{"id":87,"date":"2007-11-06T17:26:56","date_gmt":"2007-11-06T15:26:56","guid":{"rendered":"http:\/\/nochrichten.net\/?p=87"},"modified":"2007-11-08T16:57:25","modified_gmt":"2007-11-08T14:57:25","slug":"nachrichten-6-november-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nochrichten.net\/?p=87","title":{"rendered":"Nachrichten 6. November 2007"},"content":{"rendered":"<p>::Gedenkveranstaltungen zum Novemberpogrom<br \/>\nDiese Woche j\u00e4hrt sich zum 69. Mal der Novemberpogrom des Jahres 1938. Am Abend des 9. Novembers fand die endg\u00fcltige Enthemmung des antisemitischen Mobs statt, und zugleich der Auftakt zum Massenmord. Die damalige \u201eOstmark\u201c und insbesondere Wien bildeten die Vorhut der Vernichtung. Heute tobt sich der f\u00fcr die \u00f6sterreichische postnationalsozialistische Gesellschaft charakteristische Antisemitismus zunehmend im Hass auf den Staat der Shoah-\u00dcberlebenden aus.<\/p>\n<p>Mit unterschiedlichem politischen Hintergrund finden rund um diesen Tag mehrere Gedenkveranstaltungen, Kundgebungen und Demonstrationen mit oft unterschiedlichen Zielsetzungen statt. Unkommentiert hier eine Auswahl der Termine:<br \/>\n<!--more--><br \/>\nUnter dem Titel<\/p>\n<p>Niemals Vergessen!<br \/>\nGegen Antisemitismus und Faschismus!<br \/>\nGegen den antizionistischen Konsens!<br \/>\nSolidarit\u00e4t mit Israel!<\/p>\n<p>findet die Gedenkkundgebung zum Novemberpogrom an der Ecke Zirkusgasse\/Schmelzgasse im 2. Bezirk heuer am 8.11. um 17 Uhr statt.<\/p>\n<p>Es sprechen:<\/p>\n<p>&#8211; Angelica B\u00e4umer (Zeitzeugin)<br \/>\n&#8211; Dagmar Ostermann (Zeitzeugin)<br \/>\n&#8211; Raimund Fastenbauer (Generalsekret\u00e4r der Israelitischen Kultusgemeinde)<br \/>\n&#8211; F\u00fcr die j\u00fcdische Jugend Wiens sprechen VertreterInnen von Bnei Akiva, Hashomer Hatzair und Jad Bejad &#8211; Hand in Hand<br \/>\n&#8211; Caf\u00e9 Critique<br \/>\n&#8211; Studienvertretung Politikwissenschaft<\/p>\n<p>In der Zirkusgasse 22 stand bis zu ihrer Zerst\u00f6rung und Pl\u00fcnderung durch den Nazi-Mob am 10. November 1938 die Synagoge der seit 1736 bestehenden t\u00fcrkisch-j\u00fcdischen Gemeinde, auch \u201eT\u00fcrkischer Tempel\u201c genannt. Erst 1988, ein halbes Jahrhundert nach der Zerst\u00f6rung der Synagoge, wurde eine von der Stadt Wien gestiftete Gedenktafel an ihrem ehemaligen Ort angebracht.<\/p>\n<p>Unterst\u00fctzende Gruppen: Anthropoid Innsbruck, Autonome Uni Antifa, Bnej Akiba, Bund sozialdemokratischer Juden \u2013 Avoda, Caf\u00e9 Critique, Context XXI, Friends of Israel\/Linz, GO Dogma, Hashomer Hazair, Infoladen X, Initiative gegen Antisemitismus Z\u00fcrich, Israelitische Kultusgemeinde, Jad Bejad &#8211; Hand in Hand, KSV Lili, LICRA \u2013 \u00d6sterreich, Misrachi, Scholars for Peace in the Middle East (SPME) Austria, SoHo Wien Sektion 69, Studienvertretung Politikwissenschaft, www.antifa-on.org, www.juedische.at, Zionistische F\u00f6deration in \u00d6sterreich, ZPCL der B&#8217;nai B&#8217;rith<\/p>\n<p>Eine von \u00fcberwiegend trotzkistischen oder fr\u00fcher mal trotzkistischen Gruppen organisierierte, prim\u00e4r gegen Neonazi-Aktivit\u00e4ten ausgerichtete Demonstration gegen Rassismus und Faschismus am 8. November beginnt um 17 Uhr vor dem Volkstheater. Vor der FP\u00d6-Zentrale ist eine Zwischenkundgebung geplant.  Anschlie\u00dfend zieht die Demonstration zum &#8222;Fritz-St\u00fcber-Heim&#8220; in der Koppstra\u00dfe 72 in Ottakring.<\/p>\n<p>Die unterst\u00fctzenden Organisationen:<br \/>\nAKS &#8211; Aktion Kritischer Sch\u00fclerInnen (Wien)<br \/>\nAST &#8211; ArbeiterInnenstandpunkt<br \/>\nGPA-DJP &#8211; Jugend<br \/>\nRevolution<br \/>\nRSO \u2013 Revolution\u00e4r Sozialistische Organisation<br \/>\nSJ &#8211; Sozialistische Jugend (Wien)<br \/>\nSLP &#8211; Sozialistische LinksPartei<br \/>\nSWI &#8211; Sozialistischer Widerstand International<br \/>\nVSST\u00d6 \u2013 Verband Sozialistischer StudentInnen \u00d6sterreichs, Wien<\/p>\n<p>Die Mahnwache und Kundgebung am Ort des ehemaligen Aspangbahnhofs findet heuer am Freitag, 9. November ab 16.30 Uhr statt.<br \/>\nVom Aspangbahnhof wurden in den Jahren 1939 bis 1942 zigtausende J\u00fcdinnen und Juden deportiert.<br \/>\nFreitag, 9. November 2007 \u2013 16:30 Uhr<br \/>\nAntifaschistischer Gedenkstein vor dem ehemaligem Aspangbahnhof<br \/>\n(1030 Wien, Aspangstra\u00dfe 2\/Platz der Deportierten)<br \/>\nGegen Antisemitismus und den antizionistischen Konsens!<\/p>\n<p>Wo am 9. November noch Verzweiflung war, da war am 10. November nichts mehr &#8211; 27 Morde durch die SA und die SS unter Beifallklatschen von NachbarInnen und B\u00fcrgerInnen, dutzende Selbstmorde, die Angst war so gro\u00df, dass viele lieber den Freitod w\u00e4hlten. Das war der 10. November 1938 in Wien.<br \/>\nDer 9. November war ein H\u00f6hepunkt von Pogromen, die es in \u00d6sterreich seit dem Anschluss an das 3. Reich tagt\u00e4glich gab, aber er war nicht das Ende. Das Sprichwort, &#8222;Und morgen geht die Sonne wieder auf&#8220;, stimmt hier nicht, es dauerte noch fast sieben Jahre, bis den Nazis Einhalt geboten wurde.<br \/>\nMit einem Rundgang (Kleine Sperlgasse &#8211; Malzgasse &#8211; Foerstergasse &#8211; Schiffamtsgasse &#8211; Grosse Schiffgasse &#8211; Kleine Sperlgasse) wird am 10. November ab 14 Uhr aufgezeigt, wie fl\u00e4chendeckend die antisemitischen Ausschreitungen und Arisierungen in Wien stattfanden. Wir wollen euch jedoch bitten, Gegenst\u00e4nde wie Transparente, Fahnen, Megaphone etc. zuhause zu lassen. Das Gedenken an die Opfer des 9. November soll n\u00e4mlich weder &#8222;Democharakter&#8220; haben, noch eine Art &#8222;Lichtermeer&#8220;-Trauermarsch sein, da ein inhaltsleeres, mystifizierendes Gedenken die Umst\u00e4nde, die diesen Wahnsinn erm\u00f6glicht haben, nicht anspricht und \u00e4hnliche Umst\u00e4nde, die weiterexistierten, nicht aufgreift. Treffpunkt 10. November, 14 Uhr, Kleine Sperlgasse 2a<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>::Gedenkveranstaltungen zum Novemberpogrom Diese Woche j\u00e4hrt sich zum 69. Mal der Novemberpogrom des Jahres 1938. Am Abend des 9. Novembers fand die endg\u00fcltige Enthemmung des antisemitischen Mobs statt, und zugleich der Auftakt zum Massenmord. 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