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Mai 102013
 

Der Wohnfonds Wien droht SoliLa! (Solidarisch Landwirtschaften) weiter mit der Räumung des am 4. Mai besetzten Stück Lands in Wien 21, Drygalskiweg 49, zirka 8 Gehminuten von der U1-Station Kagran entfernt.
Am 10. Mai, als wieder mal ein Ultimatum des Wohnfonds ablief, veranstaltete SoliLa! eine Presskonferenz zu Landkonflikten, Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen und Widerstand in Europa und Wien.

Mit:

Manfred (Moderation)
Johanna (SoliLa)
Maria Vogt (Kleinbäuer_in, ÖBV Via Campesina)
Hertha (Wilder Wohnen)
Melissa (Will da wohnen)
Michael Ludwig (Stadtrat für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung; böse Zungen behaupten, dass der bis gestern noch ganz anders ausgeschaut, anders gesprochen und anders gedacht hat)
Franziskus Forster (Agrar Attac)


Aufzeichnung der Pressekonferenz:
http://cba.fro.at/109991

Aus der Einladung zur Pressekonferenz:

Seit 4. Mai bewirtschaftet SoliLa! ein brachliegendes Stück Land im Donaufeld. Die Besetzung ist akut von Räumung bedroht. Der Wohnfonds als Eigentümer will die Fläche am Freitag, den 10. Mai, räumen lassen.
Seit die Initiative SoliLa! letztes Jahr in Jedlersdorf brutal geräumt wurde und die Verhandlungen scheiterten war das junge Landwirtschaftskollektiv landlos. Da die Stadtplanung weiterhin die Verbauung von landwirtschaftlichen Flächen vorantreibt, während jungen Menschen der Zugang zu Land verwehrt wird, besetze SoliLa! am 4. Mai diesen Jahres erneut eine brachliegende Fläche im Donaufeld. Eigentümer der Fläche am Drygalskiweg 49 ist der Wohnfonds Wien. Der Stadtentwicklungsplan sieht eine Verbauung dieser wie auch weiterer fruchtbarer landwirtschaftlicher Flächen im Donaufeld vor, während 80.000 Wohnungen leer stehen. Jetzt droht der Wohnfond mit einer Räumung des jungen Landwirtschaftsprojekts. Konstruktive Verhandlungen werden vom Wohnfonds wie auch von Stadtrat Ludwig nach wie vor abgelehnt.

Die Entwicklungen um die aktuelle Landbesetzung im Donaufeld zeigen Tendenzen auf, welche zunehmend in ganz Europa sichtbar werden. Dies zeigt eine kürzlich veröffentliche Studie – http://www.fian.at/home/presse-meldungen/weitere-meldungen/neue-artikel/ –zu Landkonflikten, Landgrabbing und Widerstand in Europa. Landkonzentration und die zunehmende Versiegelung landwirtschaftlicher Flächen werden darin als zentrale Faktoren problematisiert. Als eines der Fallbeispiele wird die Landbesetzung von SoliLa! 2012 diskutiert.
Europaweit kontrollieren lediglich 3% der Betriebe rund 50% der landwirtschaftlichen Flächen. Der Verlust von fruchtbaren Böden für Infrastruktur- und Bauprojekte beträgt allein in Österreich 20 Hektar pro Tag.

Info- und Pressetelefon: 0681/ 811 900 65
Nähere Infos zur Landbesetzung: http://17april.blogsport.eu

 Posted by on Fr., 10. Mai 2013 at 14:10
Apr 272012
 

Wo vorige Woche noch Landbesetzer_innen gartelten, wo Pflanzen des Projekts „Großstadtgemüse“ heranwuchsen, wo am Donnerstag im Auftrag der Universität für Bodenkultur eine Privatfirma Aktivist_innen gewaltsam entfernte, dort sind inzwischen alle Schupfen, Gewächshäuser und Hochbeete niedergewalzt, alle Felder durchgeackert. Mit einer Ausnahme: Ein Zelt steht noch. Und das was sich darin befindet, dürfte wohl auch der Grund dafür sein, warum die Boku ohne Rücksicht auf Verluste das Gelände so schnell wie möglich hat räumen lassen, vermuten Aktivist_innen.
In diesem Zelt befinde sich nämlich ein Gentechnikversuchsgarten der Boku, in dem unter anderem gentechnisch manipulierte Marillen entwickelt werden, erklären die Landbesetzer_innen.
Freitagvormittag kamen sie noch einmal zum Feld in der Gerasdorfer Straße in Jedlersdorf zurück und erzählten: von der Räumung, aber auch von ihren Zielen, die sie nicht aufgeben wollen, vom solidarischen Landwirtschaften, nach dem sie ihr Projekt auch benannt haben: Solidarisch Landwirtschaften – SoliLa Jedlersdorf.


>>Das Pressegespräch der Aktivist_innen zum Anhören – wahlweise in Kurzfassung von Radio Orange oder komplett als ungeschnittener O-Ton

>>Blog der Landlosen-Aktivist_innen

>>Bisherige Berichte dazu

 Posted by on Fr., 27. April 2012 at 20:31
Apr 262012
 

Am Morgen des 26. April kamen von der Universität für Bodenkultur beauftragte Securitys und forderten die Aktivist_innen auf, das am Tag des kleinbäuerlichen Widerstands, am 17. April, besetzte Gelände in Wien Jedlersdorf zu verlassen. Eigentlich wollten die Besetzer_innen der Aufforderung Folge leisten. Als dann aber mit Kettensägen und Baggern begonnen wurde, die Gemeinschaftsgärten des einstigen Boku-Vorzeigeprojekts „Großstadtgemüse“, die in jahrelanger Arbeit von Studierenden und Personen aus der Umgebung aufgebaut und gepflegt worden waren, zu zerstören, versuchten Besetzer_innen einzugreifen. Sie bildeten Blockaden, die von Securitys gewaltsam aufgelöst wurden. Die Polizei beobachtete die Gewaltanwendungen, griff aber nicht ein. Gegen Mittag verließen die letzten Besetzer_innen das Gelände, nachdem sie so viel Setzlinge wie möglich in Sicherheit gebracht haben. Währenddessen riss ein Bagger Gewächshäuser und Bauwägen buchstäblich in der Luft, wurde unter Berufung auf einen Auftrag der Universität für Bodenkultur soviel wie möglich zerstört.

>>Besetzer_innen, eine am Projekt „Großstadtgemüse“ Beteiligte und ein Nachbar erzählen für Radio ORANGE 94.0, wie sie die Räumung erlebt haben.

>>Blog der Landlosen-Aktivist_innen

>>Bisherige Berichte dazu

 Posted by on Do., 26. April 2012 at 18:19
Apr 232012
 

Nach Besuch der Critical Mass und großem Fest mit hunderten Gäst_innen bei strömendem Regen am Freitag sowie einem entspannten Wochenende geht die Landbesetzung in Wien Jedlersdorf nun in die zweite Woche.
>>Im Telefongespräch mit ORANGE 94.0 erzählen Aktivist_innen, wie es derzeit ausschaut.

 Posted by on Mo., 23. April 2012 at 20:58
Apr 202012
 

Warten auf die Critical Mass …


>>Telefonbericht auf Radio ORANGE 94.0

 Posted by on Fr., 20. April 2012 at 18:50