Künstler_innen-Aktionstag gegen TTIP am 21. Mai 2015

 Posted by on Sa., 23. Mai 2015 at 15.22
Mai 232015
 

In der Debatte über die geplanten Handelsabkommen TTIP, TiSAund CETA melden sich zunehmend auch Kunstschaffende und Kulturarbeiter_innen zu Wort.
Sie sorgen sich um kulturpolitische Handlungsspielräume, wenn auch Kunst und Kultur nur noch nach ökonomischen Marktkriterien bestimmt werden. Dadurch würden Erhalt und Förderung der Vielfalt künstlerischer und kultureller Ausdrucksformen gefährdet.
Den von der UNESCO ausgerufenen Welttag der kulturellen Vielfalt am 21. Mai wollten daher Künstler_innen in mehreren Ländern zum Aktionstag gegen TTIP machen. Vor dem Wiener Künstler*innenhaus protestierten 80 Künstler_innen und Sympathisant_innen.
Der österreichische Musikrat organisierte eine Nacht der kulturellen Vielfalt im Lokal Schwarzberg.

Beitrag der Nachrichten auf ORANGE 94.0 – zu Wort kommen Kurt Brazda vom Künstler*innenhaus, Harald Huber vom Musikrat und Zuzana Brejcha vom Kulturrat Österreich, dem Zusammenschluss der Interessenvertretungen von Kunst-, Kultur- und Medienschaffenden:

Mai 222015
 

[Beitrag von Katharina Gruber für die Nachrichten auf ORANGE 94.0]

Über 1000 Menschen starben in den letzten Wochen im Mittelmeer bei dem Versuch, nach Europa zu gelangen. Die EU antwortet mit verstärkten Grenzkontrollen und plant einen Militärschlag gegen Boote von Flüchtenden und den Einsatz von Bodentruppen an der libyschen Küste.

Für die Militäroperationen benötigt die EU ein Mandat des UNHCR, des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge. Aus diesem Grund rief die Initiative Freedom Not Frontex Vienna für Dienstag, den 19. Mai zu einer Kundgebung vor dem Vienna International Centre auf. Freedom Not Frontex fordert vom UNHCR der EU das Mandat zu verweigern, Militäroperationen an der libyschen Küste durchzuführen. Die Kundgebungsveranstalter_innen wiesen darauf hin, dass sich hinter dem Kampf gegen sogenannte Schlepper_innen ein Kampf gegen Flüchtende verbirgt.

Die Tausenden Toten im Mittelmeer der letzten Jahre seien keine tragischen Unfälle, sondern Resultat der europäischen Grenzpolitik.

Ein Beitrag von Katharina Gruber für die Nachrichten auf ORANGE 94.0:

14. Mai 2015: Tanz-durch-den-Tag-(T)Raumparademo

 Posted by on Do., 14. Mai 2015 at 22.13
Mai 142015
 

Statt des bislang jedes Jahr stattgefundenen Festivals „Tanz durch den Tag“ gab es heuer eine Traumparademo. 500 Personen zogen am Donnerstag, dem 14. Mai kurz nach 15 Uhr beim Marcus-Omofuma-Stein los, über den Ring wurden es immer mehr, und am Ziel, der Prater Hauptallee, kamen schließlich an die 1500 an. Mehr Recht auf Freiraum wurde gefordert, mehr frei zugängliche Plätze, mehr Mitgestaltung im Stadtraum, und das Recht, kulturelle Bedürfnisse selbstbestimmt leben zu können. Wir sprachen mit einer derer, die das vorbereitet haben:

Donaukanalwiese und Kaiserwiese für alle!

 Posted by on So., 3. Mai 2015 at 20.51
Mai 032015
 

„Donaukanalwiese für alle!“ meinten mehr als 300 Menschen und belebten am 2. Mai jene Wiese am Donaukanal zwischen Augartenbrücke und Otto-Wagner-Schützenhaus, die – wenn es nach den Plänen der Bezirksvorstehung des 2. Bezirks geht – Platz für ein gigantisches kommerzielles Gastroprojekt machen soll. Es handelt sich dabei um die letzte große, zentrumsnahe Donaukanalwiese, die nun auch für ein Lokal mit Konsumzwang geopfert werden soll.

Dagegen kämpft eine Bürger_inneninitiative an, die Unterschriften für den Erhalt der derzeit noch frei zugänglichen Wiese sammelt, und die zu der Aktion am 2. Mai aufgerufen hat.

Die Donakanalwiese ist aber nicht die einzige umkämpfte Wiese im 2. Bezirk. Auch für den Erhalt der Kaiserwiese beim Prater kämpft eine Bürger_inneninitiative. Die Kaiserwiese ist seit geraumer Zeit zunehmend für kommerzielle Großveranstaltungen wie die „Wiener Wiesen“ und „Palazzo“ abgesperrt. Auch angrenzende Parkflächen werden beeinträchtigt und die Prater Hauptallee für Busse, Taxis, Lieferverkehr und Abstellflächen für die Veranstalter_innen geöffnet.

Wir sprachen auf der Donaukanalwiese mit Aktivist_innen der Bürger_inneninitiativen „Donaucanale für alle“ und „Kaiserwiese für alle“:


Mehr Informationen:


https://donaucanale.wordpress.com

https://www.facebook.com/groups/340407559459205/

Apr 252015
 

Am Freitag, dem 24. April, vor 100 Jahren begann der Genozid an den Armenier_innen, verantwortet vom Osmanischen Reich, damals Verbündeter von Österreich-Ungarn im ersten Weltkrieg. Nicht zuletzt in der Türkei werden die Gräueltaten bis heute nicht als Genozid anerkannt. Das offizielle Österreich erkennt den Massenmord seit gerade mal drei Tagen an. Erst nach fast 100 Jahren, also am Dienstag dieser Woche, wurde eine entsprechende gemeinsame Erklärung aller Nationalratsfraktionen verabschiedet.
Für eine weltweite Anerkennung des Genozids an 1,5 Millionen Armenier_innen und im Gedenken an dessen Opfer demonstrierten am 24. April in Wien 2.500 Menschen vom Resselpark zum Parlament. Aufgerufen dazu haben unter anderem Organisationen von Armenier_innen in Österreich sowie viele linke Gruppen – von der armenisch-apostolischen Kirchengemeinde über den armenischen Sport- und Pfadfinder_innenverein „Homenetmen“ bis zu KOMintern und ATIGF.
Gleichzeitig zogen 3000–4000 türkische Nationalist_innen, die von einem Genozid nichts wissen wollen, vom Westbahnhof zum Heldenplatz. Der Gedenkdemo mussten die Nationalist_innen weiträumig über das Schottentor ausweichen.
Es wurde vorgeblich im Namen der in Österreich lebenden türkischen Menschen die „Enttäuschung“ darüber ausgedrückt, dass der Nationalrat „die Ereignisse von 1915 gemäß einseitiger armenischer Erzählung als Völkermord verurteilt hat“, ohne ihre „Gefühle, Gedenken sowie Erinnerungen“ zu berücksichtigen. Die armenische Seite habe mit Besatzungsmächten kollaboriert und bis heute keine Erklärung abgegeben, dass sie den Tod von türkischen Zivilist_innen bedauere. Zwar hätten auch Armenier_innen bei Umsiedlungen Verluste erlitten, das sei aber ein gemeinsames Leid und kein Völkermord. „Völkermord“ sei eine Lüge, so Demoredner_innen.
Da die Teilnehmer_innen der Demo mit türkischen und österreichischen Fahnen beschenkt worden waren, vermittelte der Aufmarsch das Bild eines regelrechten Fahnenmeeres. Rechtsextreme Gruppen sollten offenbar nicht offensichtlich in Erscheinung treten. Bei Aufmärschen türkischer Nationalist_innen übliche Fahnen der Grauen Wölfe waren nicht zu sehen. Lediglich eine Fahne mit einem Wolfskopf wurde mitgetragen (deren Bedeutung mir nicht klar ist – die offiziellen Flaggen und Symbole der Grauen Wölfe sehen anders aus). Besonders auf der Abschlusskundgebung wurde jedoch von vielen die Hand zum „Wolfsgruß“ gehoben. Es sah so aus, als ob Ordner_innen – zumindest teilweise in Kontakt mit dem Verfassungsschutz – offen rechtsextreme Handlungen zu unterbinden trachteten.