{"id":1855,"date":"2015-01-26T22:26:10","date_gmt":"2015-01-26T21:26:10","guid":{"rendered":"http:\/\/nochrichten.net\/?p=1855"},"modified":"2015-01-29T21:09:47","modified_gmt":"2015-01-29T20:09:47","slug":"will-sich-polizei-aussuchen-wer-ueber-proteste-gegen-akademikerball-berichten-darf-proteste-von-orange-94-0-oejc-und-augeug","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nochrichten.net\/?p=1855","title":{"rendered":"Will sich Polizei aussuchen, wer \u00fcber Proteste gegen Akademikerball berichten darf? <br>Proteste von ORANGE 94.0, \u00d6JC und AUGE\/UG"},"content":{"rendered":"<p>Aktualisierung: Der folgende Artikel ist nicht mehr aktuell. Die Polizei hat keinen Antrag auf Akkreditierung abgelehnt. Sie verk\u00fcndet, auch nie gemeint zu haben, dass nur Inhaber_innen eines Ausweises des \u201eKuratoriums f\u00fcr Presseausweise\u201c akkreditiert werden. Sie wollte nur gemeinsam mit dem Kuratorium einen Weg finden, dass wirklich nur journalistisch Arbeitende eine Akkreditierung erhalten. Das hat sich allerdings ein paar Tage zuvor anders dargestellt:<\/p>\n<p>***<\/p>\n<p>Die Landespolizeidirektion Wien hat angek\u00fcndigt, bei den Protesten gegen den Akademikerball  diesmal nur ausgew\u00e4hlte Pressevertreter_innen zu akkreditieren. Die Auswahl der Journalist_innen wurde an das Kuratorium f\u00fcr Presseausweise ausgelagert. Dieses Kuratorium vergibt Ausweise unabh\u00e4ngig von journalistischen Leistungen nur an Personen, die mindestens 1056 Euro mit journalistischer Arbeit verdienen.<\/p>\n<p>ORANGE 94.0 kritisierte dies vergangene Woche \u201eaufs Sch\u00e4rfste\u201c (siehe unten). Es sei nicht akzeptabel, dass nur einschl\u00e4gig ausgew\u00e4hlte Journalist_innen Presseakkreditierungen ausgestellt bekommen. Mit solchen Auswahlverfahren werden insbesondere Medien wie das Freie Radio in Wien bei ihrer Arbeit eingeschr\u00e4nkt, die regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber demokratiepolitisch bedenkliche Veranstaltungen berichten und auch die Arbeit der Exekutive immer wieder einer kritischen Evaluation unterziehen.<\/p>\n<p>Heftige Proteste gibt es auch vom \u00d6sterreichischen Journalist_innenclub. Der \u00d6JC k\u00fcndigte an, gegen diese Ma\u00dfnahme Schritte ergreifen zu wollen und ruft alle Journalist_innen, denen eine Akkreditierung verweigert wurde, auf, sich bei ihm zu melden.<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.oejc.at\/index.php?id=32&#038;tx_ttnews%5Btt_news%5D=85&#038;cHash=1ef45ad2da28f785f09f640a90616d76\">http:\/\/www.oejc.at\/index.php?id=32&#038;tx_ttnews%5Btt_news%5D=85&#038;cHash=1ef45ad2da28f785f09f640a90616d76<\/a><\/p>\n<p>Scharfe Kritik kam auch von den Alternativen Gewerkschafter_innen der AUGE\/UG. Klaudia Paiha forderte von der Journalist_innengewerkschaft in der GPA-DJP, als Teil des Kuratoriums nicht den Erf\u00fcllungsgehilfen der Polizei zu spielen, sondern sich f\u00fcr Pressefreiheit einzusetzen:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/auge.or.at\/news-wien\/1312-auge-ug-zensurma%C3%9Fnahmen-der-wiener-polizei-m%C3%BCssen-gestoppt-werden\">http:\/\/auge.or.at\/news-wien\/1312-auge-ug-zensurma%C3%9Fnahmen-der-wiener-polizei-m%C3%BCssen-gestoppt-werden<\/a><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Stellungnahme von ORANGE 94.0 zu Presseakkreditierungen rund um die Protestaktionen gegen den Wiener Akademikerball am 30. J\u00e4nner 2015<\/strong><\/p>\n<p>ORANGE 94.0 kritisiert aufs Sch\u00e4rfste die Vorgehensweise der Wiener Landespolizeidirektion, die die Entscheidung \u00fcber die Presseakkreditierungen f\u00fcr die Berichterstattung \u00fcber die Proteste gegen den Wiener Akademikerball in das so genannte \u201eKuratorium f\u00fcr Presseausweise\u201c ausgelagert hat. Es ist nicht akzeptabel, dass nur einschl\u00e4gig ausgew\u00e4hlte Journalist_innen Presseakkreditierungen ausgestellt bekommen. Mit solchen Auswahlverfahren werden insbesondere Medien wie das Freie Radio in Wien bei ihrer Arbeit eingeschr\u00e4nkt, die regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber demokratiepolitisch bedenkliche Veranstaltungen berichten und auch die Arbeit der Exekutive immer wieder einer kritischen Evaluation unterziehen.<\/p>\n<p>Auf Anfrage von ORANGE 94.0 beim \u201eKuratorium f\u00fcr Presseausweise\u201c wurde best\u00e4tigt, dass dieses ausschlie\u00dflich die G\u00fcltigkeit der eingesandten Presseausweise kontrolliert, welche vom Kuratorium selbst oder einer seiner Tr\u00e4gerorganisationen ausgestellt wurden. Dass die Vergabe von Presseausweisen durch das Kuratorium und dessen Tr\u00e4gerorganisationen meist an einen Einkommensnachweis von journalistischer T\u00e4tigkeit gebunden ist, ist auf der Website des Kuratoriums nachzulesen. Da alle Journalist_innen bei ORANGE 94.0 ehrenamtlich arbeiten, werden Redakteur_innen von ORANGE 94.0 und Freie Medien somit generell von der Vergabe ausgeschlossen.<\/p>\n<p>Bei Radio ORANGE 94.0 gestalten 450 ehrenamtliche Radiomacher_innen ihre Sendungen selbst. Damit ist es das Radio in Wien mit den meisten Journalist_innen, Meinungen und Sprachen und eine unentbehrliche Erg\u00e4nzung zu \u00f6ffentlich-rechtlichen und privat-kommerziellen Medien. ORANGE 94.0 ist nichtkommerziell, werbefrei und parteipolitisch unabh\u00e4ngig. Um Radiomacher_innen bei ihrer redaktionellen Arbeit zu unterst\u00fctzen, k\u00f6nnen diese nach Abschluss eines umfassenden Radiogrundkurses einen Presseausweis von ORANGE 94.0 erhalten. Dieser Grundkurs beinhaltet neben der praktischen und inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem Medium Radio auch eine medienrechtliche Schulung.<\/p>\n<p>Wir fordern das \u201eKuratorium f\u00fcr Presseausweise\u201c und die Wiener Landespolizeidirektion auf, Radio ORANGE 94.0 in der unabh\u00e4ngigen Berichterstattung und in der Umsetzung seines Medienauftrags am 30. J\u00e4nner 2015 und dar\u00fcber hinaus nicht einzuschr\u00e4nken und umgehend eine Akkreditierung zu gew\u00e4hrleisten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktualisierung: Der folgende Artikel ist nicht mehr aktuell. Die Polizei hat keinen Antrag auf Akkreditierung abgelehnt. Sie verk\u00fcndet, auch nie gemeint zu haben, dass nur Inhaber_innen eines Ausweises des \u201eKuratoriums f\u00fcr Presseausweise\u201c akkreditiert werden. 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