{"id":183,"date":"2008-04-07T20:47:23","date_gmt":"2008-04-07T18:47:23","guid":{"rendered":"http:\/\/nochrichten.net\/?p=183"},"modified":"2008-04-07T20:47:23","modified_gmt":"2008-04-07T18:47:23","slug":"nachrichten-7-april-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nochrichten.net\/?p=183","title":{"rendered":"Nachrichten 7. April 2008"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem zuletzt \u00fcberwiegend rechte bis rechtsextreme Organisationen die Kritik an der bevorstehenden Ratifizierung des EU-Reformvertrags zu Protestaktionen bis hin zu Massendemonstrationen nutzten, hatten f\u00fcr vergangenen Samstag auch linke Gruppen zu einer Demonstration und Menschenkette aufgerufen.<br \/>\nAls Rechtsextremist_innen erkennbare Personen wurden zwar nach und nach aus der Demonstration entfernt. Dennoch bot die Demonstration eine bereitwillig genutzte Plattform f\u00fcr unz\u00e4hlige nationalistische Teilnehmende und Gruppen.<\/p>\n<p>An der Demonstration vom Westbahnhof zum Parlament hatten sich bis zu 2000 Personen beteiligt. Direkt zu Kundgebung und Menschenkette beim Parlament waren weitere 500 gekommen. Trotz einladender Ank\u00fcndigung auf der Titelseite der Kronenzeitung eine eher bescheidene Beteiligung. Und es lie\u00df sich nicht ganz des Eindrucks erwehren, dass die meisten Teilnehmenden wegen der Kronenzeitung gekommen sind &#8211; sp\u00e4testens als die Rednerin Freda Meissner-Blau nach ein paar kritischen Worten \u00fcber die Kronenzeitung mit Buhrufen und Pfeifkonzert am Weiterreden gehindert wurde.<\/p>\n<p>Bericht: http:\/\/www.freie-radios.net\/portal\/content.php?id=21873<\/p>\n<p>+++<\/p>\n<p>Am Mittwoch, den 9. April stimmt der Nationalrat wohl trotzdem \u00fcber die Ratifizierung des EU-Reformvertrags ab. Die Werkstatt Frieden und Solidarit\u00e4t, die auch an der Organisation der Demonstration und Menschenkette vom letzten Samstag beteiligt war, ruft deshalb f\u00fcr Mittwoch nochmals zu einer Mahnwache vor dem Parlament auf. Mit dieser Mahnwache sollen nochmals alle Abgeordneten an ihre pers\u00f6nliche Verantwortung erinnert werden, so Elke Renner von der Werkstatt Frieden&#038;Solidarit\u00e4t. Mittwoch, 9. April 2008, 8.00 Uhr vor dem Parlament.<\/p>\n<p>+++<\/p>\n<p>Am letzten Freitag fand in Wien auch eine Demonstration in Solidarit\u00e4t mit den Anti-NATO-Protesten in Bukarest statt.<\/p>\n<p>Bukarest sei zur Zeit des NATO-Gipfels in eine Art Ausnahmezustand versetzt worden, hei\u00dft es dazu in einem Bericht auf Indymedia. Es seien 27 000 Polizist_innen und Soldat_innen im Einsatz gewesen, vielen AktivistInnen wurde die Einreise verweigert, Menschen wurden ohne Angabe von Gr\u00fcnden in Gewahrsam genommen, rum\u00e4nische AktivistInnen und deren Familie wurden zu Hause besucht und eingesch\u00fcchtert, alle Demonstrationen und Aktionen wurden verboten, Mobilisierungsseiten im Internet mussten vom Netz gehen. Die Aktivistin Tatiana Duplei wurde von einem Auto eines NATO-Konvois angefahren und verstarb am Unfallort, auch weil die Polizei Erste Hilfe der anwesenden Ambulanz mit Hinweis auf die Sicherheit des Konvois verhindert haben soll. Das Convergence Center wurde gest\u00fcrmt und Aktivist_innen verhaftet, noch bevor eine Aktion gemacht wurde. Sie wurden dabei geschlagen, und teils mit dem Tod bedroht. Eine Frau musste mit gebrochenem Fu\u00df ins Krankenhaus.<\/p>\n<p>+++<\/p>\n<p>Schl\u00fcssel gegen das Vergessen, ein Gedenksymbol f\u00fcr die Opfer des Nationalsozialismus der Servitengasse<br \/>\nwird am 8. April 2008 im 9. Bezirk enth\u00fcllt.<\/p>\n<p>Seit dem Fr\u00fchjahr 2004 arbeitet die B\u00fcrger_innenprojektgruppe Servitengasse 1938 an der Aufarbeitung des Schicksals der vertriebenen und ermordeten J\u00fcdinnen und Juden der Servitengasse im 9. Wiener Gemeindebezirk.<br \/>\n\u201eDieses f\u00fcr Wien einzigartige Projekt, eine gesamte Gasse auf ihre j\u00fcdischen Bewohner_innen und ihr Zusammenleben mit den nicht-j\u00fcdischen Nachbar_innen zu untersuchen und ihrem Schicksal nachzugehen, hatte von Anfang an das Ziel, diesen Menschen ein sichtbares Symbol in der \u00d6ffentlichkeit zu widmen&#8220;, so Dr. Peter Koppe, Vorsitzender des Vereins Servitengasse 1938. Dazu hat der Verein in Kooperation mit der Universit\u00e4t f\u00fcr Angewandte Kunst einen Wettbewerb f\u00fcr Student_innen organisiert. Der pr\u00e4mierte Entwurf von Julia Schulz konnte nun dank der Unterst\u00fctzung zahlreicher Sponsoren realisiert werden.<br \/>\n\u201eSchl\u00fcssel gegen das Vergessen\u201c besteht aus einer im Boden eingelassenen Glasvitrine, die den Blick auf insgesamt 462 Schl\u00fcssel freigibt. Jeder Schl\u00fcssel tr\u00e4gt ein Schild mit dem Namen eines der Opfer. Rund um die Vitrine findet sich die Inschrift: \u201eIm Gedenken an die als Juden und J\u00fcdinnen Vertriebenen und Ermordeten, die in der Servitengasse wohnten, Gesch\u00e4fte f\u00fchrten oder H\u00e4user besa\u00dfen\u201c.<br \/>\nAn der Enth\u00fcllung des Denkmals werden auf Einladung des Jewish Welcome Service auch aus der Servitengasse stammende \u00dcberlebende der Shoah teilnehmen.<\/p>\n<p>Programm: Moderiert von Sabine Gruber von der AGENDA 21 am Alsergrund, werden der Zeitzeuge und ehemalige Servitengassen-Bewohner Charles Kurt, die Bezirksvorsteherin des 9. Bezirks, Martina Malyar, der Leiter der Erste Stiftung, Boris Marte, Eva Blimlinger von der Universit\u00e4t f\u00fcr Angewandte Kunst und Barbara Sauer vom Verein Servitengasse 1938 der Frage nachgehen, was dieses Gedenksymbol f\u00fcr sie bedeutet.<br \/>\nDie Veranstaltung wird durch Roman Grinberg und den Wiener J\u00fcdischen Chor sowie durch eine Lesung von Otto Tausig mit \u00f6sterreichischer Exillyrik umrahmt.<\/p>\n<p>Ort: Ecke Servitengasse\/Gr\u00fcnentorgasse (Kirchenvorplatz)<br \/>\n1090 Wien<br \/>\nTermin: 8. April 2008 17: 00 Uhr<\/p>\n<p>Umfangreiche Recherchen von Forscherinnen in den Archiven und Interviews mit Zeitzeugen haben ergeben, dass zum Zeitpunkt M\u00e4rz 1938 mehr als die H\u00e4lfte der BewohnerInnen der Gasse aus Gr\u00fcnden der nationalsozialistischen Gesetzgebung verfolgt, vertrieben und ermordet wurden.<\/p>\n<p>+++<\/p>\n<p>Eine Kundgebung gegen deutschnationale Verbindungen und institutionelles Wegschaun wird unter dem Titel Semesterstart@Aula f\u00fcr Mittwoch, 9. April 11.30 auf der Rampe der Uni Wien organisiert. Um diese Zeit treffen sich dort jeen Mittwoch waffentragende Korporationsstudenten. Dessen Aktivit\u00e4ten an den \u00f6sterreichischen Universit\u00e4ten &#8211; als Studierende, als Lehrende und jeden Mittwoch auf der Rampe &#8211; stellen ein best\u00e4ndiges h\u00f6chst bedenkliches \u00c4rgernis dar, hei\u00dft es in einem Aufruf zur Kundgebung. Deshalb solle rechten Umtrieben und Strukturen gemeinsam Einhalt geboten werden, auf der Uni und \u00fcberall! Mittwoch, 9. April 11.30 Unirampe.<\/p>\n<p>Weitere dazu passende Veransatltungen:<\/p>\n<p>&#8222;Rechtsextremismus an der Uni&#8220;<br \/>\n8. April, 13-15 Uhr<br \/>\nElise Richter Saal, Hauptgeb\u00e4ude Uni Wien<br \/>\nWorkshop<br \/>\nAnmeldung erw\u00fcnscht (veranstaltung(at)oeh.univie.ac.at).<br \/>\nSpontane Teilnahme auch m\u00f6glich.<\/p>\n<p>\u201cKZ &#8211; Willkommen in Mauthausen\u201d<br \/>\n8. April, 20 Uhr<br \/>\nHS 33, Haupgeb\u00e4ude Uni Wien<br \/>\nDokumentarfilm von Rex Bloomstein<\/p>\n<p>(K)ein Bild? Das Image \u00d6sterreichs in Israel<br \/>\n9. April, 18.30 Uhr<br \/>\nDepot, Breite Gasse 3, 1070 Wien<br \/>\nVortrag und Diskussion mit Michal Levertov.<br \/>\nVeranstalter: Verein Gedenkdienst<\/p>\n<p>+++<\/p>\n<p>F\u00fcr den 6. April wurde in \u00c4gypten zu Generalstreik und Protesten gegen die zunehmend prek\u00e4ren Lebensbedingungen, die aufgrund von Inflation, insbesondere explodierenden Brotpreisen, immer schwerer werden, aufgerufen. Doch von Protesten war an diesem 6. April wenig auszumachen. Grund daf\u00fcr war weniger pl\u00f6tzliche Zufriedenheit als vielmehr massive Repression.<br \/>\nAus Kairo berichtet unsere Korrespondentin Eva Reinbacher:<br \/>\nhttp:\/\/www.freie-radios.net\/portal\/content.php?id=21872<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem zuletzt \u00fcberwiegend rechte bis rechtsextreme Organisationen die Kritik an der bevorstehenden Ratifizierung des EU-Reformvertrags zu Protestaktionen bis hin zu Massendemonstrationen nutzten, hatten f\u00fcr vergangenen Samstag auch linke Gruppen zu einer Demonstration und Menschenkette aufgerufen. 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