktafel, die auch die Namen aller bekannten Namen jener Menschen enthält, die am 7. April 1945 in Hadersdorf am Kamp erschossen wurden. Danke an Renate Sassmann von WienTV für die Aufnahme.
[Ausschnitt aus Video https://youtu.be/0kCDhz6uMXo von Renate Sassmann]

Am 7. Juli gab es in Wien eine kurze Spontandemo in Solidarität mit den Protesten gegen den G20-Gipfel in Hamburg.

Und heute, am 8. Juli, beteiligten sich in Wien rund 450 Menschen an einem Marsch für Gerechtigkeit in der Türkei – in Solidarität mit dem Marsch für Gerechtigkeit, bei dem in den letzten Wochen tausende Menschen zu Fuß von Ankara nach Istanbul gezogen waren.
[Ausschnitt aus Rede]

Das war die WiderstandsChronologie.
Auf Wiederhören.

https://cba.fro.at/344904

 Posted by on Sa., 8. Juli 2017 at 19:35
Jun 242017
 

Willkommen bei der WiderstandsChronologie.

„Many colours – One community“ – unter diesem Slogan zogen am 17. Juni wieder zigtausende Menschen, vor allem Lesben, Schwule, Bisexuelle, Heterosexuelle, Transgender- und intergeschlechtliche Personen, bei der Regenbogenparade über die Wiener Ringstraße – für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft in Österreich und der ganzen Welt.

200 Fundamentalistische Christ*innen demonstrierten am Albertinaplatz wieder dagegen, und gegen die Ehe für alle, gegen Abtreibungen, und gegen das, was sie Gender-Wahn nennen.
[kurze Ausschnitte]

Gegen diese Gegendemonstration demonstrierten wiederum rund 100 Personen – zuerst vom Graben zur Philharmonikerstraße, dann stationär in der Philharmonikerstraße in Sicht- und Hörweite der Fundamentalist*innenkundgebung.
[kurze Ausschnitte]

Als die fundamentalistischen Christ*innen nach ihrer Auftaktkundgebung zu einem „Marsch für die Familie“ Richtung Schottengasse aufbrachen, wurde am Josefsplatz die Straße blockiert. Die Polizei drängte die Gegen-Gegendemonstrant_innen zur Seite. Der polizeiliche Einsatzleiter erklärte, dass sich die Beteiligten nach dem neuen § 7a des Versammlungsgesetzes strafbar machen würden, der einen Schutzbereich rund um eine Versammlung festlegt. Zahlreiche Personen wurden Identitätsfeststellungen unterzogen. Laut Rechtshilfe wurden zwei Personen festgenommen, am Abend aber wieder freigelassen.

Der fundamentalistische „Marsch für die Familie“ musste aus Sorge vor weiteren Störungen bereits vorzeitig in der Herrengasse umkehren.

Am Abend des 18. Juni trafen sich mehr als 300 Geflüchtete, Freund*innen und Unterstützer*innen am Heldenplatz zu einem Iftar oder Picknick – je nach religiöser oder atheistischer Einstellung – gegen Abschiebungen.
[kurzer Ausschnitt aus Kundgebung]

Anlässlich des Weltflüchtlingstags beteiligten sich am 20. Juni rund 90 Personen an einem Umbrella-Flashmob beim Marcus-Omofuma-Stein. Wie in zahlreichen Städten sollten Regenschirme einen symbolischen Schutzschirm für Geflüchtete darstellen. Mit auf den Schirmen aufgeklebten Buchstaben wurde ein Stopp von Abschiebungen gefordert.

Am Karlsplatz gab es zum Weltflüchtlingstag einen Solidaritätsstand mit Essen und Trinken für das von Räumung bedrohte City Plaza in Athen, ein selbstverwaltetes Haus von und für Geflüchtete in Athen.
[Interview]

Heute, am Samstag, dem 24. Juni zogen rund 60 Personen von der ÖVP-Zentrale zum Parlament, um gegen das geplante, teilweise auch schon beschlossene, Überwachungspaket zu demonstrieren.
[bisschen O-Ton von Demo]

Zirka 430 Menschen folgten in Wien auch heuer wieder dem Aufruf Ayatollah Khomeinis aus dem Jahr 1979 zu weltweiten Protesten gegen Israel und beteiligten sich am Al-Quds-Marsch, der vom Urban-Loritz-Platz um Justizministerium führte.
Als Kritik daran fand am Bundesländerplatz an der Mariahilfer Straße eine Kundgebung gegen Antisemitismus statt, an der mehr als 200 Personen teilnahmen.
Einzelne Personen versuchten in der Burggasse den Al-Quds-Marsch zu blockieren. Die Blockade wurde nach rund einer Viertelstunde von der Polizei aufgelöst. Die Beteiligten wurden aus der Sitzblockade gezerrt. Es soll zahlreiche Identitätsfeststellungen gegeben haben. Unbestätigten Meldungen zufolge soll drei Personen auch Widerstand gegen die Staatsgewalt vorgeworfen werden. Journalist*innen wurden vor der Räumung von der Polizei in eine Seitengasse gedrängt. Dann wurde auch noch ein Polizeifahrzeug zwischen Pressevertreter*innen und Einsatzort platziert. Es entstand der Eindruck, dass die Journalist*innen nur ja nichts vom Polizeieinsatz gegen die Blockierer*innen sehen sollten. Laut Polizei sei das alles aber nur zur Sicherheit der Journalist*innen gemacht worden.

https://cba.fro.at/343863

Das war die WiderstandsChronologie.
Auf Wiederhören.

 Posted by on Sa., 24. Juni 2017 at 21:26
Jun 102017
 

Willkommen bei der WiderstandsChronologie

Am Dienstag, dem 30. Mai, fand wieder eine Massenabschiebung von Schutzsuchenden per Charterflug nach Afghanistan statt. Wieder einmal wurde dagegen neben dem Polizeianhaltezentrum an der Rossauer Lände demonstriert. Und wieder einmal vergebens.
[Ausschnitte Interview]
Link zu einem O94POLITIK SPEZIAL über diese Kundgebung: https://cba.fro.at/342020

Mehr als 250 Menschen gedachten am 2. Juni beim Marcus-Omofuma-Stein am Platz der Menschenrechte der Opfer des Bombenanschlags in Kabul vom 31. Mai.
[Ausschnitte aus Interviews]
Link zu einem O94POLITIK SPEZIAL über die Gedenkveranstaltung: https://cba.fro.at/342390

Am 2. Juni war auch internationaler Hurentag. In Wien fand dazu auch heuer wieder eine Kundgebung am Urban-Loritz-Platz statt. Unterstützende Organisationen forderten einen respektvollen Umgang mit Sexarbeiter*innen und die Durchsetzung von Rechten für Sexarbeiter*innen, die auch für andere Berufe gelten.
[Ausschnitt aus einer Rede auf der Kundgebung]

Am 6. Juni kamen 35 Personen zu einer Kundgebung von Linkswende und Sozialistischer Jugend Wien vor dem Parlament gegen eine FPÖ-Veranstaltung zum 65-jährigen Bestehen des Rings freiheitlicher Studenten, die im Parlament stattfand.
[Ausschnitt aus einer Rede auf der Kundgebung]

Feiern und vernetzen war das Ziel eines Straßenfestes vor dem und im Amerlinghaus, das am 9. Juni stattfand. Denn linke und kritische Bündnisse seien nötig, um für gute Lebensräume für alle zu kämpfen, hieß es.

Ebenfalls am 9. Juni demonstrierten einmal mehr 580 Personen gegen Abschiebungen. Dabei stand wieder insbesondere die Forderung nach einem sofortigen Stopp von Abschiebungen nach Afghanistan im Vordergrund.
[Ausschnitte aus Reden auf der Kundgebung]

Und am 10. Juni veranstaltete die Plattform 20000 Frauen die dritte feministische Tischgesellschaft auf der Mariahilfer Straße.

Das war die WiderstandsChronologie.
Auf Wiederhören.


https://cba.fro.at/342746

 Posted by on Sa., 10. Juni 2017 at 17:10