{"id":2533,"date":"2018-06-09T21:13:14","date_gmt":"2018-06-09T19:13:14","guid":{"rendered":"http:\/\/nochrichten.net\/?p=2533"},"modified":"2018-06-10T22:56:01","modified_gmt":"2018-06-10T20:56:01","slug":"widerstandschronologie-26-5-9-6-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nochrichten.net\/?p=2533","title":{"rendered":"WiderstandsChronologie 26.5.\u20139.6.2018"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/starsky.at\/niemandmischtsichein\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Niemand<\/a> mischt sich ein. <a href=\"http:\/\/starsky.at\/niemandmischtsichein\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Niemand<\/a> hat Macht. <a href=\"http:\/\/starsky.at\/niemandmischtsichein\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Niemand<\/a> kennt sich aus.<br \/>\nUnter diesem Motto gab es vom 26. April bis zum 19. Mai 2018 einen offenen Diskursraum im K\u00fcnstler*innenhaus 1050. Und als Abschluss am 26. Mai eine Projektionsguerillatour durch den 1. Bezirk.<br \/>\nMit einem riesigen Projektor wurde zu neuralgischen Punkten der Stadt gefahren und fl\u00fcchtige Texte aus Licht projiziert, an ausgew\u00e4hlten Orten kurz Halt gemacht, um in kurzen Pop-up Performances Texte auf Architektur, Objekten oder K\u00f6rpern sichtbar zu machen und schnell wieder zu verschwinden. Feministische Forderungen, Vorhaben und Fakten der aktuellen Regierung und die Dominanz der Finanz seien die Themen dieser Intervention, hie\u00df es, die sich offensiv und konsequent f\u00fcr die nationale und internationale Selbstverst\u00e4ndlichkeit von Demokratie, Menschenrechten, Meinungsfreiheit, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung, Gemeinwohl und Fair-teilung positioniere.<br \/>\nAn der Projektionsguerillatour nahmen mehr als 100 Menschen teil. Die Arbeitsprozesse davor standen allen offen. Auch Ausstellungsbesucher*innen waren eingeladen worden, sich aktiv zu beteiligen. H\u00f6chst aktiv dabei war Julia Zdarsky oder Starsky, die bereits im Jahr 2000 regierungskritische Texte auf das Bundeskanzleramt projiziert hatte.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Die Lage ist unver\u00e4ndert. W\u00e4hrend das Au\u00dfenministerium f\u00fcr Afghanistan, und zwar f\u00fcr das ganze Land, die h\u00f6chste Reisewarnungs-Stufe 6 ausgerufen hat, \u00f6sterreichische Staatsb\u00fcrger*innen vor Reisen nach Afghanistan warnt und sich in Afghanistan aufhaltende \u00d6sterreicher*innen dringend aufruft, das Land zu verlassen, wird es gegen\u00fcber Gefl\u00fcchteten als sicher bezeichnet. Laufend werden Menschen nach Afghanistan abgeschoben. Am 29. Mai soll es schon wieder eine Gruppenabschiebung per Charterflug nach Afghanistan gegeben haben.<br \/>\nAus diese Grund versammelten sich am Vormittag des 29. Mai an die 120 Menschen vor dem Innenministerium am Minoritenplatz. Rund eine halbe Stunde lang verlasen sie eine Liste von bekannten Anschl\u00e4gen, die in den letzten Wochen in Afghanistan ver\u00fcbt worden waren.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Fast 200 Menschen nahmen am 1. Juni 2018 am zweiten gemeinsamen solidarischen Fastenbrechen gegen Abschiebungen am Maria-Theresien-Platz in Wien teil. Eingeladen waren alle Menschen, ob religi\u00f6s oder atheistisch. Ziel war es, einfach gemeinsam zu essen, einander kennenzulernen, Solidarit\u00e4t zu zeigen und laut und schmackhaft gegen die unmenschliche Asylpolitik zu protestieren. Das Iftar war Teil der Kampagne #SicherSein &#8211; Engagiert gegen Abschiebungen nach Afghanistan.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Am 2. Juni 2018 veranstalteten Rechtsextreme in Wien zum zweiten Mal eine so genannte Kandel-Demo.<br \/>\nSeit einigen Monaten werden unter dem Motto \u201eKandel ist \u00fcberall\u201c insbesondere in Deutschland Mordopfer f\u00fcr rassistische Hetze instrumentalisiert, da in der deutschen Stadt Kandel ein Gefl\u00fcchteter eine junge Frau ermordet haben soll \u2013 ein Gerichtsurteil gibt es dazu noch nicht. W\u00e4hrend an der ersten Wiener Kandel-Demo im April noch 180 Personen teilgenommen hatten, waren es am 2. Juni nur mehr gerade mal 80. Aufgerufen dazu hatten wieder die \u201ePatrioten f\u00fcr Heimat und Tradition\u201c von Georg Immanuel Nagel, der als Sprecher des erfolglosen Versuchs bekannt geworden war, Pegida in \u00d6sterreich aufzubauen.<br \/>\nNach hetzerischen Reden unter anderem von Pegida-Sprecher*innen aus Deutschland und der Schweiz sollte die Demo am Schmerlingplatz mit der \u00f6sterreichischen Bundeshymne ausklingen \u2013 eine Herausforderung, der Georg Immanuel Nagel und seine Patriot*innen nicht ganz gewachsen waren \u2026<br \/>\nAlso wechselten sie zum Lied der Deutschen \u2013 mit der ersten Strophe.<br \/>\nNur ganz vereinzelt gab es entlang der Demoroute der Rechtsextremen Missfallensbekundungen von Passant*innen. Ein paar wenige Antifaschist*innen begleiteten die Demo, zum Teil mit Regenschirmen, auf denen \u201eNazis raus\u201c stand.<br \/>\nAn einem antifaschistischen Stra\u00dfenfest im Ottakring nahmen an diesem Nachmittag mehr als 500 Menschen teil.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Mit einer kleinen Kundgebung auf der Mariahilfer Stra\u00dfe wurde am 2. Juni dagegen protestiert, dass gegen mindestens 15 Mitglieder der Anatolischen F\u00f6deration \u00d6sterreich ein Verfahren wegen terroristischer Vereinigung oder Guthei\u00dfung terroristischer Straftaten gef\u00fchrt wird. Anlass f\u00fcr das Verfahren ist, dass die angeklagten Personen bei Protesten gegen die Repressionspolitik der t\u00fcrkischen Regierung Symbole und Bilder der in der T\u00fcrkei aktiven Revolution\u00e4ren Volksbefreiungsfront DHKP-C getragen haben sollen. Bei einem Prozesstermin Ende Mai gab es \u00fcbrigens bereits einen Freispruch f\u00fcr eine Angeklagte.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich des internationalen Hurentags gab es am 2. Juni heuer nur eine kleine Aktion am Yppenplatz, bei der unter anderem Feminist*innen Graffiti f\u00fcr die Rechte von Sexarbeiter*innen gestalteten.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Als der Pr\u00e4sident der russischen F\u00f6deration, Wladimir Putin, am 5. Juni Wien besuchte, gab es, dort wo er auftauchte, immer wieder auch kleine Kundgebungen, f\u00fcr Putin \u2026 und gegen Putin. Bei der Kranzniederlegung vor dem Held*innendenkmal der Roten Armee mischte sich auch eine Frau mit einer kleinen Regenbogenfahne unter die hunderten Schaulustigen \u2026<br \/>\nUnweit der Kranzniederlegung Putins beim Held*innendenkmal der Roten Armee am Schwarzenbergplatz hielt die Sozialistische Jugend vor dem Haus der Industrie eine Kundgebung gegen den 12-Stunden-Tag ab. Wir fragten SJ-Wien-Vorsitzende Fiona Herzog, ob das nicht seltsam wirke, wenn gleich daneben hunderte Menschen Wladimir Putin zujubeln.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>F\u00fcr den 6. Juni, den Abend vor der Medienenquete der Bundesregierung, lud eine Allianz von Organisationen und Einzelpersonen zu einer, wie sie es nannten, \u201ebesseren, \u00f6ffentlichen Medienenquete\u201c am Karlsplatz ein. Gefordert wurde unter anderem, dass der ORF nicht zerschlagen werden d\u00fcrfe, aber auch eine bessere Absicherung des nichtkommerziellen Rundfunksektors. Zu Spitzenzeiten waren bis zu 500 Personen anwesend. Letztendlich gab es fast vier Stunden lang Lobreden auf den ORF, differenzierte Statements wie von Rektorin Eva Blimlinger oder von Wiltrud Hackl von der ober\u00f6sterreichischen Gesellschaft f\u00fcr Kulturpolitik gab es nur wenige. Mit Barbara Eppensteiner von Okto und Helga Schwarzwald vom Verband freier Radios \u00d6sterreich durften auch nichtkommerzielles freies Radios und Community-Fernsehen kurz zu Wort kommen. <\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Mit einem Flashmob wurde am 7. Juni vor dem Sozialministerium gegen K\u00fcrzungen in der au\u00dferschulischen Jugend- und Erwachsenenbildung protestiert.<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Mehr als 800 Menschen beteiligten sich am 9. Juni an einer Bildungsdemo in Wien: f\u00fcr \u201eBildung f\u00fcr alle, nicht nur f\u00fcr Eliten\u201c, und gegen den \u2013 wie sie es nannten \u2013 \u201eRaubbau der Regierung am Bildungswesen\u201c.<\/p>\n<p>***<br \/>\nZirka 460 Menschen nahmen am 9. Juni auch in Wien an einem antiisraelischen Al-Quds-Marsch teil. So genannte Al-Quds-M\u00e4rsche finden in mehreren St\u00e4dten j\u00e4hrlich am so genanten Al-Quds-Tag statt. Der Al-Quds-Tag wurde 1979, kurz nach der islamischen Revolution im Iran von Ayatollah Khomeini eingef\u00fchrt. Jedes Jahr finden an diesem Tag im Iran und weltweit antiisraelische und antisemitische Proteste statt.<br \/>\nBlockaden gab es heuer keine. Vereinzelt standen Personen mit israelischen Flaggen am Stra\u00dfenrand.<br \/>\nGegen Antisemitismus demonstrierten 150 bis 200 Personen am Bundesl\u00e4nderplatz, dem der Al-Quds-Marsch weitr\u00e4umig ausweichen musste.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/cba.fro.at\/376772\/embed?&#038;waveform=false\" width=\"100%\" height=\"99\" style=\"border:none; width:100%; height:99px;\"><\/iframe><br \/>\n<a href=\"https:\/\/cba.fro.at\/376772\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">https:\/\/cba.fro.at\/376772<\/a><\/p>\n<p>\nWas fehlt? Zum Beispiel das Klimacamp, das von 30. Mai bis 3. Juni in Wolkersdorf stattfand, und von wo aus auch Aktionen in Wien geplant wurden. Dar\u00fcber wurde in <a href=\"https:\/\/cba.fro.at\/376775\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Radio Widerhall am 9. Juni<\/a> ab Minute 24:20 mit einer <a href=\"http:\/\/systemchangenotclimatechange.at\/\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">System-change-not-climate-change<\/a>-Aktivistin gesprochen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Niemand mischt sich ein. Niemand hat Macht. Niemand kennt sich aus. Unter diesem Motto gab es vom 26. April bis zum 19. Mai 2018 einen offenen Diskursraum im K\u00fcnstler*innenhaus 1050. Und als Abschluss am 26. 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