Okt 182007
 

Der Wiener Rechtsanwalt Heinz Vana untermauerte heute auf Einladung der Grünen die Kritik an jenem Paragrafen 115, der die Hilfe für von Abschiebung bedrohten Menschen unter Strafe bis zu 6 Monaten Haft stellt. Vana wies darauf hin, dass humanitäre Hilfe unter Paragraf 115 „nicht tatbestandsmäßig“ sei. Der Paragraf stelle die „Beihilfe zu unbefugtem Aufenthalt“ unter Strafe. Damit sei aber die entgeltliche Hilfe gemeint, der Paragraf stellt also kommerzielle SchlepperInnen unter Strafe, so Vana. Der aktuelle Vollzug sei nicht durch den Willen des Gesetzgebers legitimiert. Der Rechtsanwalt strich hervor, dass wir gerade „einen Bruch des Rechtsstaats und der Geschichte des Fremdenrechts erleben“.
Audio insb. Min 15:20 bis 18:30

+++

Die VeranstalterInnen der BigBrotherAwards präsentieren auf bigbrotherawards.at die Nominierungen für den heurigen Datenschutz-Negativpreis, der am 25. Oktober im Rabenhof verliehen wird.
In mehreren Kategorien zittern u.a.

  • die BAWAG-PSK Gruppe für ihre übereifrige und vorauseilende Durchleuchtung von Alltagskunden
  • der gleich zwei Mal für seine Vision von präventiven Anhaltungen wie auch für sein Bundestrojaner-Plagiat nominierte Innenminister Platter
  • Google für Datenschutzheuchelei und Desinformation

und viele viele andere vor der unbeliebten Auszeichnung.
Für den Publikumspreis sind noch bis 25. Oktober Nominierungen möglich.
Die Verleihung der BigBrotherAwards wird von ORANGE 94.0 am 25 .Oktober ab 20 Uhr live übertragen.

 Posted by on Do., 18. Oktober 2007 at 13:44
Okt 182007
 

*KUNSTHALLE EXNERGASSE*
————————————————————————

*ERDAPFELACKERSTÄDTE STATT KARTOFFELKAPITALISMUS*

Herzliche Einladung zur Finissage der Ausstellung NACHVOLLZIEHUNGSANGEBOTE am
*Samstag, 20. Oktober 2007
*13:00
*Ausstellungsrundgang* mit den Kuratorinnen Sophie Goltz und Vera Tollmann
14:00
*Potato Perspective on Diversity
*Mit Aasa Sonjasdotter (Künstlerin, Kopenhagen/Berlin) und Beate Koller (Arche Noah, Gesellschaft zur Erhaltung der Kulturpflanzenvielfalt)

Im Jahre 1588 wurde im Wiener Alsergrund (9. Bezirk) die erste Kartoffel angebaut. Da ahnte man noch nicht, dass im Jahre 2006 die beliebte Sorte Linda einer neueren, ertragreicheren Sorte weichen sollte, der Kartoffelkapitalismus ein weiteres Kapitel seiner siegreichen Geschichte schreiben würde. Einerseits führt die Rede von Biodiversität zur Exotisierung von vormals eher alltäglichen Sorten, andererseits heißt es im Supermarktjargon: festkochend, vorwiegend festkochend, mehlig. Damit ist die direkte Verwendung des Erdapfels gemeint, nicht jedoch die Pflanze auf dem Acker. Als die Europäische Union im Jahre 2001 den Namen Erdapfel verbieten wollte, begehrte Österreich auf. Mit dem drohenden Verbot wurde einmal mehr deutlich, dass die Agrarpolitik der EU auf Vereinheitlichung und Reglementierung von Landwirtschaft setzt statt auf regionale Besonderheiten.

Genau dieser Fragestellung widmet sich /Aasa Sonjasdotter/ mit ‚Potato Perspective on Diversity‘: Welches Wissen über alte Kartoffelsorten und ökologischen Anbau gibt es heute noch, welche Traditionen werden bei Bio-Bauern weiter geführt? Sonjasdotter stellt alte Sorten vor und erzählt eine europäische Kulturgeschichte der Kartoffel, die weniger uns Konsument/innen zum Kauf von Bioprodukten aufruft, sondern vielmehr eine nachhaltige Agrarpolitik einfordert. Eine solche Politik würde im Umgang mit Sortenvielfalt nachhaltig sein, wie auch im Ressourcenverbrauch (z.B. Wasser, Energie) und in den Produktionsbedingungen (z.B. Arbeitslöhne). Dass dabei auch eine gesunde Ernährung gefördert würde, wäre ein guter Nebeneffekt.
Das Projekt ‚Potato Perspective on Diversity‘ begann Anfang Juli: auf einem Privatgrundstück in der Währinger Straße pflanzte die Künstlerin Setzlinge aus einer schottischen Genbank, die am 20.10. geerntet werden. Diese alten Kartoffelsorten werden von Sonjasdotter und ihrere Familie in Südschweden gezüchtet. Darunter befinden sich Sorten wie Highland Burgundy, Shetland Black, Rosa Tannenzapfen, Golden Wonder u.a. (Weitere Informationen unter potatoperspective.org).
Aasa Sonjasdotter lenkt unseren Blick als urbane Konsument/innen weg von der individuellen Kaufentscheidung – zwischen einer genormten Kartoffel und den alternativen JA.Natürlich-Produkten bei Billa -, auf eine Politik des Profits, die kulturelles Wissen, Sprache und landwirtschaftliche Produktion vereinheitlicht. Die Intervention im öffentlichen Raum verweist zudem auf die Möglichkeiten städtischer Flächennutzung und damit auf urbane Landwirtschaft, die an die Community Gardens auf Cuba, oder an die Tradition der Kleingartensiedlungen erinnert. Dieser Hinweis auf Allmenden (gemeinschaftliches Eigentum) als Alternativen zur Agrarindustrie und Privatisierung zielt auf eine Auseinandersetzung mit sozialer Gerechtigkeit im städtischen Raum. Die Frage nach sozialer Gerechtigkeit ist eine der zentralsten im Nachhaltigkeitsdiskurs.

/Wir freuen uns auf Ihr/Dein Kommen zum Ausstellungsrundgang, Ernten und Essen ab 13 Uhr in der Kunsthalle Exnergasse!/

——————————————————————–

*ERDAPFELACKERSTÄDTE STATT KARTOFFELKAPITALISMUS*

Finissage der Ausstellung NACHVOLLZIEHUNGSANGEBOTE
20.10.2007
13:00
Kunsthalle Exnergasse

 Posted by on Do., 18. Oktober 2007 at 12:41
Okt 182007
 

FMQUEER: A BIG NIGHT OUT

*20. Oktober 2007*

*Konzert und Party im WUK***

Lesbians on Ecstasy (CAN), TNT Jackson (A), Vaginal Davis (USA) und Jean
Genet (UK)

DJs Czesch, Hölzl, Pieper, Das Em

/FMqueer,/ die schwul/lesbische ‚Neigungsgruppe‘ von FM4 lädt sich gerne
Gäste ein: diesmal sorgen die /Lesbians on Ecstasy/ mit Electro-Punk und
überbordendem Referenzsystem aus Feminismus, Popkultur und queeren
Frechheiten für ein schweißtreibendes Konzert. Die eleganten
Eloctrotrash-Rocker von /TNT Jackson/ stehen um nichts nach und
präsentieren ihr im Oktober erscheinendes Album ‚Across The Towers‘
live. Damit noch nicht genug: Jean Genet,die queere Boy/Girl Band aus
Großbritannien mit dem berühmten Namen serviert Trash-Pop’n‘ Roll an
Spritzpistolen und billigen Keyboards. Für das Foyer verspricht /Vaginal
Davis/ ‚a sensual diphtheria from her award winning trespass cinema
arsenal of schwarze gonzo erotica and other unearthly delights.‘ Da
bleibt kein Auge trocken. Die FMqueer Resident DJs
/Czesch/Hölzl/Pieper/Das Em/ sorgen dafür, dass das Konzert zur Party wird!

WUK Saal

9., Währinger Str. 59

Einlaß: 21 Uhr

Beginn: 22 Uhr

 Posted by on Do., 18. Oktober 2007 at 12:40
Okt 172007
 

Wie jeden dritten Freitag im Monat startet am 19. Oktober um 16.30 am Margaretenplatz wieder eine kritische Masse auf Fahrrädern zur diesmal grauenerregenden Fahrt durch Wien. So soll es diesmal neben ganz vielen Leuten und viel Freiraum auch viele Monster geben. Und Hexenmasken statt Vermummungsverbot.
Freitag, 19.10. HalloweenCriticalMass, 16.30 Uhr Margaretenplatz. Radl nehmen, warm anziehen, Handschuhe nicht vergessen.
ciriticalmass.at

+++

Am 19. Oktober feiert SOS-Mitmehscn den Relaunch unserer Menschenrechtsgazette Moment. im
V-Club, Ruckergasse 30-32, 1120 Wien.
Anfahrt: U4, Station Meidling Hauptstraße
Programm
20 Uhr Moment-Talk mit Hikmet Kayahan & seinen Gästen
21 Uhr Moment-Konzert mit Nim Sofyan
22 Uhr Moment-DJ-Line-Up mit DJ Kalu & DJ Tazza

+++

Sa. 20 Oktober: Finisage “The List” + Infomaden-Soliparty
Published on Di., 16. Oktober 2007 in Termine. Edit

Infomaden Soliparty und Finisage der Ausstellung “The List”

Der Infomaden lädt zusammen mit der Bibliothek ohne Namen zu einem
wunderbaren Fest und zur Finisage der Ausstellung “The List – die fatalen
Auswirkungen der Festung Europa”

am Samstag, 20. Oktober 2007 ab 16:00 Uhr
im EKH, Wielandgasse 2-4, 1100 Wien

United, ein Netzwerk antirassistischer Organisationen und Gruppen mit Sitz
in Holland dokumentiert seit 1993 die Auswirkungen durch die Bildung der
“Festung Europa”. Aus Meldungen von Mitgliedsorgansationen und Medien
werden Fälle in einer Datenbank gesammelt, bei denen Menschen in Folge der
rassistischen Abschottungs- und Ausgrenzungspolitik der EU ihr Leben
verloren – viele sterben noch bevor sie das verheissungsvolle Europa
erreichen. Jedes Jahr wird eine aktualisierte Liste im Rahmen einer Kampagne
veröffentlicht. Dabei stellte sich u.a. folgendes Probleme: Sehr leicht
verschwinden die einzelnen Menschen hinter der anwachsenden Zahl der
mittlerweile mehr als 8.800 dokumentierten Todesfälle. Die Realtität wird
zu einem “Spiel” mit Zahlen. Im Rahmen einer Ausstellung sollen nun durch
die Hervorhebung einzelner Fälle aus der Liste die individuellen
Schicksale der Menschen, ihre Leben und ihre Hoffnungen sichtbar gemacht
werden.
Seit dem EKHaus und Hoffest Ende Juni 2007 ist die Ausstellung im
Eingangsbereich des Infomadens zu den Öffnungszeiten (Mi-Sa von
16.00-20.00 Uhr) zu sehen. Am 20. Oktober 2007 findet im Rahmen des
Infomadenfestes die “Finisage” statt. Ab 17.00 gibt es Führungen durch die
Ausstellung sowie Videos und um ca. 20.00 eine Lesung zum Thema.

+++

Mittwoch 17. Oktober:

Buchpraesentation

Heribert Schiedel: „Der Rechte Rand. Extremistische Gesinnungen in
unserer Gesellschaft“

Der DOeW-Mitarbeiter Heribert Schiedel hat eine laengst ueberfaellige
Bestandsaufnahme des heimischen Rechtsextremismus und Neonazismus
vorgelegt. Eine zentrale These dieser Arbeit besagt, dass
Antisemitismus, Rassismus/Nationalismus und Autoritarismus salonfaehig
geworden sind. Diese Normalisierung des Rechtsextremismus wird begleitet
von einer immer offener und selbstbewusster auftretenden Neonazi-Szene.
Eine Vorstellung des neuen Buches Heribert Schiedel: „Der Rechte Rand. Extremistische Gesinnungen in
unserer Gesellschaft“ mit Vortrag und Diskussion ueber neuere Entwicklungen im Rechtsextremismus,
verschiedene Erklaerungsansaetze und Gegenstrategien
findet heute im que[e]r. Wipplingerstrasse 23 / 1010 Wien (die Stiegen hinunter) ab 20 Uhr statt.

+++

Donnerstag, 18. Oktober präsentiert der Gegenstandpunkt-Verlag das neu erschienene Buch „Das Geld

Von den vielgepriesenen Leistungen des schnöden Mammons“. Es referiert der Mitautor Dr. Theo Wentzke
im Hörsaaö 28 der Uni Wien
am 18.10.2007 um 19:00

+++

Der BEIGEWUM lädt ein zur Podiumsdiskussion „Ein soziales Europa – Herausforderung fuer das neoliberale Empire?“
Mit:
Elmar Altvater (FU Berlin, Wiss. Beirat Attac Deutschland)
Gabriele Michalitsch (WU Wien, BEIGEWUM)
Moderation: Silvia Nossek
am
Freitag, 19. Oktober 19:00
Im NIG (Neues Institutsgebaeude), Uni Wien, HS II

+++

 Posted by on Mi., 17. Oktober 2007 at 16:21