{"id":359,"date":"2009-10-12T15:24:45","date_gmt":"2009-10-12T13:24:45","guid":{"rendered":"http:\/\/nochrichten.net\/?p=359"},"modified":"2009-10-12T18:52:27","modified_gmt":"2009-10-12T16:52:27","slug":"hausprojekt-triester-strase-114-geraumt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nochrichten.net\/?p=359","title":{"rendered":"Hausprojekt Triester Stra\u00dfe 114 ger\u00e4umt"},"content":{"rendered":"<p>Montag 12. Oktober ab 4.00 Uhr fr\u00fch wurde das 10 Tage zuvor gestartete Hausprojekt in der Triester Stra\u00dfe ohne Ank\u00fcndigung von der Polizei ger\u00e4umt. Pers\u00f6nliche Gegenst\u00e4nde wie auch Schuhe wurden beschlagnahmt. Nachdem die Gemeinde Wien w\u00e4hrend der Besetzung nie zu Gespr\u00e4chen bereit war, wurde am Montagvormittag mit einer Besetzung des B\u00fcros von Vizeb\u00fcrgermeister und Wohnbaustadtrat Ludwig ein &#8211; ergebnislos verlaufenes &#8211; Gespr\u00e4ch durchgesetzt.<br \/>\nFortsetzung folgt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/cba.fro.at\/show.php?lang=de&amp;eintrag_id=14342\">&gt;&gt;AUDIOREPORTAGE VON DER R\u00c4UMUNG (REDAKTION TROTZ ALLEM, gek\u00fcrzt ausgestrahlt in ZIP-FM am 12. 10.)<\/a><\/p>\n<p>Zu Berichten und Stellungnahmen aus der Hausprojektgruppe:<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<blockquote><p>Hausprojekt in der Triesterstrasse 114<\/p>\n<p>Hausprojekt in der Triesterstra\u00dfe 114 ger\u00e4umt!<\/p>\n<p>In den heutigen fr\u00fchen Morgenstunden wurde das neue Hausprojekt in der Triesterstra\u00dfe 114 ger\u00e4umt. Ohne Vorank\u00fcndigung oder Durchsage wurden die Scheiben von einem Gro\u00dfaufgebot der WEGA eingeschlagen. Wenige Minuten sp\u00e4ter drangen vermummte Einsatzkr\u00e4fte in das Haus ein. Die gro\u00dfteils schlafenden BewohnerInnen wurden unsanft geweckt und herausgebracht. Entgegen der Presseaussendung der Exekutive wurde dem Gro\u00dfteil der Personen die Mitnahme ihrer Habseligkeiten verweigert.<\/p>\n<p>Die Stadt und die Wiener SP\u00d6 haben wieder einmal bewiesen, dass sie sich vehement gegen selbstverwaltete Projekte und Freir\u00e4ume jeder Art stellen. W\u00e4hrend des gesamten Bestehens des Hausprojektes haben sie jegliche Verhandlungen und Kommunikation mit den BewohnerInnen und AktivistInnen des Hausprojektes trotz mehrmaliger Versuche der Kontaktaufnahme verweigert. Die vollkommen unangek\u00fcndigte R\u00e4umung setzt damit einen vorl\u00e4ufigen H\u00f6hepunkt des Abw\u00fcrgens selbstverwalteter Projekte, ohne sich mit ihnen irgendwie auseinanderzusetzen. Doch nicht zuletzt eine sich als sozialdemokratisch verstehende Stadtregierung sollte sich auch die Frage stellen, ob Polizeieins\u00e4tze wirklich die Antwort auf die Forderung nach mehr Selbstbestimmung und sozialen und kulturellen Freir\u00e4umen sein sollten. <a href=\"http:\/\/hausprojekt.noblogs.org\/\">http:\/\/hausprojekt.noblogs.org\/<\/a><\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>PA: Triester Stra\u00dfe 114 nach zehn Tagen um 4.30 Uhr ger\u00e4umt. Besetzung des Rathaus.<\/p>\n<p>Die Stadt Wien war zu keinen Gespr\u00e4chen bereit. Die Situation um das Haus war unklar. Die R\u00e4umung am Montag Morgen um 4.30 Uhr durch einen Polizeigro\u00dfeinsatz kam \u00fcberraschend. 40 BewohnerInnen wurden ger\u00e4umt. Ver\u00e4rgerte AktivistInnen haben als Reaktion das B\u00fcro von Wohnbaustadtrat Michael Ludwig besetzt und verlangen endlich Gespr\u00e4che.<\/p>\n<p>Alles ist ruhig. Nur der L\u00e4rm der Triester Stra\u00dfe dringt leise durch die Fenster. Die BewohnerInnen des Hauses schlafen und sammeln Kraft f\u00fcr die Renovierungsarbeiten. Lautes Klirren weckt das Haus. Um 4.30 Uhr schlagen vermummte BeamtInnen der WEGA die Fensterscheiben ein. F\u00fcnf Minuten sp\u00e4ter beginnen Spezialeinheiten das gesamte Haus zu durchk\u00e4mmen. Die Polizei r\u00e4umte das Haus ohne dass zuvor eine Aufforderung zum Verlassen des Geb\u00e4udes ausgesprochen worden war. Entgegen der Angaben der Polizei wurde den AktivistInnen dabei verwehrt, pers\u00f6nliche Gegenst\u00e4nde aus dem Haus mitzunehmen.<\/p>\n<p>Dass eine Aktionswoche vom 02. bis 09. Oktober im besetzten Haus geduldet wird, hatten AktivistInnen aus Medienberichten erfahren. Die Entscheidungstr\u00e4gerInnen der Stadt waren jedoch in den folgenden Tagen zu keinem Gespr\u00e4ch, nicht einmal zu einer telefonischen Stellungnahme zu bewegen.<\/p>\n<p>&#8222;Diese Gespr\u00e4chsverweigerung aktzeptieren wir nicht.&#8220; meinte Stefan Schmal (26), &#8222;Wir haben deshalb beschlossen ins Rathaus zu gehen und nicht zu gehen bevor mit uns gesprochen wird. Anders ist es scheinbar leider nicht m\u00f6glich.&#8220; Rund 30 Personen haben deswegen das B\u00fcro von Wohnbaustadtrat Ludwig besetzt.<\/p>\n<p>Das langfristige Ziel der heterogenen Gruppe von AktivistInnen ist die Etablierung eines, selbstverwalteten sozialen und kulturellen Zentrums auf umsonst\u00f6konomischer Basis. Offene Werkst\u00e4tten, Ateliers, ein Kindergarten, eine Bibliothek, ein Cafe auf Spendenbasis, ein Schenkladen, kollektive Wohnr\u00e4ume und vieles mehr sollten in der Triester Stra\u00dfe verwirklicht werden. Grundlage f\u00fcr das gemeinsame Werken sind die ausgearbeiteten Grunds\u00e4tze, zu finden unter http:\/\/hausprojekt.noblogs.org<\/p>\n<p>Viele AnrainerInnen im abgelegenen Gebiet des 10. Bezirks zeigten sich erfreut \u00fcber die Hausprojekter\u00f6ffnung: &#8222;Mir gef\u00e4llt die Idee. Das ist eine gute Initiative, gerade in dieser Gegend. Hier gibt es ja keinerlei kulturelles Angebot oder sonstige Infrastruktur.&#8220; meinte etwa Verena V\u00f6\u00dfenhuber (43), die bei einem Spaziergang mit ihrem Hund auf das Projekt aufmerksam wurde.<\/p>\n<p>Die AktivistInnen zeigten sich entsetzt angesichts des martialischen Vorgehens der Polizei: &#8222;Ich bin nur froh, dass meine Tochter heute nicht hier ist. Die Polizei hat die R\u00e4umung nicht ordnungsgem\u00e4\u00df angek\u00fcndigt und uns mitten in der Nacht \u00fcberfallen und unsere Sachen mussten wir ebenfalls zur\u00fccklassen. Ich finde das untragbar!&#8220; meinte Emma G. (32).<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Montag 12. Oktober ab 4.00 Uhr fr\u00fch wurde das 10 Tage zuvor gestartete Hausprojekt in der Triester Stra\u00dfe ohne Ank\u00fcndigung von der Polizei ger\u00e4umt. Pers\u00f6nliche Gegenst\u00e4nde wie auch Schuhe wurden beschlagnahmt. 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