{"id":117,"date":"2007-12-03T17:21:15","date_gmt":"2007-12-03T15:21:15","guid":{"rendered":"http:\/\/nochrichten.net\/?p=117"},"modified":"2007-12-07T13:28:12","modified_gmt":"2007-12-07T11:28:12","slug":"nachrichten-3-dezember-2007","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nochrichten.net\/?p=117","title":{"rendered":"Nachrichten 3. Dezember 2007"},"content":{"rendered":"<p>Schlagzeilen:<\/p>\n<ul>\n<li> Rund 300 Menschen demonstrierten am 1. Dezember 2007 im ober\u00f6sterreichischen Grein f\u00fcr Bleiberecht, insbesondere f\u00fcr die dort seit \u00fcber einem Jahr um Bleiberecht k\u00e4mpfende Familie Ganiji.<\/li>\n<li> Eine achtj\u00e4hrige Beziehung, vierj\u00e4hriges Eheleben, Stiefelternschaft stellt  aus der Sicht der Fremdenpolizei \u201elediglich geringe famili\u00e4re Bindung\u201c dar. So wird neuerdings wie Ehe begr\u00fcndet, wenn weiterer Aufenthalt von Ehepartner_innen vonseiten des Staates vereitelt werden soll. In den letzten Wochen h\u00e4ufen sich die Ausweisungen bei schon lange verheirateten PartnerInnen von \u00d6sterreicherInnen, meldet die Initiative Ehe ohne Grenzen.<\/li>\n<li>Gegen die Aussagen von ASFINAG-Vorstandsmitglied Klaus Schierhackl im \u00f6ffentlich-rechtlichen Mittagsjournal, der da meinte \u201eIch hab mir noch alles vorstellen k\u00f6nnen, au\u00dfer Homosexualit\u00e4t.\u201c protestierte Christian H\u00f6gl von der Homosexuellen Initiative Wien. \u201eDavon abgesehen, dass diese Bemerkung im Kontext v\u00f6llig deplatziert war, stellt sie eine Beleidigung von Lesben und Schwulen dar.&#8220; so H\u00f6gl.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Details:<!--more--><\/p>\n<p>Rund 300 Menschen demonstrierten am 1. Dezember 2007 im ober\u00f6sterreichischen Grein f\u00fcr Bleiberecht, insbesondere f\u00fcr die dort seit \u00fcber einem Jahr um Bleiberecht k\u00e4mpfende Familie Ganiji.<\/p>\n<p>Der Soldidarit\u00e4tstag &#8222;Grein f\u00fcr Ganiji&#8220; begann mit einem Besuch des als Tatort-Kommissar und SOS-Mitmensch-Aktivist bekannten Schauspielers Harald Krassnitzer in der Wohnung der Familie Ganiji. Nach einer Kundgebung am Stadtplatz gingen die rund 300 DemonstrantInnen &#8211; das sind mehr als 10 Prozent der EinwohnerInnen Greins &#8211; zur Wohnung von Familie Ganiji und bildeten dort eine Menschenkette um &#8222;ihre&#8220; Familie vor der drohenden Abschiebung zu sch\u00fctzen.<br \/>\nAm Nachmittag wurden in der Landesmusikschule Grein zwei Filme gezeigt. &#8222;Wait and go&#8220; drehten Sch\u00fclerInnen und ProfessorInnen des Gymnasiums Baumgartenberg mit Regisseur Stefan Kurowski, Hava Ganiji spielt in diesem Kurzfilm ein M\u00e4dchen, das w\u00e4hrend des Unterrichts von der Polizei abgeholt und gemeinsam mit ihrer Familie abgeschoben wird. Der Film &#8222;Asyl in \u00d6sterreich&#8220;, den die Caritas pr\u00e4sentierte, besch\u00e4ftigte sich mit der oft tristen Situation von AsylwerberInnen, die jahrelang zur Unt\u00e4tigkeit verurteilt, in zerm\u00fcrbender Ungewissheit auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten. Am Abend pr\u00e4sentierte schlie\u00dflich das Stadtkino Grein den Spielfilm &#8222;Welcome home&#8220; von Andreas Gruber, in dem ein grotesker Rollentausch von Schubh\u00e4ftlingen und PolizistInnen in einem fiktiven afrikanischen Land passiert.<\/p>\n<p>Die Kundgebung und der Aktionstag in Grein war, so schreiben Beteiligte, allerdings nur ein Beispiel f\u00fcr die Notwendigkeit von Zivilcourage, aber auch das Vorhandensein von Mut vieler Mitmenschen in nun schon mehr als 30 Gemeinden in Ober\u00f6sterreich, wie Pabneukirchen, Gallneukirchen, Marchtrenk, Mauthausen und vielen anderen, die f\u00fcr ihre Familien eintreten, die nicht wollen, dass ihre FreundInnen, ArbeitskollegInnen und SchulkollegInnen in eine mehr als ungewisse Zukunft geschickt werden.<\/p>\n<p>Ein ausf\u00fchrlicher von Beteiligten in Grein verfasster Bericht findet sich auf http:\/\/no-racism.net\/article\/2376\/<\/p>\n<p>+++<\/p>\n<p>Eine achtj\u00e4hrige Beziehung, vierj\u00e4hriges Eheleben, Stiefelternschaft stellt  aus der Sicht der Fremdenpolizei \u201elediglich geringe famili\u00e4re Bindung\u201c dar. In den letzten Wochen h\u00e4ufen sich die Ausweisungen bei schon lange verheirateten PartnerInnen von \u00d6sterreicherInnen, meldet die Initiative Ehe ohne Grenzen.<br \/>\nEin Beispiel: Frau und Herr A. sind seit acht Jahren ein ein Paar und seit 2004 verheiratet. Herr A. arbeitet seitdem durchgehend 40 Stunden die Woche, au\u00dferdem ist Herr A. Stiefvater von drei Kindern aus erster Ehe von Frau A.<br \/>\nAls so genannter Drittstaatsangeh\u00f6riger stellte Herr A. vor drei Jahren einen rechtm\u00e4\u00dfigen Niederlassungsantrag, damals noch bei der zust\u00e4ndigen Fremdenpolizei. Diese tat exakt ein Jahr neun Monate und zwei Tage lang &#8211; nichts. Dann trat mit 1.1.2006 ein neues Niederlassungsgesetz ohne \u00dcbergangsregelungen in Kraft und der Akt wurde zur MA 35 weitergeleitet. Nach drei Jahren, sechs Monaten und 29 Tagen Bearbeitungszeit bekam Herr A. nun mitgeteilt, dass \u201edie Erteilung des Aufenthaltstitels den \u00f6ffentlichen Interessen widerstreiten w\u00fcrde\u201c. Au\u00dferdem wird Herrn A. mitgeteilt, dass er &#8211; illegalisiert durch das Niederlassungsgesetz &#8211; die \u00f6ffentliche Ordnung gef\u00e4hrde. Es l\u00e4gen in seinem Fall keine humanit\u00e4ren Gr\u00fcnde vor, die einen Antrag aus dem Inland rechtfertigen w\u00fcrden. Das BMI meint: \u201e\u2026..,dass ein weiters Eingehen auf Ihre pers\u00f6nlichen Verh\u00e4ltnisse, auch im Hinblick auf Art.8.MRK, entbehrlich ist \u201c. Er m\u00fcsse nun in sein Heimatland fahren und dort erneut einen Antrag auf Niederlassung stellen.<br \/>\nDa es sich dabei wie gesagt um keinen Einzelfall handelt, findet die mittlerweile 84. Demonstration von EHE OHNE GRENZEN am Mittwoch 05.12.2007 um 17h vor dem Innenministerium in der Herrengasse 7 statt.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"IETa3PWrY9\"><p><a href=\"https:\/\/ehe-ohne-grenzen.at\/\">Beratungs- und Informationsstelle<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Beratungs- und Informationsstelle&#8220; &#8212; Initiative Ehe ohne Grenzen\" src=\"https:\/\/ehe-ohne-grenzen.at\/embed\/#?secret=oj4fF2OWbm#?secret=IETa3PWrY9\" data-secret=\"IETa3PWrY9\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>+++<\/p>\n<p>Am 3.12. begann die Ausschreibung zur Sozialmarie 2008, dem Preis f\u00fcr innovative Sozialarbeit. Bereits zum vierten Mal werden zukunftsweisende Sozialprojekte aus der Wirtschaft, der Verwaltung und dem NGO-Bereich pr\u00e4miert. Einreichschluss ist am 15. Feber. Informationen finden sich auf  Preistr\u00e4gerInnen der vergangenen Jahre waren u.a. die Deserteurs- und Fl\u00fcchtlingsberatung sowie Connecting People.<\/p>\n<p>+++<\/p>\n<p>Am 21. und 22. Dezember 2007 soll sich an den Grenzen \u00d6sterreichs einiges \u00e4ndern. An diesen Tagen werden die neuen EU-Mitgliedsstaaten und die Schweiz dem Schengener Abkommen beitreten. Damit ist \u00d6sterreich von einen Tag auf den anderen nur noch von Schengenland umgeben. Dennoch wird \u00fcberlegt, wie die Grenze weiterhin gro\u00dfr\u00e4umig \u00fcberwacht und abgeriegelt werden kann, ohne dass sich die neuen Schengenau\u00dfenl\u00e4nder Slowakei und Ungarn aufregen oder Beh\u00f6rden der EU \u00d6sterreich eine R\u00fcge erteilen. So soll das Bundesheer bleiben. Trotzdem werden sogenannte Ausgleichsma\u00dfnahmen im Rahmen des Schengener \u00dcbereinkommens durchgef\u00fchrt, wie zum Beispiel Schwerpunktaktionen, die so ausschauen k\u00f6nnten, dass Hunderte PolizistInnen eines Abends an vielen Stra\u00dfen Wiens Sperren errichten und nach &#8222;verd\u00e4chtigen&#8220; Autos bzw. InsassInnen Ausschau halten.<\/p>\n<p>Dazu findet am Sonntag, 9. Dezember von 16 bis 20 Uhr ein Workshop &#8222;Schengen (z)erstellen&#8220; im EKH, Wielandgasse 2-4, statt.<br \/>\nAnhand von Materialien zu Themen wie Grenzen, \u00dcberwachung, Schengen, Ostgrenze, &#8230; in Form von Texten, Bildern, Videos, &#8230; alles was die TeilnehmerInnen mitnehmen, um eine interessante Auseinandersetzung zu f\u00fchren, soll in Form einer Ausstellung etwas sp\u00e4ter im :: Infomaden zu sehen sein.<\/p>\n<p>Termine f\u00fcr weitere Veranstaltungen in ganz \u00d6sterreich sind bspw. auf no-racism.net zu finden: http:\/\/no-racism.net\/article\/2371<\/p>\n<p>+++<\/p>\n<p>Aus Unzufriedenheit mit dem Verlauf der Verhandlungen \u00fcber den Kollektivvertrag f\u00fcr 70.000 in Gesundheits- und Sozialberufe Besch\u00e4ftigte finden am 4. Dezember zwei Aktionen bei der GPA-DJP am Alfred Dallinger-Platz 1 in Wien 3 statt. Die eine Aktion beginnt um 9 Uhr, die andere um 17.30 Uhr. Beide Aktionen werden einen kreativen Charakter und die M\u00f6glichkeit zur Eigenaktivit\u00e4t bieten. Die so gen. ArbeitgeberInnen bieten nach wie vor nur 2,1% Gehaltssteigerung und lehnen derzeit fast alle Forderungen der Gewerkschaften ab, so die Plattform f\u00fcr k\u00e4mpferische und demokratische Gewerkschaften.<\/p>\n<p>+++<\/p>\n<p>Hosi-Wien-Obmann Christian H\u00f6gl zeigte sich fassungslos \u00fcber die Aussagen von ASFINAG-Vorstandsmitglied Klaus Schierhackl im \u00f6ffentlich-rechtlichen Mittagsjournal, der da meinte \u201eIch hab mir noch alles vorstellen k\u00f6nnen, au\u00dfer Homosexualit\u00e4t.\u201c Christian H\u00f6gl kommentierte das mit den Worten  \u201eDavon abgesehen, dass diese Bemerkung im Kontext v\u00f6llig deplatziert war, stellt sie eine Beleidigung von Lesben und Schwulen dar. Herr Schierhackl mag in seiner Vorstellungskraft beschr\u00e4nkt sein \u2013 Homosexualit\u00e4t gibt es dennoch. Auch unter den KundInnen der ASFINAG, f\u00fcr dessen Betreuung Herr Schierhackl dem Vernehmen nach zust\u00e4ndig ist.\u201c \u201eBesonders bedenklich findet H\u00f6gl diese \u00c4u\u00dferung auch im arbeitsrechtlichen Zusammenhang. Nach dem Gleichbehandlungsgesetz haben Arbeitgeber u. a. diskriminierendes Verhalten wegen sexueller Orientierung zu unterlassen und ihre Besch\u00e4ftigten davor zu sch\u00fctzen. Was f\u00fcr ein Zeichen ist das f\u00fcr die sicher auch in der ASFINAG t\u00e4tigen schwulen und lesbischen MitarbeiterInnen, wenn einer ihrer obersten Chefs im Radio solche Stimmtischparolen poltert?\u201c, fragt sich H\u00f6gl.<\/p>\n<p>\u201eEs stellt sich die Frage, ob jemand mit einer derartigen Geisteshaltung in einer solchen F\u00fchrungsposition tragbar ist. Wir erwarten, dass sich Herr Schierhackl \u00f6ffentlich f\u00fcr diese unglaubliche homophobe Entgleisung entschuldigt. Sollte das nicht passieren, fordern wir Werner Faymann als zust\u00e4ndigen Minister und Eigent\u00fcmervertreter auf, die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schlagzeilen: Rund 300 Menschen demonstrierten am 1. Dezember 2007 im ober\u00f6sterreichischen Grein f\u00fcr Bleiberecht, insbesondere f\u00fcr die dort seit \u00fcber einem Jahr um Bleiberecht k\u00e4mpfende Familie Ganiji. Eine achtj\u00e4hrige Beziehung, vierj\u00e4hriges Eheleben, Stiefelternschaft stellt aus der Sicht der Fremdenpolizei \u201elediglich <span class=\"excerpt-dots\">&hellip;<\/span> <a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/nochrichten.net\/?p=117\"><span class=\"more-msg\"><\/p>\n<p align=\"right\"><i><b>WEITERLESEN \u25ba<\/b><\/i><\/p>\n<p><\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[],"class_list":["post-117","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kurznachrichten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nochrichten.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/117","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/nochrichten.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/nochrichten.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nochrichten.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nochrichten.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=117"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/nochrichten.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/117\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nochrichten.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=117"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/nochrichten.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=117"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/nochrichten.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=117"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}