Apr 152008
 

Eine Pilotstudie zur Situation von TransPersonen am Arbeitsmarkt in Österreich wird vom Verein DISKURSIV durchgeführt. Zusammen mit TransPersonen sollen Vorschläge erarbeitet werden, wie die meist schlechte Situation von TransPersonen am Arbeitsmarkt verbessert werden könnte.

Für die Fokusgruppe werden gesucht: TransPersonen, die in Österreich arbeiten oder gearbeitet haben.
Alle TransPersonen sind herzlich dazu eingeladen: Transgender, Transsexuelle, Nongender, Crossdresser, Transvestit_innen, Männer/Frauen mit transsexuellem Hintergrund, Polysexuelle etc. mit Erfahrung am österreichischen Arbeitsmarkt.

Geklärt soll damit u.a. die Frage werden: Wie kann die Situation von TransPersonen am Arbeitsmarkt verbessert werden?

ANMELDUNGEN BIS ZUM 23.4.2008 BEI
PERSSON PERRY BAUMGARTINGER UNTER
0699/18235689 ODER VEREIN@DISKURSIV.AT

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 Posted by on Di., 15. April 2008 at 15:05
Apr 142008
 

Umfangreiche Aktivitäten gab es am Wochenende zu den internationalen Freiraum-Aktionstagen auch in Österreich.

Erst in der Nacht auf Montag fand die Besetzung eines Hauses in der Spitalgasse ihr polizeilich durchgesetztes Ende.

Das Haus Spitalgasse 11 wurde in der Nacht auf Samstag besetzt.

In einem Komunique der Besetzenden hieß es:

Im Vorfeld der Besetzung wurde in einem Workshop zu queer-feministischer Raumnahme diskutiert, wie die praktischen Arbeits- und Problembereiche einer Besetzung so gestaltet und organisiert werden können, dass gängige Verhaltensmuster wie Paternalismus, Mackerverhalten, Konkurrenz oder gegenseitige Abwertungen vermieden werden können bzw. zum Gegenstand von Reflexion werden. Wie der Raum zu einem werden kann, der Spielräume abseits von Normierungen ermöglicht.

So hieß es in einem Kommuniqué der Besetzenden.

Sonntag gegen 18 Uhr begann die Polizei mit der Räumung, die sich bis kurz vor Mitternacht zog. Eine Solidemo für eine festgenommene Person dauerte bis halb zwei Uhr in der Früh.

Bericht über Hausbesetzung in Wien:

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=21957

In Graz wurde am Freitag ebenfalls ein Haus und zwar in der Annenstraße besetzt.

Das Gebäude in der Annenstraße 3 stehe – wie alle bisherigen – seit geraumer Zeit leer und eigne sich in Lage und Ausstattung ideal für die vielen Projekte, berichten die Besetzenden in einer Presseerklärungen.

Bericht über Hausbesetzung in Graz:

http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=21956

Schon am Freitag hat in Wien auch eine Demonstration für Freiräume und konkret auch für den Erhalt des Wagenplatzes stattgefunden. Wir haben bereits am Freitag live darüber berichtet.

Treffpunkt war um 15.00 Uhr im Resselpark am Karlsplatz. Nach ca. einer Stunde setzte sich der bunte Zug von mehreren Wägen und Soudsystemen in Bewegung. Um ca. 18.30 erreichten die Leute den Schweizerpark, wo sie sich noch bis ca. 18:50 aufhielten.

Dann bewegten sie sich in kleinen Gruppen ins Arsenal, wo schon einige Wägen einen neuen Wagenplatz besetzt haben. Dort soll die angekündigte Wagenplatzparty stattfinden.

Die hat dann bis Sonntag 13:00 gedauert. Nachdem gefrühstück, zusammenräumt und und die Wagen startklar gemacht wurden, haben Alle mit samt Wägen den Platz verlassen. Die Polizei beschränkte sich mehr oder weniger darauf, das Geschehen zu beobachten.

In Innsbruck fand im Rahmen der „internationalen Squatterdays“ eine Freiraumdemo und darauf folgend eine Besetzung der alten Hungerburgbahntalstation statt.

Das Haus, das der Stadt Innsbruck gehört, stand seit ein paar Jahren leer, und bot sich für eine Hausbesetzung aufgrund der guten Lage und der guten Nutzbarkeit der Räume vorzüglich an.

Um circa 20 Uhr abends kreuzte dann Berichten zufolge zum erstenmal die Polizei mit 20 Einheiten auf, zog aber im Angesicht von 150 Hausbesetzern teilweise wieder ab.

Nachdem von der Polizei versichert wurde, das es keine gewaltsame Räumung bis Samstag 12:00 geben würde, tauchte um circa 2 Uhr nachts ein Vertreter der Stadt Innsbruck auf und Verhandlungen konnten starten.

Die Besetzer einigten sich nach längerem Diskutieren und großem Hin und Her dann schlussendlich dazu, mit der Forderung auf freies Geleit das Haus geschlossen zu verlassen.

Informationen zu den Besetzungen an den Freiraumaktionstagen im Internet gibt es auf at.indymedia.org, no-racism.net und freiraum.at.tt

internationale Infos auf: april2008.squat.net.

 Posted by on Mo., 14. April 2008 at 17:39
Apr 112008
 

Am 11. und 12. April 2008 finden weltweit dezentrale Freiraumaktionstage statt. Ziel dieser Aktionstage ist es, die politischen Bewegung für freie und autonome Räume und besetzte Häuser sichtbarer zu machen.

In Wien startete um 15 Uhr eine Demonstration für Freiräume mit anschließender Wagenplatzparty in der Stadt. Bekanntlich ist der Wagenplatz Wien, die bisher einzige Wagenburg Österreichs, mit einem Räumungsbefehl bedacht worden und entsprechend gefährdet. http://wagenplatz.at/

Livebericht von Demo.

Morgen Samstag geht es weiter mit einer Bimparty, Treffpunkt 16 Uhr Schottentor.

Und:

ein Workshop für queer-feministische aumgestaltung und -aneignung findet Samstag, 12. April um 18 Uhr im alten AKH, Hof 2 statt.

Denn: Der Kampf für ein besseres und befreites Leben benötige Räume. Dabei ist es für die Veranstaltenden zentral, dass der Kampf um herrschaftskritische Räume für eine anti-autoritäre Praxis mit dem Kampf gegen hetero-normative Strukturen und der Arbeit an sich selbst zusammenfällt. Das bedeute die stetige Dekonstruktion und Hinterfragung der Norm der Heterosexualität und des Systems der Zweigeschlechtlichkeit.

Auch in Innsbruck begann vor kurzem eine Demonstration beim Landesmuseum und in Graz beginnt um 22 Uhr eine Demonstration, am Südtiroler Platz in Graz. Und in Vöcklabruck gibt es Samstag ab 19.30 Kurzfilme in den Lichtspielen Lenzing zum Thema Reclame the Space. Auch Vöcklabruck braucht ein autonomes Haus und das in Attnang müsse wieder her.

Weitere Aktivitäten werden gemeldet aus: Oldenburg (D),
BRISTOL (UK), MANCHESTER (UK), LONDON (UK), READING (UK), NIJMEGEN, ROTTERDAM (The Netherlands) AMSTERDAM (The Netherlands)
UTRECHT (The Netherlands) PRAGUE (Czech rep.)
ROPICE (Czech rep.) – COPENHAGEN (Denmark) MARBURG (Ger)
Oldenburg (D)
FREIBURG
STUTTGART (Ger)
MANNHEIM (Ger)
DRESDEN (Ger)
KARSLRUHE (Ger)
OSLO (Norway)
DIJON (France)
DUBLIN (Ireland)
PORTO (Portugal)
INNSBRUCK (Austria)
GRAZ (Austria)
WELLINGTON (New Zealand)
TAMPERE (Fin)
KAUNAS (Lithuania)
VILNIUS (Lithuania)
ATHENS (Greece)

HERAKLION, Crete (Greece)
THESSALONIKI (Northern Greece)
MINSK (Belarusia)
ROMA (Italy)
MILANO (Italy)
BERGAMO (Italy)
FIRENZE (Italy)
CESENA (Italy)
POZNAN (Poland)

http://april2008.squat.net:8080/wiki/Agenda

Ein Newsticker mit aktuellen Infos über Aktivitäten in Österreich gibt es auf Indymedia:
http://at.indymedia.org/node/9913

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Das josephinische Erlustigungskomitee richtet ab 11. April jeden Freitag
von 16 – 18 Uhr die „Lustig-Listige Mahnwache“ für den Augartenspitz,
dessen Baumbestand und das Pförtnerhäuschen aus, und lädt ein: Kommt zur
barock-bukolisch-musikalisch-informativen Festsetzung an die Ecke
Castellezgasse/Obere Augartenstraße!

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Ausnahmsweise einmal ein Fernsehtipp für ORF2 am Sonntag. Da wird nun doch tatsächlich der Dokumentarfil „Operation Spring“ von Angelika Schuster und
Tristan Sindelgruber ausgestrahlt, über den wir vor drei Jahren ausführlich auf ORANGE 94.0 berichtet haben.

Der Film stellt die mit unhaltbaren Vorwürfen und Methoden geführten Verfahren gegen an die hundert Afrikaner statt. Im Morgengrauen des 27. Mai 1999 hatten 850 Polizisten Wohnungen und Flüchtlingsheime in ganz Österreich gestürmt. Der Codename der Polizeiaktion war „Operation Spring“, es war die größte kriminalpolizeiliche Aktion seit 1945. In den folgenden Jahren entwickelt sich daraus das größte Justizverfahren gegen Afrikaner in Österreich. Fast alle Angeklagten werden verurteilt. Das gesamte Strafausmaß beträgt mehrere hundert Jahre Haft.

Die Kinopremiere von „Operation Spring“ war im September 2005. Der Film lief
hierzulande außerordentlich erfolgreich, in Wien war er 22 Wochen ohne
Unterbrechung im Kino, und löste zudem heftige Diskussionen im Kino, in
Print- und elektronischen Medien aus.
Parlamentarische Anfragen, Aufforderungen an das Justizministerium die
Verfahren neu aufzurollen. Ein offener Brief an die Justizministerin, der
mittels bezahltem Inserat in der Tageszeitung „Die Presse“ erschien,
Diskussionen an Universitäten, in den Kinosälen, etc.

Die verantwortlichen offiziellen Stellen spielten aber allesamt auf Zeit und
dieses Spiel verlief bis zum heutigen Tag für sie erfolgreich.
Justiz- und Innenministerium hüllen sich bis heute weitestgehend in
Schweigen und haben keinerlei ernsthaften Schritte getätigt um den klar
formulierten Kritikpunkten nachzugehen.
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Die Bürger_inneninitiative Dammstraße, die bereits einmal mit rechten Gruppen und Neonazis gegen eine vermeintliche Moschee im 20. Bezirk demonstriert hat, bereitet allem Anschein nach weitere Aktivitäten vor. Nicht zuletzt deswegen veranstaltet die SLP Samstagabend eine Veranstaltung zum Thema „Nicht Moscheen sind das Problem sondern der Rassismus“. Am 12.4. 08 ab 17.00
in der VHS-Brigittenau, Raffaelgasse 11-13. Am Anfang geht es um die Frage „Wer steht hinter der sogenannten Bürgerinitiative Dammstraße?“ Darauf folgt eine Diskussion mit Sonja Grusch von der SLP und Claus Ludwig, einem antifaschistischen Gemeinderat in Köln. Mit ihm sprach Sven Hilberth.

 Posted by on Fr., 11. April 2008 at 20:48
Apr 102008
 

Kurznachrichten in der Lokalbeilage:

Etwa 100 Demonstrant_innen fanden sich am Mittwoch vor dem Hauptportal der Universität Wien zu einer Kundgebung gegen deutschnationale Burschenschaften ein, berichtet ein Beitrag auf Indymedia. Gemeinsam mit weiteren Gruppen riefen die Organisator_innen der Autonomen Antifa [AuA] unter dem Motto „the nazis never really went away: Rechten Umtrieben und Strukturen gemeinsam Einhalt gebieten – auf der Uni und überall! Kein Fußbreit Faschisten jeder Couleur!“ die Universitätsleitung dazu auf, konsequenter gegen die im rechtsextremen Milieu agierenden Verbindungsstudenten des Wiener Korporations Rings (WKR) aufzutreten und ihr allwöchentliches Stelldichein zu unterbinden. Ein_e Sprecher_in wies in einem Redebeitrag darauf hin, dass es auch die Pflicht von Studierenden selbst sei, couragiert gegen die geschichtsrevisionistischen und antifeministischen Haltungen der Burschenschaftler aufzutreten. Die Rosa Antifa Wien betonte, darüber hinaus gelte es, den rechten Grundkonsens in Österreichs bürgerlicher „Mitte“ zu durchbrechen und weitergehende Kritik zu üben. Neben Musik und Redebeiträgen, wurde auf Infotafeln über verschiedene antifaschistische Themen und Ereignisse (zB über den Mord an Ernst Kirchweger durch den Burschenschafter Kümel 1965, die Situation russischer Antifaschist_innen, Angriffe auf HomoBiTrans*Paraden uvm.) berichtet sowie mit zahlreichen Flugblättern auf die personellen Überschneidungen von Studentenverbindungen zur österreichischen Neonaziszene aufmerksam gemacht.

Es formierte sich ein Demonstrationszug in den Arkadenhof der Universität als dort am so genannten „Siegfriedskopf“ etwa 25 Korporierte auftraten. Diese hatten sich vermeintlich heimlich durch einen Hintereingang geschlichen und waren nicht nur überrascht, trotzdem mit den üblichen Parolen empfangen zu werden, und darüber hinaus namentlich den Gegendemonstrant_innen vorgestellt zu werden.
Ein_e Sprecher_in der [AuA] nannte die Kundgebung im Anschluss „überaus erfolgreich“, da es gelungen sei, die Aufmerksamkeit der Besucher_innen der Parallelveranstaltung der Österreichischen Hochschüler_innenschaft „Semesterstart@Aula“ zu gewinnen und diese zu informieren. Zudem sei erneut der Universitätsleitung und den Verbindungsstudenten selbst gezeigt worden, dass es eine überaus gut informierte und engagierte Gegenöffentlichkeit zur Tradition des Schweigens über rechte Gesinnungen und Zusammenhänge gebe.

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Nicht zuletzt weil die zu rechtsextremen Gruppen zumindest keine Berührungsschwierigkeiten aufweisende Bürger_inneninitiative Dammstraße zu ihrem Thema der Ablehnung der von ihnen fälschlich als Moschee bezeichneten Gebetstätte im 20. Bezirk eine Veranstaltung mit dem Titel „Islam – eine Religion für Österreich?“ am Donnerstagabend durchführt, organisierte auch die SLP
für Samstag, den 12.4. 08 gemeinsam mit anderen antifaschistischen Organisationen eine Veranstaltung unter dem Motto:
„Nicht Moscheen sind das Problem sondern der Rassismus“.
12.4. 08 ab 17.00
in der VHS-Brigittenau, Raffaelgasse 11-13
Um 17.00 Einleitung: „Wer steht hinter der sogenannten Bürgerinitiative
Dammstrasse?“
Im Anschluss Diskussion mit
Claus Ludwig – antifaschistischer Gemeinderat in Köln
Sonja Grusch, SLP-Bundessprecherin und Betroffene

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Ein Termin zum Vormerken:
Die EUROMAYDAY-PARADE 008 findet wie immer am 1. Mai statt. Treffpunkt ist um 14 Uhr beim Marcus-Omofuma-Denkmal. Bekanntlich ist der 1. Mai der Jahrestag des Todes von Markus Omofuma während polizeilicher Behandlung während seiner Abschiebung.

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intergalaktische Ausgabe:
http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=21923

 Posted by on Do., 10. April 2008 at 20:47
Apr 072008
 

Nachdem zuletzt überwiegend rechte bis rechtsextreme Organisationen die Kritik an der bevorstehenden Ratifizierung des EU-Reformvertrags zu Protestaktionen bis hin zu Massendemonstrationen nutzten, hatten für vergangenen Samstag auch linke Gruppen zu einer Demonstration und Menschenkette aufgerufen.
Als Rechtsextremist_innen erkennbare Personen wurden zwar nach und nach aus der Demonstration entfernt. Dennoch bot die Demonstration eine bereitwillig genutzte Plattform für unzählige nationalistische Teilnehmende und Gruppen.

An der Demonstration vom Westbahnhof zum Parlament hatten sich bis zu 2000 Personen beteiligt. Direkt zu Kundgebung und Menschenkette beim Parlament waren weitere 500 gekommen. Trotz einladender Ankündigung auf der Titelseite der Kronenzeitung eine eher bescheidene Beteiligung. Und es ließ sich nicht ganz des Eindrucks erwehren, dass die meisten Teilnehmenden wegen der Kronenzeitung gekommen sind – spätestens als die Rednerin Freda Meissner-Blau nach ein paar kritischen Worten über die Kronenzeitung mit Buhrufen und Pfeifkonzert am Weiterreden gehindert wurde.

Bericht: http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=21873

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Am Mittwoch, den 9. April stimmt der Nationalrat wohl trotzdem über die Ratifizierung des EU-Reformvertrags ab. Die Werkstatt Frieden und Solidarität, die auch an der Organisation der Demonstration und Menschenkette vom letzten Samstag beteiligt war, ruft deshalb für Mittwoch nochmals zu einer Mahnwache vor dem Parlament auf. Mit dieser Mahnwache sollen nochmals alle Abgeordneten an ihre persönliche Verantwortung erinnert werden, so Elke Renner von der Werkstatt Frieden&Solidarität. Mittwoch, 9. April 2008, 8.00 Uhr vor dem Parlament.

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Am letzten Freitag fand in Wien auch eine Demonstration in Solidarität mit den Anti-NATO-Protesten in Bukarest statt.

Bukarest sei zur Zeit des NATO-Gipfels in eine Art Ausnahmezustand versetzt worden, heißt es dazu in einem Bericht auf Indymedia. Es seien 27 000 Polizist_innen und Soldat_innen im Einsatz gewesen, vielen AktivistInnen wurde die Einreise verweigert, Menschen wurden ohne Angabe von Gründen in Gewahrsam genommen, rumänische AktivistInnen und deren Familie wurden zu Hause besucht und eingeschüchtert, alle Demonstrationen und Aktionen wurden verboten, Mobilisierungsseiten im Internet mussten vom Netz gehen. Die Aktivistin Tatiana Duplei wurde von einem Auto eines NATO-Konvois angefahren und verstarb am Unfallort, auch weil die Polizei Erste Hilfe der anwesenden Ambulanz mit Hinweis auf die Sicherheit des Konvois verhindert haben soll. Das Convergence Center wurde gestürmt und Aktivist_innen verhaftet, noch bevor eine Aktion gemacht wurde. Sie wurden dabei geschlagen, und teils mit dem Tod bedroht. Eine Frau musste mit gebrochenem Fuß ins Krankenhaus.

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Schlüssel gegen das Vergessen, ein Gedenksymbol für die Opfer des Nationalsozialismus der Servitengasse
wird am 8. April 2008 im 9. Bezirk enthüllt.

Seit dem Frühjahr 2004 arbeitet die Bürger_innenprojektgruppe Servitengasse 1938 an der Aufarbeitung des Schicksals der vertriebenen und ermordeten Jüdinnen und Juden der Servitengasse im 9. Wiener Gemeindebezirk.
„Dieses für Wien einzigartige Projekt, eine gesamte Gasse auf ihre jüdischen Bewohner_innen und ihr Zusammenleben mit den nicht-jüdischen Nachbar_innen zu untersuchen und ihrem Schicksal nachzugehen, hatte von Anfang an das Ziel, diesen Menschen ein sichtbares Symbol in der Öffentlichkeit zu widmen“, so Dr. Peter Koppe, Vorsitzender des Vereins Servitengasse 1938. Dazu hat der Verein in Kooperation mit der Universität für Angewandte Kunst einen Wettbewerb für Student_innen organisiert. Der prämierte Entwurf von Julia Schulz konnte nun dank der Unterstützung zahlreicher Sponsoren realisiert werden.
„Schlüssel gegen das Vergessen“ besteht aus einer im Boden eingelassenen Glasvitrine, die den Blick auf insgesamt 462 Schlüssel freigibt. Jeder Schlüssel trägt ein Schild mit dem Namen eines der Opfer. Rund um die Vitrine findet sich die Inschrift: „Im Gedenken an die als Juden und Jüdinnen Vertriebenen und Ermordeten, die in der Servitengasse wohnten, Geschäfte führten oder Häuser besaßen“.
An der Enthüllung des Denkmals werden auf Einladung des Jewish Welcome Service auch aus der Servitengasse stammende Überlebende der Shoah teilnehmen.

Programm: Moderiert von Sabine Gruber von der AGENDA 21 am Alsergrund, werden der Zeitzeuge und ehemalige Servitengassen-Bewohner Charles Kurt, die Bezirksvorsteherin des 9. Bezirks, Martina Malyar, der Leiter der Erste Stiftung, Boris Marte, Eva Blimlinger von der Universität für Angewandte Kunst und Barbara Sauer vom Verein Servitengasse 1938 der Frage nachgehen, was dieses Gedenksymbol für sie bedeutet.
Die Veranstaltung wird durch Roman Grinberg und den Wiener Jüdischen Chor sowie durch eine Lesung von Otto Tausig mit österreichischer Exillyrik umrahmt.

Ort: Ecke Servitengasse/Grünentorgasse (Kirchenvorplatz)
1090 Wien
Termin: 8. April 2008 17: 00 Uhr

Umfangreiche Recherchen von Forscherinnen in den Archiven und Interviews mit Zeitzeugen haben ergeben, dass zum Zeitpunkt März 1938 mehr als die Hälfte der BewohnerInnen der Gasse aus Gründen der nationalsozialistischen Gesetzgebung verfolgt, vertrieben und ermordet wurden.

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Eine Kundgebung gegen deutschnationale Verbindungen und institutionelles Wegschaun wird unter dem Titel Semesterstart@Aula für Mittwoch, 9. April 11.30 auf der Rampe der Uni Wien organisiert. Um diese Zeit treffen sich dort jeen Mittwoch waffentragende Korporationsstudenten. Dessen Aktivitäten an den österreichischen Universitäten – als Studierende, als Lehrende und jeden Mittwoch auf der Rampe – stellen ein beständiges höchst bedenkliches Ärgernis dar, heißt es in einem Aufruf zur Kundgebung. Deshalb solle rechten Umtrieben und Strukturen gemeinsam Einhalt geboten werden, auf der Uni und überall! Mittwoch, 9. April 11.30 Unirampe.

Weitere dazu passende Veransatltungen:

„Rechtsextremismus an der Uni“
8. April, 13-15 Uhr
Elise Richter Saal, Hauptgebäude Uni Wien
Workshop
Anmeldung erwünscht (veranstaltung(at)oeh.univie.ac.at).
Spontane Teilnahme auch möglich.

“KZ – Willkommen in Mauthausen”
8. April, 20 Uhr
HS 33, Haupgebäude Uni Wien
Dokumentarfilm von Rex Bloomstein

(K)ein Bild? Das Image Österreichs in Israel
9. April, 18.30 Uhr
Depot, Breite Gasse 3, 1070 Wien
Vortrag und Diskussion mit Michal Levertov.
Veranstalter: Verein Gedenkdienst

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Für den 6. April wurde in Ägypten zu Generalstreik und Protesten gegen die zunehmend prekären Lebensbedingungen, die aufgrund von Inflation, insbesondere explodierenden Brotpreisen, immer schwerer werden, aufgerufen. Doch von Protesten war an diesem 6. April wenig auszumachen. Grund dafür war weniger plötzliche Zufriedenheit als vielmehr massive Repression.
Aus Kairo berichtet unsere Korrespondentin Eva Reinbacher:
http://www.freie-radios.net/portal/content.php?id=21872

 Posted by on Mo., 7. April 2008 at 20:47