{"id":2848,"date":"2020-10-10T20:30:54","date_gmt":"2020-10-10T18:30:54","guid":{"rendered":"https:\/\/nochrichten.net\/?p=2848"},"modified":"2020-10-10T20:32:12","modified_gmt":"2020-10-10T18:32:12","slug":"widerstandschronologie-27-9-bis-10-10-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nochrichten.net\/?p=2848","title":{"rendered":"WiderstandsChronologie 27. 9. bis 10. 10. 2020"},"content":{"rendered":"<p>+++ Applaus ist nicht genug +++ Wir haben Platz +++ BlockIB +++ Schandwache +++ Hass ist nicht normal +++<\/p>\n<p>Willkommen bei der WiderstandsChronologie<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>***<\/strong><\/p>\n<p><strong>Applaus ist nicht genug<\/strong><\/p>\n<p>Am 3. Oktober demonstrierten rund 210 Menschen f\u00fcr Arbeitszeitverk\u00fcrzung, h\u00f6here L\u00f6hne und mehr Personal im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich.<\/p>\n<p>Danke an Stefan Resch aus der Redaktion des alternativen Nachrichtendienstes <a href=\"https:\/\/cba.fro.at\/series\/andi-alternativer-nachrichtendienst-von-orange-94-0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ANDI<\/a> f\u00fcr die Aufnahmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>***<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wir haben Platz<\/strong><\/p>\n<p>Mehr als 1200 Menschen demonstrierten am 3. Oktober, f\u00fcnf Jahre nach der Gro\u00dfkundgebung Voices for Refugees immer noch f\u00fcr Asyl- und Menschenrechte. Zentrales Thema war wieder die t\u00f6dliche europ\u00e4ische Fl\u00fcchtlingsabwehrpolitik. [kurzer Redenausschnitt]<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>***<\/strong><\/p>\n<p><strong>BlockIB<\/strong><\/p>\n<p>Zur selben Zeit am 3. Oktober blockierten Antifaschist*innen erfolgreich einen Aufmarsch identit\u00e4rer Rechtsextremer, die unter dem Label \u201eDie \u00d6sterreicher\u201c gegen einen von ihnen behaupteten Bev\u00f6lkerungsaustausch demonstrierten. Die Polizei erm\u00f6glichte den rund 500 Rechtsextremen, ihren Zug auf einer Ersatzroute durchzuf\u00fchren. [kurzer Ausschnitt aus rechtsextremen Reden]<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>***<\/strong><\/p>\n<p><strong>Schandwache<\/strong><\/p>\n<p>Schon im September wurde das Denkmal f\u00fcr den Antisemiten Karl Lueger am Dr.-Karl-Lueger-Platz \u00fcber und \u00fcber mit dem Wort \u201eSchande\u201c beschriftet. Da die Stadt Wien ank\u00fcndigte, die Schriften bis zur Wahl entfernen zu wollen, verst\u00e4rkten K\u00fcnstler*innen in der Nacht auf den 5. Oktober einzelne Schriftz\u00fcge mit betonierten Buchstaben. Au\u00dferdem bewachen seit 5. Oktober K\u00fcnstler*innen und Aktivist*innen aus verschiedenen zivilgesellschaftlichen und kulturellen Gruppen die \u201eSchande\u201c-Schriftz\u00fcge mit einer t\u00e4glichen \u201eSchandwache\u201c.<\/p>\n<p>Am Nachmittag des 5. Oktobers kamen als \u201edie \u00d6sterreicher\u201c auftretende Rechtsextreme aus der identit\u00e4ren Bewegung und klopften, w\u00e4hrend der Schandwache, die betonierten \u201eSchande\u201c-Buchstaben ab. Die Schandwache war als politische Versammlung ordnungsgem\u00e4\u00df bei der Beh\u00f6rde angezeigt worden. Dennoch schaute die Polizei bei der Zerst\u00f6rung der Schrift durch die Rechtstextremen zu, ohne einzuschreiten.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4teren Abend versammelten sich neuerlich Rechtsextreme beim Denkmal. Dabei fuhr ein Rechtsextremer mit dem Auto in eine Gruppe ebenfalls anwesender Antifaschist*innen.<\/p>\n<p>Die an der Schandwache beteiligten zivilgesellschaftlichen und kulturellen Gruppen fordern \u201eeine grundlegende Umgestaltung des Denkmals, die unmissverst\u00e4ndlich klar macht, dass Lueger keine Ehrung verdient. Die Graffiti m\u00fcssen als Markierung der Schande so lange erhalten bleiben, bis die Umgestaltung Wirklichkeit geworden ist.\u201c<\/p>\n<p>Die Beteiligten an der Mahnwache f\u00fchren weiter aus: \u201eLueger war von 1897 bis 1910 Wiener B\u00fcrgermeister. Er baute seinen politischen Erfolg auf rabiatem Antisemitismus auf, den Hitler sich zum Vorbild nahm. [\u2026] Der Antisemit Lueger verdient in dieser, unserer Stadt keine Ehrung.\u201c<\/p>\n<p>Am Abend des 8. Oktober setzten die J\u00fcdischen \u00d6sterreichischen Hochsch\u00fcler*innen mit projizierten und abgespielten Lueger-Zitaten ein Zeichen gegen die Kontinuit\u00e4t des Antisemitismus in \u00d6sterreich. Danke an <a href=\"https:\/\/presse-service.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presse-service.at<\/a> f\u00fcr die O-T\u00f6ne.<\/p>\n<p>Ich sprach mit Illya Babkin von den J\u00fcdischen \u00d6sterreichischen Hochsch\u00fcler*innen \u00fcber die Aktion und \u00fcber die Schandwache.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>***<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hass ist nicht normal<\/strong><\/p>\n<p>Unter dem Motto \u201eHass ist nicht normal\u201c wurde am 7. Oktober am Karlsplatz gegen strukturellen Rassismus demonstriert, und f\u00fcr die Entfernung rassistischer Wahlplakate. Danke an Jutta Matysek von den Sendereihen <a href=\"https:\/\/cba.fro.at\/series\/trotz-allem\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Trotz allem<\/a> und <a href=\"https:\/\/cba.fro.at\/series\/openup\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Open Up<\/a> f\u00fcr die Aufnahmen.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>***<\/strong><\/p>\n<p><strong>Au\u00dferdem<\/strong><\/p>\n<p>Am 7. Oktober <span lang=\"de-DE\">demonstrierten nach Angaben von <a href=\"https:\/\/presse-service.at\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">presse-service.at<\/a> etwa 100 Personen gegen Femizide. Anlass war die Ermorderung einer Frau am 5. Oktober in Favoriten. <\/span><span lang=\"de-DE\">Es handelte sich dabei um den<\/span><span lang=\"de-DE\"> inzwischen 19. Femizid in \u00d6sterreich im Jahr 2020. <\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Vom 26. September bis zum 4. Oktober fand au\u00dferdem die Rebellion Week von Extinction Rebellion statt \u2013 mit Demonstrationen, dezentralen Aktionen und Stra\u00dfenblockaden wie etwa am Michaelerplatz und am G\u00fcrtel. <\/span><span lang=\"de-DE\">D<\/span><span lang=\"de-DE\">amit sollte Druck auf die Regierenden erzeugt werden, mit der Zivilgesellschaft zu kooperieren, um eine gerechtere, freundlichere, menschlichere Gesellschaft aufzubauen und die Klimakrise zu mildern.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Am 9. Oktober gab es antirassistische Proteste beim Wahlkampfabschluss der FP\u00d6 am Viktor-Adler-Markt.<\/span><\/p>\n<p><span lang=\"de-DE\">Und am 10. Oktober wurde auch in Wien Solidarit\u00e4t mit den gegen Polizeigewalt, f\u00fcr Menschenrechte und Frieden in Belarus protestierenden Frauen demonstriert.<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>***<\/strong><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" style=\"border: none; width: 100%; height: 99px;\" src=\"https:\/\/cba.fro.at\/473858\/embed?audio&amp;q=1&amp;waveform=false\" width=\"100%\" height=\"99\"><\/iframe><br \/>\n<a href=\"https:\/\/cba.fro.at\/473858\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/cba.fro.at\/473858<\/a><\/p>\n<p>Das war die &#8211; zugegebenerma\u00dfen wieder mal nicht ganz vollst\u00e4ndige &#8211; Chronologie von Widerstands- und Protestaktionen der letzten zwei Wochen. Auf Wiederh\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>+++ Applaus ist nicht genug +++ Wir haben Platz +++ BlockIB +++ Schandwache +++ Hass ist nicht normal +++ Willkommen bei der WiderstandsChronologie *** Applaus ist nicht genug Am 3. 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