Apr 172015
 

Im Kulturausschuss des Wiener Gemeinderats wurde am 13. April beschlossen:
Der Magistrat wird zur Durchführung aller notwendigen Vorarbeiten zur Etablierung einer Serviceagentur „Kreative Räume“ ermächtigt.
Dabei handelt es sich um die seit Jahren versprochene Zwischennutzungsagentur, die die Nutzung leerstehender Räume für kreative und kulturelle Aktivitäten ermöglichen soll.

Über die Konzeption der Agentur selbst ist aber bisher nichts Genaueres bekannt.

Die Schaffung von Möglichkeiten der Nutzung von Leerständen wurde unter anderem von der IG Kultur Wien immer wieder gefordert. Die IG Kultur Wien begrüßt daher auch die aktuelle Entscheidung im Kulturausschuss, fordert aber weiterhin eine mutigere Leerstandspolitik der Stadt Wien. Willi Hejda von der IG Kultur Wien sagt:

> Aussendung der IG Kultur Wien

24. April: Fashion Revolution Day

 Posted by on Fr., 17. April 2015 at 20.03
Apr 172015
 

Am 24. April jährt sich zum 2. Mal der Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza in Bangladesch. 1.138 TextilarbeiterInnen kamen ums Leben, mehr als 2.500 wurden schwer verletzt.
Daran wird weltweit mit einem „Fashion Revolution Day“ am 24. April erinnert.

Wir sprachen mit Michaela Königshofer und Nicole Kornherr vom österreichischen Fashion-Revolution-Koordinationsteam:

Mehr Informationen und alle Termine gibt es auf fashionrevolution.org.

Apr 172015
 

Am 17.April wird weltweit der Tag des kleinbäuerlichen Widerstands begangen.
Erinnert wird dabei an 19 Aktivist_innen der Landlosenbewegung MST, die an diesem Tag im Jahre 1996 von Polizeikräften in Brasilien brutal ermordet wurden.
In den vergangenen Jahren gab es anlässlich dieses Tages verschiedenste Veranstaltungen, so z.b. temporäre Landbesetzungen oder das Pflanzen von alten Erdäpfelsorten.
Am vergangenen Sonntag startete am Wiener Augartenspitz die Wanderausstellung „Kampf um urbane LandGartenWirtschaft in Wien“.
Christa Reitermayr sprach für die Nachrichten auf ORANGE 94.0 mit Bettina Fabian, Mitorganisatorin von Nyeleni Nord:

Weitere Infos:
www.ernährungssouveränität.at

Apr 102015
 

Vor 20 Jahren, am 11. April 1995 starben Gregor und Peter beim Versuch, einen Strommasten bei Ebergassing zu sprengen. Der Strommast trug 380-kV-Leitungen, die vor allem dem Atomstromtransit von Osteuropa in Richtung Frankreich und Italien dienten. Dagegen kämpften mit anderen Mitteln auch Bürger_inneninitiativen und andere Umweltschützer_innen. Gregor und Peter dürften versucht haben, einen 100-kg-Sprengkörper am Masten anzubringen. Durch das Magnetfeld der Stromleitung kam es zu einer unerwarteten Selbstzündung. Erst acht Tage später wurden die Leichen von Gregor und Peter gefunden.

Es folgte eine mediale Inszenierung einer Bedrohung durch linken Terrorismus, die vom mörderischen rechten Terrorismus jener Tage ablenkte. Zwei Monate zuvor waren vier Menschen bei einem Anschlag der rechtsextremen Bajuwarischen Befreiungsarmee bei der Roma-Siedlung in Oberwart ermordet worden. Die letzte Briefbombenserie der Bajuwarischen Befreiungsarmee lag gerade mal ein halbes Jahr zurück.

Bei dem linken Anschlagsversuch auf den Strommasten bei Ebergassing wurden keine unbeteiligten Personen gefährdet. Dennoch reagierten die Behörden mit rund 200 Verhören und 40 Hausdurchsuchungen, unter anderem im EKH. Die Freiheitlichen konstruierten ein Netzwek des linksextremen Terrorismus, um die gesamte linke Szene zu kriminalisieren. Das EKH und die Alternativzeitschrift TATblatt wurden im Zentrum des vermeintlichen Terrornetzwerks angesiedelt. Eine zwei Mal geleistete Spende des damaligen Innenministers an das TATblatt wurde von den Freiheitlichen aufgedeckt, um den von ihnen ungeliebten Minister abzuschießen. Unzähligen linken und später auch feministischen Initiativen und Zeitschriften wurden Subventionen gestrichen. AMS-Fördermaßnahmen wurden umgebaut und gestrichen. Eine Distanzierungswelle von allen Initiativen, welche von den Freiheitlichen als gewalttätig denunziert wurden, spaltete die linke Szene.

Gregor und Peter waren vor dem Anschlag jahrelang in der autonomen Szene, in antimilitaristischen Zusammenhängen, bei Hausbesetzungen und auch Umweltaktivitäten aktiv gewesen. Ihr Tod war für viele Freund_innen ein schmerzlicher Verlust.

Nachlese:

TATblatt +34 aus 1995 über den Tod von Peter und Gregor bei versuchtem Anschlag auf 380-kV-Mast bei Ebergassing am 11. April 1995:
TATblatt +34 aus 1995 über Tod von Peter und Gregor bei versuchtem Anschlag auf 380-kV-Mast bei Ebergassing

TATblatt +35 aus 1995 über freiheitliche Hetze gegen das TATblatt nach dem Tod zweier Aktivisten bei versuchtem Anschlag bei Ebergassing:
TATblatt +35 aus 1995 über freiheitliche Hetze gegen das TATblatt nach dem Tod zweier Aktivisten bei versuchtem Anschlag bei Ebergassing

„Ebergassing – eine Untersuchung“, der Versuch, die Ereignisse zu analysieren und aufzuarbeiten:
http://tatblatt.net/164ebergassing-doku.htm

Mrz 312015
 

Am 31. März jährte sich zum 50. Mal der Tag, an dem der Antifaschist Ernst Kirchweger von einem Aktivisten des Rings Freiheitlicher Studenten niedergeschlagen und dabei so schwer verletzt wurde, dass er zwei Tage später starb.

Vor dem Hotel Sacher, ganz nahe der Stelle, an der Ernst Kirchweger erschlagen worden war, wurden aus diesem Anlass zwei Gedenksteine in den Boden eingelassen. Zur Einweihung der Gedenksteine kamen rund 200 Menschen. Unter ihnen befanden sich einige Teilnehmer_innen jener antifaschistischen Demonstration gegen den antisemitischen Welthandelsuniversitätsprofessor Taras Borodajkewycz am 31. März 1965, an der sich auch Ernst Kirchweger beteiligt hatte, als er zum Ziel des rechtsextremen Angriffs geworden war, unter anderen der KZ-Überlebende Rudi Gelbard, der SPÖ-Politiker Albrecht K. Konecny, der ehemalige Minister Ferdinand Lacina, der damals die antisemitischen Äußerungen von Borodajkewycz in Vorlesungen mitgeschrieben hatte, die zur Grundlage der Proteste gegen ihn wurden. Eine andere Teilnehmerin an der Demonstration gegen Borodajkewycz, Lotte Tobisch, ließ sich entschuldigen.

Taras Borodajkewycz lehrte damals an der Universität für Welthandel, der heutigen Wirtschaftsuniversität. Der spätere Bundespräsident Heinz Fischer veröffentlichte Ausschnitte aus Lacinas Mitschriften, der Kabarettist Gerd Bronner machte sie im Fernsehen einem größeren Publikum bekannt. Am 31. März 1965 demonstrierten Studierende zusammen mit ehemaligen Widerstandskämpfer_innen gegen Borodajkewycz. Der Ring Freiheitlicher Studenten unter seinem damaligen Generalsekretär Friedhelm Frischenschlager, später FPÖ-Politiker, Verteidigungsminister und noch später LIF-Abgeordneter, organisierte eine Gegendemonstration.

Beim Hotel Sacher soll der Antifaschist Ernst Kirchweger gesagt haben, man müsse doch mit diesen jungen Leuten reden, und auf Gegendemonstrant_innen zugegangen sein. Kurz darauf wurde er von dem Rechtsextremisten Günther Kümel niedergeschlagen. Am 2. April 1965 erlag Ernst Kirchweger seinen Verletzungen.
Die Initiative für die Gedenksteine vor dem Hotel Sacher ging von Albrecht K. Konecny aus. Die Verwirklichung erfolgte in Zusammenarbeit unter anderem mit dem Verein „Steine der Erinnerung“, der in zahlreichen Bezirken Wiens Steine der Erinnerung an jüdische Opfer der Shoah setzt und betreut.

Enthüllung der Ernst-Kirchweger-Mahntafel
(Foto: Nathan Spasic / WienTV)

Bei der Gedenkveranstaltung am 31. März 2015 sprachen Albrecht K. Konecny und Camila Garfias vom Vorsitzteam der ÖH Uni Wien: