{"id":1976,"date":"2015-04-25T15:35:48","date_gmt":"2015-04-25T13:35:48","guid":{"rendered":"http:\/\/nochrichten.net\/?p=1976"},"modified":"2015-04-25T15:35:48","modified_gmt":"2015-04-25T13:35:48","slug":"100-jahre-nach-beginn-des-genozids-an-armenier_innen-gedenken-und-leugnung-in-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nochrichten.net\/?p=1976","title":{"rendered":"100 Jahre nach Beginn des Genozids an Armenier_innen: <br>Gedenken und Leugnung in Wien"},"content":{"rendered":"<p>Am Freitag, dem 24. April, vor 100 Jahren begann der Genozid an den Armenier_innen, verantwortet vom Osmanischen Reich, damals Verb\u00fcndeter von \u00d6sterreich-Ungarn im ersten Weltkrieg. Nicht zuletzt in der T\u00fcrkei werden die Gr\u00e4ueltaten bis heute nicht als Genozid anerkannt. Das offizielle \u00d6sterreich erkennt den Massenmord seit gerade mal drei Tagen an. Erst nach fast 100 Jahren, also am Dienstag dieser Woche, wurde eine entsprechende gemeinsame Erkl\u00e4rung aller Nationalratsfraktionen verabschiedet.<br \/>\nF\u00fcr eine weltweite Anerkennung des Genozids an 1,5 Millionen Armenier_innen und im Gedenken an dessen Opfer demonstrierten am 24. April in Wien 2.500 Menschen vom Resselpark zum Parlament. Aufgerufen dazu haben unter anderem Organisationen von Armenier_innen in \u00d6sterreich sowie viele linke Gruppen \u2013 von der armenisch-apostolischen Kirchengemeinde \u00fcber den armenischen Sport- und Pfadfinder_innenverein \u201eHomenetmen\u201c bis zu KOMintern und ATIGF.<br \/>\nGleichzeitig zogen 3000\u20134000 t\u00fcrkische Nationalist_innen, die von einem Genozid nichts wissen wollen, vom Westbahnhof zum Heldenplatz. Der Gedenkdemo mussten die Nationalist_innen weitr\u00e4umig \u00fcber das Schottentor ausweichen.<br \/>\nEs wurde vorgeblich im Namen der in \u00d6sterreich lebenden t\u00fcrkischen Menschen die \u201eEntt\u00e4uschung\u201c dar\u00fcber ausgedr\u00fcckt, dass der Nationalrat \u201edie Ereignisse von 1915 gem\u00e4\u00df einseitiger armenischer Erz\u00e4hlung als V\u00f6lkermord verurteilt hat\u201c, ohne ihre \u201eGef\u00fchle, Gedenken sowie Erinnerungen\u201c zu ber\u00fccksichtigen. Die armenische Seite habe mit Besatzungsm\u00e4chten kollaboriert und bis heute keine Erkl\u00e4rung abgegeben, dass sie den Tod von t\u00fcrkischen Zivilist_innen bedauere. Zwar h\u00e4tten auch Armenier_innen bei Umsiedlungen Verluste erlitten, das sei aber ein gemeinsames Leid und kein V\u00f6lkermord. \u201eV\u00f6lkermord\u201c sei eine L\u00fcge, so Demoredner_innen.<br \/>\nDa die Teilnehmer_innen der Demo mit t\u00fcrkischen und \u00f6sterreichischen Fahnen beschenkt worden waren, vermittelte der Aufmarsch das Bild eines regelrechten Fahnenmeeres. Rechtsextreme Gruppen sollten offenbar nicht offensichtlich in Erscheinung treten. Bei Aufm\u00e4rschen t\u00fcrkischer Nationalist_innen \u00fcbliche Fahnen der Grauen W\u00f6lfe waren nicht zu sehen. Lediglich eine Fahne mit einem Wolfskopf wurde mitgetragen (deren Bedeutung mir nicht klar ist \u2013 die offiziellen Flaggen und Symbole der Grauen W\u00f6lfe sehen anders aus). Besonders auf der Abschlusskundgebung wurde jedoch von vielen die Hand zum \u201eWolfsgru\u00df\u201c gehoben. Es sah so aus, als ob Ordner_innen \u2013 zumindest teilweise in Kontakt mit dem Verfassungsschutz \u2013 offen rechtsextreme Handlungen zu unterbinden trachteten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Freitag, dem 24. April, vor 100 Jahren begann der Genozid an den Armenier_innen, verantwortet vom Osmanischen Reich, damals Verb\u00fcndeter von \u00d6sterreich-Ungarn im ersten Weltkrieg. Nicht zuletzt in der T\u00fcrkei werden die Gr\u00e4ueltaten bis heute nicht als Genozid anerkannt. 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