Dez 082018
 

Willkommen bei der WiderstandsChronologie.

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Zum Auftakt der heurigen 16 Tage gegen Gewa.lt an Frauen demonstrierten in Wien FrauenLesbenMigrantinnen am 25. November vom Karl-Kantner-Park zum Bahnhof Ottakring.

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Immer noch treffen sich am Dienstag oder Mittwoch zahlreiche Menschen vor dem Innenministerium am Minoritenplatz, um unter dem Motto „Music4HumanRights“ um gegen den aufkommenden Faschismus anzusingen. Das nächste Mal am Dienstag, dem 11. Dezember, und am Mittwoch, dem 19. Dezember, jeweils um 16.30 am Minoritenplatz. Danach legen sie eine Pause bis zum 8. Jänner ein.

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Trotz eher frischer Temperaturen irgendwo unter dem Gefrierpunkt, demonstrierten auch am Donnerstag, dem 29. November in Wien wieder rund 3000 Menschen gegen die rechtsextreme Regierung. Schwerpunktthema in einer Woche, die mit einem Warnstreik der Eisenbahner*innen begonnen hatte, waren gegenwärtige, kommende und überhaupt alle nötigen Arbeitskämpfe.
[gebauter Beitrag mit Ausschnitten aus Reden und Musikdarbietungen]

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Das Gericht der Europäischen Union hat im November entschieden, dass die kurdische Arbeiter*innenpartei PKK zu Unrecht auf der EU-Terrorliste geführt werde. Trotzdem ist die PKK in Deutschland seit 25 Jahren verboten. In Österreich plant die Regierung, die Verwendung von Symbolen der PKK zu verbieten. Gegen das Verbot der PKK wurde am 1. Dezember in mehreren Städten demonstriert, auch in Wien gingen dagegen am 1. Dezember 180 Menschen auf die Straße. [Interview]

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Am 4. Dezember forderten in St. Pölten vor dem Landhaus Demonstrant*innen mit dem Slogan „Waldhäusl, putz dich“ den Rücktritt des rechtsextremen Landrats, nachdem dieser minderjährige Asylwerber*innen in ein Quartier in Drasenhofen bringen und dort quasi unter Hausarrest stellen hat lassen, wie es etwa die Asylkoordination formulierte.

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Anlässlich der UN-Klimakonferenz war die Klima-, Umwelt- und Verkehrspolitik der ÖVP-FPÖ-Regierung am 6. Dezember das Hauptthema der Donnerstagsdemo, an der sich diesmal rund 3500 Personen beteiligten. Während einer Zwischenkundgebung beim Verkehrsministerium wurde von Aktivist*innen am Dach des Ministeriums ein Transparent entrollt und mit einer Pyrotechnik-Show drauf aufmerksam gemacht.
Am 13. Dezember ist wieder Donnerstag. Treffpunkt ist am Donnerstag, dem 13. Dezember um 18 Uhr am Yppenplatz in Ottakring. Danach wird es eine Pause bis zum 10. Jänner geplant. [Ausschnitte aus Reden]

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Von 17. November bis 7. Dezember fand in Ottakring eine Hausbesetzung statt. Besetzt worden war ein Haus in der Neulerchenfelder Straße 35, von den Besetzer*innen „Nele“ genannt, in dem sich früher die Druckerei REMAprint befunden hatte, und das seit deren Konkurs leer gestanden war. Anfänglich war das Haus still besetzt. Es wurde zum Wohnen und für nur in kleinen Kreisen bekannte Veranstaltungen genutzt. Spätestens am 5. Dezember wurde die Besetzung öffentlich bekannt. Daraufhin hängten die Besetzer*innen Transparente auf, luden zu Nachbarschaftscafés und öffentlichen Veranstaltungen. In zwei großen Hallen und weiteren Räume wollten die Besetzer*innen Nutzungen unter anderem als Café, Atelier, Trainingsraum, Werkstatt oder Kino ermöglichen. Noch am 6. Dezember wurde ein Skatepark eröffnet.
Am 7. Dezember wurde das Haus von der Polizei geräumt. Einige Besetzer*innen wurden mit Hilfe der Feuerwehr vom Dach geholt. 16 Personen wurden nach Angabe der Polizei festgenommen. Nun werde laut Polizei die Vorschreibung eines Ersatzes der Einsatzkosten geprüft.
Das Haus in der Neulerchenfelder Straße 35, das sich laut Besetzer*innen im Eigentum der Firma DAW Leasing Gmbh. befindet, steht jetzt wieder leer.

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Das war die WiderstandsChronologie. Auf Wiederhören.

 Posted by on Sa., 8. Dezember 2018 at 18:27
Nov 242018
 

Willkommen bei der WiderstandsChronologie.

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Am 12. November 1918 wurde in Österreich das Frauenwahlrecht eingeführt. 100 Jahre später wollten Frauenring, Frauenvolksbegehren, Grüne, Neos, die damalige Liste Pilz und viele weitere Organisationen die 183 Sitze im Nationalratssitzungssaal einmal nur mit Frauen* besetzen. Gekommen sind laut Frauenvolksbegehren fast 300 zum Parlament voller Frauen. Ein paar von ihnen trafen sich bereits vorher am Ballhausplatz zu einer FrauenLesbenMigrantinnen-Kundgebung unter dem Titel „100 Jahre Frauenwahlrecht – Männerbünde verjagen!“
[Ausschnitte aus Reden; Danke an Christa Reitermayr für die Aufnahmen.]

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Rund 5000 Menschen nahmen auch am 15. November wieder an einer Donnerstagsdemo gegen die ÖVP-FPÖ-Regierung teil. Die Demo führte unter anderem zur Wirtschaftskammer, wo die Metaller*innen gerade Kollektivvertragsverhandlungen führten, nachdem in 240 Betrieben Betriebsversammlungen und Warnstreiks durchgeführt worden waren, weil die Arbeitgeber*innen trotz wirtschaftlicher Erfolge der Branche zu keinen angemessenen Lohnerhöhunen bereit sind.
In Anspielungen auf ein mittlerweile vom Netz genommenes rassistisches FPÖ-Video über angeblichen Missbrauch von E-Cards – in dem eine Fes-tragende Figur Namens Ali die E-Card ihres Cousins Mustafa vorlegt – wurde im großen selbst organisierten Migrant/Black/POC/Muslim-„Mia san a do“-Block von Fes-tragenden Demonstrant*innen eine überdimensionale E-card getragen, mit der Aufschrift „Mia san Mustafa und Ali, Mia san a do“. Zudem gab es Redebeiträge unter anderem über Abschiebungen und einen geplanten Marsch fundamentalistischer Abtreibungsgegner*innen am 24. November. Erstmals auf einer Donnerstagsdemo wurden alle Redebeiträge simultan in Österreichische Gebärdensprache übersetzt.
Am 22. November ist wieder Donnerstag. Treffpunkt ist am 22. November um 18 Uhr vor dem Sozialministerium am Stubenring.
[Ausschnitte vom singenden Block und aus Reden]

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Zirka 150 Personen beteiligten sich am 17. November an einer Anti-Pelz-Demo des Vereins gegen Tierfabriken durch Wiens Einkaufsstraßen.
[Interview mit einem Mitorganisator]

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An der Donnerstagsdemo gegen die rechtsextreme Regierung nahmen am 22. November rund 3500 bis 4000 Menschen teil.
Rund 200 Personen protestierten aber auch schon am Weg zur Donnerstagsdemo, am Graben, vor der Buchhandlung Frick. In dieser war für 17:30 eine Signierstunde mit Vizekanzler Strache angesetzt. Strache signierte das neue Buch „HC Strache – Vom Rebell zum Staatsmann“ des ehemaligen Aula- und Eckartboten-Autors Martin Hobek, erschienen im rechtsextremen Leopold-Stocker-Verlag.
Die Polizei schirmte die Buchhandlung mit einem Großaufgebot ab. Mit der Begründung, dass mit der Kundgebung die Bannmeile verletzt werde, wurden die Demonstrant*innen etwa 10 Meter Richtung Stephansplatz abgedrängt. Tatsächlich war der Versammlungsort nur rund 290 Meter Luftlinie vom Josefsplatz entfernt, wo gerade der Nationalrat tagte. Und während der Nationalrat, der Bundesrat, die Bundesversammlung oder ein Landtag versammelt ist, darf laut Versammlungsgesetz im Umkreis von 300 m von ihrem Sitze keine Versammlung unter freiem Himmel stattfinden.
Danach zogen die Demonstrant*innen zum Treffpunkt der Donnerstagsdemo vor dem Sozialministerium. Hauptthemen der Donnerstagsdemo waren diesmal Sozial- und Gesundheitspolitik.
[Ausschnitte aus Reden]

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Am Samstag, dem 24. November, marschierten wieder einmal katholisch-fundamentalistische Abtreibungsgegner*innen durch die Wiener Innenstadt, bei ihrem „Marsch fürs Leben“. Dieser bisher von der „Jugend für das Leben“ organisierte Marsch wurde diesmal zusammen mit der auf eine Aushöhlung der Straffreiheit von Schwangerschaftsabbrüchen abzielenden Kampagne „fairändern“ auch stark zum Beispiel vom Cartellverband und der Katholischen Hochschulgemeinde unterstützt. Unterstützung kam auch von der ÖVP. Die Menschenrechtssprecherin des ÖVP-Parlamentsklubs Gudrun Kugler sprach am katholisch-fundamentalistischen Marsch ebenso wie der Familiensprecher des ÖVP-Parlamentsklubs. Norbert Sieber. [Ausschnitt aus Rede Siebers]
Es kamen fast fünf mal so viele Menschen wie im vorigen Jahr zum heurigen katholisch-fundamentalistischen „Marsch fürs Leben“, rund 1500 Personen.
Die Proteste dagegen waren eher klein. Pro-Choice-Aktivist*innen empfingen die vom Stephansdom zur Auftaktkundgebung am Stock-im-Eisen-Platz ziehenden Abtreibungsgegner*innen mit einer Aktion, bei der bei illegalen Abtreibungen getötete Frauen dargestellt wurden. Rund 50 Personen nahmen an einer Demonstration der SLP für das Recht auf Selbstbestimmung teil.
[Ausschnitt aus Rede]

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Das war die WiderstandsChronologie. Auf Wiederhören.

 Posted by on Sa., 24. November 2018 at 19:56
Nov 102018
 

Willkommen bei der Widerstandschronologie

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Bis zu fast 1000 Menschen beteiligten sich am Abend des 31. Oktobers an einer „Nachttanzdemo“ gegen die Vertreibungslogik der Stadt Wien, für buntes Treiben und Subkultur im öffentlichen Raum, für Bewegungs- und Bleibefreiheit für alle und einiges mehr.
Beim Losziehen am Yppenplatz waren es gerade mal 500 Leute, entlang des Weges Richtung Ring und danach zum Franz-Josefs-Bahnhof wurden es aber laufend mehr.

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Bei der Donnerstagsdemo am 1. November standen passend zu Allerheiligen die Toten im Mittelpunkt – die Toten des Nationalsozialismus von früher und rechtsextremer Politik heute. Zwischen 4500 und 6000 Menschen zogen vom Mahnmal gegen Krieg und Faschismus bei der Albertina zum Deserteursdenkmal am Ballhausplatz. [Ausschnitte Reden]

Erinnert wurde auch daran, dass die türkische Regierung wieder die überwiegend kurdische Stadt Kobanê an der syrisch-türkischen Grenze bombadieren lässt.

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Seit 31. Oktober bombardiert die Türkei wieder die überwiegend kurdische Stadt Kobanê an der syrisch-türkischen Grenze. Dagegen wird seit einer Woche auch in Wien protestiert. Am 2. November zogen rund 120 Personen in Solidarität mit den Menschen in Kobanê vom Platz der Menschenrechte über die Oper zum Heldenplatz. Eine Aktivistin erklärte uns: [Interview]

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Nachdem die österreichische Bundesregierung angekündigt hatte, den UNO-Migrationspakt nicht zu unterzeichen, unterschrieben bis heute mehr als 170.000 Menschen auf aufstehn.at symbolisch stellvertretend für Österreich einen Migrationspakt der Bürger*innen.
Eine rechte Petition gegen den Migrationspakt wurde lediglich von knapp 27.000 Menschen unterzeichnet.
Am 4. November folgten rund 280 Menschen einem Aufruf rechtsextremer Identitärer zu einer Kundgebung, bei der ziemlich versteckt zwischen Garagenzufahrten bei der Uno-City die österreichische Weigerung, den Migrationspakt zu unterschreiben, als ihr Erfolg gefeiert wurde. [Ausschnitt Rede bei Kundgebung]

Hunderte Menschen hingegen protestierten gegen die rechtsextreme Kundgebung. [Interview mit einer Organisatorin der antifaschistischen Gegenkundgebung]

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Am 6. November protestierte SambAttac am Dr-Karl-Lueger-Platz gegen die Zerschlagung des Sozialversicherungssystems, Erhöhung der Mietwohnungskosten, Rassismus, Sozialabbau, Ausgrenzung, verschärften Wettbewerb und Verarmung und für Solidarität mit Antifaschist*innen in Brasilien. [Interview mit einer Aktivistin von SambAttac]

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Zirka 1100 bis 1300 Menschen beteiligten sich am 7. November an einer Demonstration der Linkswende gegen Innenminister Kickl. [Ausschnitt aus einer Rede]

Wie so oft waren auch jene Sänger*innen dabei, die jede Woche unter dem Titel Music4HumanRights vor dem Innenministerium gegen die rechtsextreme Regierung ansingen – das nächste Mal am Dienstag, dem 13. November 2018 um 16:30 am Minoritenplatz.

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Die Donnerstagsdemo am 8. November, an der sich bis zu 4000 Menschen beteiligten, stand im Zeichen des Gedenkens an die Novemberpogrome vor 80 Jahren. Es sprachen unter anderem Gina Feldner-Busztin von den jüdischen österreichischen Hochschüler*innen und Julya Rabinowich. [Ausschnitte aus Reden]

Die Donnerstagsdemo endete so, dass die Teilnehmer*innen anschließend am Gedenkmarsch „Light of Hope“ der Jugendkommission der Israelitischen Kultusgemeinde Wien teilnehmen konnten. Bis zu 2000 Menschen zogen mit Lichtern vom Heldenplatz zur Abschlussveranstaltung am Judenplatz.
Als Nationalratspräsident Sobotka das Wort ergriff kam es zu lauten Missfallensbekundungen, ist es doch gerade die ÖVP, die neonazinahen Kreisen wieder den Weg an die Macht im Staat ebnet.
[Ausschnitte aus Reden und Videobotschaften]

Am Freitag, dem 9. November, gedachten heuer rund 500 Menschen an jenem Ort, wo sich früher der Aspangbahnhof befunden hat, von dem die Züge abgefahren sind, die zehntausende Jüd*innen in Ghettos, Vernichtungslager und zu Vernichtungsstätten gebracht haben, der Opfer der Novemberpogrome. [Ausschnitte aus Reden]

Auf der Plattform novembergedenken.at sind zahlreiche weitere Gedenkveranstaltungen in ganz Wien verzeichnet.

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https://cba.fro.at/387702

Das war die WiderstandsChronologie. Auf Wiederhören.

 Posted by on Sa., 10. November 2018 at 20:07
Okt 272018
 

Willkommen bei der WiderstandsChronologie

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Am 18. und 25. Oktober waren wieder Donnerstage. Und wieder wurde gegen die rechtsextreme Regierung demonstriert.
Die Donnerstagsdemo am 18. Oktober wurde von der #KlappeAuf, einer Initiative von Filmemacher*innen gestaltet. Tausende Menschen – leider konnten wir an diesem Tag nicht zählen – zogen vom Stephansplatz in den 2. Bezirk.
Am 25. Oktober stand der Protest gegen soziale Ausgrenzung etwa durch Bettelverbote, Alkoholverbote und Essverbote im Mittelpunkt.
Unter dem Motto „Feministische Donnerstagskundgebung für das Recht auf Selbstbestimmung!“ wurde von Feministinnen aufgerufen, bei der Donnerstagsdemo auch lautstark für Frauenrechte zu demonstrieren.
Die Donnerstagsdemo traf sich am 25. Oktober zuerst am Urban-Loritz-Platz. Von dort wurde mit U6 und U4 zum Schwedenplatz gefahren. Die Wiener Linien kooperierten und setzten zusätzliche Züge ein. Viele Demonstrant*innen ließen die U-Bahn-Demo aus und kamen direkt zum Schwedenplatz. Von dort wurde zu Fuß zum Praterstern gezogen. Entlang der Taborstraße zählten wir 4000 bis 4800 Demonstrant*innen.
Am Praterstern sprachen auch zwei Metaller*innengewerkschafter*innen.
[gebauter Beitrag]

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Gegen die rechtsextreme Regierung wird auch immer noch jede Woche am Dienstag oder Mittwoch unter dem Motto „Music 4 Human Rights“ angesungen – am Minoritenplatz vor dem Innenministerium. Die nächsten Male am Dienstag, dem 30. Oktober und am Mittwoch, dem 7. November, jeweils um 16:30 am Minoritenplatz.

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Abstand macht sicher. Die Radlobby tritt deshalb dafür ein, dass Autos einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten müssen, wenn sie Radfahrer*innen überholen. Um diese Forderung zu verdeutlichen, radelten am 22. Oktober mehr als 60 Personen mit 1,5 Meter langen Poolnudeln am Gepäckträger durch Wien.
[Interview mit einem Aktivisten der Radlobby Wien]

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Zum inzwischen 17. Mal gedachten am Vormittag des 26. Oktobers Antifaschist*innen – diesmal waren es rund 50 – beim Gedenkstein am Ort der ehemaligen Hinrichtungsstätte im Donaupark der Wehrmachtsdeserteure und aller anderer Opfer der NS-Militärjustiz. Einige der Forderungen dieser jährlichen Kundgebung und eines ihrer Initator*innen, des mittlerweile 96-jährigen Wehrmachtsdeserteurs Richard Wadani sind inzwischen erfüllt, wie die offizielle Rehabilitierung von Wehrmachtsdeserteuren oder die Errichtung eines Deserteursdenkmals im Zentrum Wiens. Die Mahnung „Nie wieder Faschismus“ ist aber aktueller denn je. Es sprach unter anderem Thomas Geldmacher vom Personenkomitee „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“.
[Ausschnitte aus Reden]
Bereits zwei Stunden vorher wurde vom KZ-Verband Wien ein Kranz beim Deserteursdenkmal am Ballhausplatz niedergelegt. Dort sprach unter anderem Dagmar Schindler – Danke an Renate Sassmann für die Aufnahme.
[Ausschnitt aus Video https://youtu.be/36E74KcC3LA von Renate Sassmann]

Kranz des KZ-Verbands am Deserteursdenkmal: Unseren wahren Helden
Foto: nochrichten.net

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Vor dem Bundeskanzleramt, wo sich eine Schlange von Menschen gebildet hatte, um anlässlich des Nationalfeiertags Bundeskanzler Kurz zu besuchen, wurde ein Transparent von SOS Mitmensch gehalten, mit der Aufschrift: „Mindestsicherung und Notstandshilfe in Gefahr“. Nochmals Danke an Renate Sassmann für die Aufnahme. [Ausschnitt aus Video https://youtu.be/BjGn7-WqKT8 von Renate Sassmann]

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Zu einem „Marsch der Patrioten“ hat der Verein Okzident des erfolglosen ehemaligen Sprechers des längst gescheiterten Versuchs, Pegida in Wien aufzubauen, Georg Immanuel Nagel, für den 26. Oktober aufgerufen. Statt eines Marsches gab es nur eine Kundgebung am Michaelerplatz mit rund 50 bis 50 Teilnehmer*innen. Abgeschirmt von der Polizei versuchten Antifaschist*innen immer wieder gegen das rechtsextreme Treiben zu protestieren.
Gesprochen haben neben Nagel bei diesem vorgeblichen Marsch der Patrioten hinter einem mit dem österreichisch-ungarischen Doppeladler des kleinen Wappens von 1915 geschmückten Pult unter anderem Martin Kohlmann von „Pro Chemnitz“, Edwin Wagensveld von „Pegida Nederland“ und Kay Hönicke von „Wir für Deutschland“:
Höhepunkt des vorgeblichen Marsches der Patrioten war gegen Ende freilich das Absingen von so etwas ähnlichem wie der österreichischen Bundeshymne (nur die ersten zwei Strophen) und … des Lieds der Deutschen (alle drei Strophen).
[gebauter Beitrag]

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Das war die WiderstandsChronologie.


https://cba.fro.at/386651

Auf Wiederhören.

 Posted by on Sa., 27. Oktober 2018 at 19:43
Okt 132018
 

Willkommen bei der WiderstandsChronologie

Fast 200 demonstrierten am 30. September in #Wien am Platz der Menschenrechte Solidarität mit den Besetzer*innen des Hambacher Forsts. [Redenausschnitt – Danke an Jutta Matysek für die Aufnahme.]

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Am 4. Oktober war wieder Donnerstag. Unter diesem Motto wurde versucht, an die Donnerstagsdemonstrationstradition des Widerstands gegen die schwarzblaue Regierung im Jahr 2000 anzuschließen. Es gab zwar keine Demo, sondern eine dreistündige Kundgebung am Ballhausplatz. Dafür dürften je nach Zähl- oder Rechenmethode zwischen rund 10.000 und 20.000 Menschen teilgenommen haben.
Am nächsten Donnerstag, dem 11. Oktober, beginnt die Donnerstagsdemo um 18 Uhr wegen einer Bannmeile vor der ÖVP-Zentrale in der Lichtenfelsgasse. An diesem Tag soll es auch tatsächlich eine Demo und nicht nur eine Kundgebung geben. [gebauter Beitrag]

Erklärung zu den Teilnehmer*innenzahlen:
Im Gegensatz zu bewegten Demos, wo die Demonstrant*innen einfach beim Vorbeigehen gezählt werden können, kann ich die Zahl der Teilnehmenden an einer Standkundgebung nicht verlässlich ermitteln. Dazu wäre ein Blick von oben notwendig, der mir verwehrt ist.
Ich kenne einfach keine verlässliche für mich durchführbare Zählmethode. Daher sind diesbezüglich Zahlenangaben auch von mir zwangsläufig sehr ungenau und möglicherweise falsch.
Ich habe am 4. Oktober versucht, durch mehrfaches Durchqueren der Kundgebung mit gleichzeitigem Zählen nebeneinander stehender Menschen quasi ein Raster zu bilden, aus dem ich die Teilnehmer*innenzahl annäherungsweise errechnen wollte. Dabei kam ich zu einem Ergebnis von 15.000 bis 20.000 Menschen.
Diese Zahl wurde berechtigterweise von vielen als unrealistisch infrage gestellt.
Ich habe daraufhin versucht, anhand eines maßstäblichen Plans vom Ballhausplatz die Fläche zu errechnen, auf der Demonstrant*innen dicht nebeneinander gestand sind – etwa 3 bis 4 Personen pro Quadratmeter. Das dürften etwa 3.000 bis 4.000 Quadratmeter gewesen sein. Daraus ergäbe sich eine realistischere Angabe von 10.000 bis 15.000 Menschen.
Auf Twitter erklärte jedoch @lumbricus, dass er die Fläche abgegangen und dabei auf 6.000 Quadratmeter gekommen sei. Das würde wieder auf eine Teilnehmer*innenzahl von 15.000 bis 20.000 hindeuten.
Letztendlich lässt sich einigermaßen verlässlich nur sagen:
Es waren zwischen 10.000 und 20.000 Menschen auf der ersten Donnerstagsdemo.

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Zum Abschluss einer Aktionswoche gegen Abschiebungen nach Afghanistan im Rahmen der Kampagne #SicherSein fanden am 8. Oktober Mahnwachen in Wien, Linz und Innsbruck statt. Rund 250 Personen forderten vor dem Innenministerium Sicherheit für geflüchtete Menschen … [Redenausschnitte]

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Am 11. Oktober war wieder Donnerstag, und so kamen wieder 5.000 bis 6.000 Menschen zusammen, um gegen die rechtsextreme Regierung zu demonstrieren. Treffpunkt war ausnahmsweise wegen einer Bannmeile die Lichtenfelsgasse vor der ÖVP-Zentrale. Danach wurde zum Urban-Loritz-Platz gezogen. Dort wurden unter dem Titel „DonnersTEXT“ die Stimmen vor allem gegen Angriffe auf Pressefreiheit und Künste erhoben. [Ausschnitte]

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Am 12. Oktober war österreichweiter Aktionstag gegen den sozialen Kahlschlag. In Wien gab es Aktionen vor dem AMS in der Redergasse sowie vor den Bahnhöfen Wien Mitte und Ottakring. Vor Wien Mitte bastelte das „kritische Netzwerk aktivistischer sozialer Arbeit – KNAST“ mit Schnüren an einem symbolischen sozialen Netz. In Ottakring wurde neben einer Kundgebung von unter anderem „Raum für alle“, „Sozial aber nicht blöd“, „Resilienz – Aktionsbewegung für soziale Verantwortung“ und „Bündnis Flüchtlingsarbeit“ eine Mauer aus den Bausteinen des sozialen Kahlschlags errichtet, um sie später gemeinsam einreißen zu können. [Interview, O-Töne]

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Für zwölf Stunden war eine Kundgebung des ÖGB gegen den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche am 12. Oktober vor dem Haus der Industriellenvereinigung am Schwarzenbergplatz angekündigt. Beginn war um 9 Uhr. Zeitweise waren deutlich mehr als 100 Menschen anwesend. Beendet wurde die Kundgebung schließlich bereits nach etwas mehr als 10 Stunden, weil sie die angebliche Freiwilligkeit eines 12-Stunden-Tages Ernst nehmen, hieß es seitens der Veranstalter*innen.

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In ganz Europa wurde am 13. Oktober unter dem Titel 13-10 gegen Nationalismus auf die Straße gegangen. In Wien gab es mehrere Bühnen und Speakers Corners auf der Mariahilfer Straße. Ein Schwerpunktthema war die Pressefreiheit.
[Ausschnitte]

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Und 161 Menschen demonstrierten am 13. Oktober in Wien für Freiheit für den vor mittlerweile genau 20 Jahren inhaftierten Mitbegründer der PKK, Abdullah Öcalan.

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https://cba.fro.at/385467

Das war die WiderstandsChronologie. Auf Wiederhören.

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PS.: Music4HumanRights gibt es freilich immer noch. Jede Woche wird Dienstag oder Mittwoch gegen die Regierung um 16:30 am Minoritenplatz gegen die Regierung angesungen, die nächsten Male am Mi., 17.10.; Di., 23.10.; Di., 30.10.; Mi., 7.11.; Di., 13.11.; Mi., 21.11.

 Posted by on Sa., 13. Oktober 2018 at 19:36