Okt 272014
 

Am Nationalfeiertag 2014 prägten wie jedes Jahr Panzer und andere schwere militärische Geräte das Bild am Wiener Heldenplatz.

Es fanden aber auch kleine antinationale und antimilitaristische Protestaktionen statt:

Eine Gruppe, die sich „Wiener Akademikerball“ nennt, lud in Burschenschafterverkleidung zu spannenden Schauduellen mit Degen auf den Maria-Theresien-Platz. Der Maria-Theresien-Platz liegt auf der anderen Seite der Ringstraße vis-a-vis dem Heldenplatz. Die Degen wurden allerdings von der Behörde untersagt. Stattdessen durften nur Spielzeugschwerter oder Buttermesser aus Plastik verwendet werden. Dafür mischten sich die nach Duellen mit bunten Pflastern versorgten Burschenschafter nachher auch ein bisschen unter die Militärs am Heldenplatz. Bilder: https://www.facebook.com/pages/Wiener-Akademikerball/931464153535483 Video: http://youtu.be/Ww0F8–zEAM

In Zeitungsselbstbedienungsständern sollten Ankündigungen, dass der Nationalfeiertag abgesagt sei, für Verwirrung sorgen. http://26oktober.noblogs.org/

Ein paar Antimilitarist_innen, die sich mit einem Transparent quer über den Heldenplatz zum Deserteursdenkmal bewegen wollten, wurden von der Polizei wegen vermeintlicher Störung einer Versammlung aufgehalten. Akin-Bericht: http://akinmagazin.wordpress.com/2014/10/26/polizei-stort-deserteursgedenken/

Das Deserteursdenkmal war erst am 24. Oktober am Ballhausplatz seiner Bestimmung übergeben worden. Zum Abschluss der Eröffnungsfeier hatte der Chor Gegenstimmen gesungen. Ebenjener Chor Gegenstimmen kehrte am 26. Oktober mit Freund_innen zum Denkmal zurück, legte Blumen nieder und sang neuerlich – im Gedenken an die Deserteure, Kriegsdienstverweigerer, Saboteur_innen, Selbstverstümmler_innen. Renate Sassmann von WienTV sprach mit einer der Teilnehmer_innen: http://youtu.be/-VenPmbw6VE

 Posted by on Mo., 27. Oktober 2014 at 10.52
Okt 242014
 

Fast 70 Jahre hat es gedauert. Heute, am 24. Oktober 2014 wurde es endlich eröffnet: Das Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz, für die Deserteure und Verweigerer_innen der deutschen Wehrmacht, für die Selbstverstümmler_innen und Saboteur_innen, die sich der Beteiligung am nationalsozialistischen Vernichtungskrieg entzogen hatten.
Es kamen rund 500 Menschen auf den Ballhausplatz zur Eröffnung des Denkmals für die Verfolgten der NS-Militärjustiz – unter ihnen Bundespräsident Fischer, Bürgermeister Häupl, Mitglieder von Stadt- und Bundesregierung, Gemeinderät_innen, Nationalrät_innen und viele andere.

Kurzer Beitrag der Nachrichten auf ORANGE 94.0 mit Ausschnitten aus der Eröffnungsveranstaltung mit David Ellensohn (Klubobmann Grüne Wien), Richard Wadani (Deserteur der deutschen Wehrmacht) und Heinz Fischer (Bundespräsident):

Die komplette Veranstaltung kann hier angehört werden:

Aufzeichnung der Eröffnungsveranstaltung
mit Reden von:
Martina Taig, Geschäftsführerin KÖR (Kunst im öffentlichen Raum)
David Ellensohn, Klubobmann der Grünen Wien
Walter Manoschek, Politikwissenschafter
Michael Häupl, Bürgermeister
Richard Wadani, Deserteur der Deutschen Wehrmacht
Kathrin Röggla, Schriftstellerin
Josef Ostermayer, Bundesminister für Kunst, Kultur, Verfassung und Medien
Heinz Fischer, Bundespräsident

Musikalische Beiträge:
Friedrich Cerha, Spiegel VI, aus dem Zyklus Spiegel I-VII für großes Orchester und Tonband, 1960/61, Aufnahme des ORF-Symphonieorchesters Wien

Gegenstimmen: Sag Nein! Ein Auszug aus der Ode an den Deserteur von Frederic Rzewski, Text: Kurt Tucholsky/Wolfgang Borchert.

Aus urheberrechtlichen Gründen ist nur ein Streaming der Aufzeichnung, aber kein Download möglich (ausgenommen für im CBA registrierte Radiomacher_innen freier Radios).

Mehr Infos über das Denkmal und das Personenkomitee „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“: http://www.pk-deserteure.at/

 Posted by on Fr., 24. Oktober 2014 at 19.11