Nov 132012
 

Die europaweiten Flüchtlingsproteste weiten sich auch auf Wien aus. Am 10. November nahmen an einer Solidaritätsdemonstration vom Marcus-Omofuma-Stein, quer durch den siebten Bezirk, zu Parlament und Bundeskanzleramt und anschließend zurück zum Marcus-Omofuma-Stein auch an die einhundert Personen teil, die unter unmenschlichen Bedingungen im Erstaufnahmezentrum Traiskirchen leben müssen. Insgesamt waren es rund 250, die an diesem Samstagnachmittagfür Menschenrechte, Bleiberecht und Bewegungsfreiheit für alle auf die Straße gingen.

Trotz Angst vor Repression wagten einzelne Asylwerber_innen, uns über ihre Situation zu erzählen.
Unter ihnen der in Pakistan geborene Shafi Murtaza, der in den kommenden Tagen trotz einer Knochenkrebserkrankung abgeschoben werden soll – was seinen Tod bedeutet.

Um es mit den Worten von no-racism.net zu sagen: Es war eine lautstarke Demonstration, und der Slogan, mit dem sich die Proteste der Flüchtlinge von Würzburg über ganz Deutschland ausweiteten, wurde nun auch in Wien auf die Straße getragen: „We will rise!“ Die Flüchtlingsproteste gehen weiter …

Bericht auf no-racism.net: http://no-racism.net/article/4250/

Radiobeitrag: http://cba.fro.at/66257

 Posted by on Di., 13. November 2012 at 13:55
Nov 042012
 

Am 9. November jährten sich zum 74. mal die Novemberpogrome. An der diesjährigen Mahnwache und Kundgebung am Platz der Opfer der Deportation nahmen rund 120 Personen teil. Der Gedenkstein, vor dem sich sonst gesammelt wurde, fehlte dieses Jahr. Der Platz wird umgestaltet, und der Stein sei, so hieß es, zum Schutz vor Beschädigungen vorübergehen entfernt worden. Er solle aber wieder aufgestellt werden.

Am Platz der Opfer der Deportation befand sich früher der Aspangbahnhof, der Ausgangsbahnhof der Deportationszüge in Ghettos und Vernichtungslager.

>>Audioaufzeichnung der Kundgebung: http://cba.fro.at/66284
(Aus urheberrechtlichen Gründen – bzw. aufgrund der von Verwertungsgesellschaften vertretenen Autor_innenrechten, nicht wegen irgendwelcher Auflagen der Veranstalter_innen – müssen die musikalischen Beiträge leider übersprungen werden und sind daher nicht hörbar. Kurze Unterbrechungen gibt es auch wegen gelegentlich notwendigen Akku-Tausches bei der Aufnahme.)
>>Flugblatt zur Mahnwache am Platz der Opfer der Deportation (PDF)

* * *

Während der 9. November mittlerweile auch in Wien als Gedenktag begangen wird, wird über die antisemitische Kontinuität, die die Zeit davor und danach prägte, kaum gesprochen. Mit einem jährlichen Rundgang, der heuer durch den 4. und 5. Bezirk geführt hat, soll aufgezeigt werden, wie flächendeckend die antisemitischen Ausschreitungen und „Arisierungen“ in Wien stattfanden.

>>Audioaufzeichnung des Gedenkrundgangs: http://cba.fro.at/66147

>>Website zum Rundgang in Gedenken an das Novemberpogrom 1938

 Posted by on So., 4. November 2012 at 22:13
Nov 042012
 

Menschen, die aus Nordkorea flüchten wollen, können dies aufgrund der dichten Grenze nach Südkorea praktisch nur über China versuchen. Wer dort aufgegriffen wird, wird aber verhaftet und zurück nach Nordkorea transportiert. Zurück in Nordkorea werden die Geflüchteten als Verräter_innen gebrandmarkt, in meist tödliche Zwangsarbeitslager gesteckt oder öffentlich erschossen. Seit September wird daher am jeweils ersten Donnerstag jedes zweiten Monats weltweit gegen das menschenrechtswidrige Vorgehen Chinas protestiert. Am 1. November demonstrierten auch in Wien rund 70 Menschen vor dem Parlament.

Radiobeitrag: http://cba.fro.at/65923

Weitere Informationen:
http://no-racism.net/article/4232/
http://kccnk.org (englisch)
http://savemynk.net (koreanisch)
http://savemyfriend.org (englisch)
http://viennachurch.at (koreanisch)
Facebook: SaveMyFriend2012

 Posted by on So., 4. November 2012 at 22:02
Nov 042012
 

Süßes, sonst gibt’s Saures. Eine Halloween-Parade gegen des Horror des Kapitalismus zog auch dieses Jahr wieder am 31. Oktober vom Christian-Broda-Platz beim Westbahnhof durch die Mariahilfer Straße und durch den siebten Bezirk. Mit dabei waren rund 120 Personen, die – zumindest teilweise verkleidet – dem Kapitalismus ihre hässlichste Fratze zeigen wollten …

Mehr Informationen:
http://antifaw.blogsport.de/2012/10/05/gegen-den-horror-des-kapitalismus-aufruf-zur-demoparade-2012/

Radiobeitrag: http://cba.fro.at/65922

 Posted by on So., 4. November 2012 at 21:52
Nov 042012
 

Solidarität mit dem Hungerstreik von Geflüchteten in Berlin demonstrierten am 31. Oktober an die 50 Personen vor der Universität Wien. Ein Großteil von ihnen zog anschließend zum der Schubhaft dienenden Polizeianhaltezentrum Hernalser Gürtel – die meiste Zeit ohne Polizeibegleitung. Dabei wurde auch der äußere Gürtel geraume Zeit blockiert. Beim Polizeianhaltezentrum löste sich die Demonstration auf. Vonseiten der Polizei, die am Schluss mit einer Funkstreife vertreten war, gab es zu keinem Zeitpunkt einen Aufruf zur Auflösung. Dennoch versuchten zwei Polizisten, nachdem die Beteiligten in unterschiedlichen Richtungen auseinandergegangen waren, Einzelnen nachzujagen. Nachdem ihnen dies nicht gelungen war, führten sie bei zwei Journalist_innen Identitätsfeststellungen durch.

Mit dem Hungerstreik hatten Geflüchtete in Berlin am 22. Oktober begonnen, um den Forderungen nach Abschaffung des Abschiebegesetzes, nach Anerkennung aller Asylsuchenden als Politische Flüchtlinge, nach Abschaffung der Residenzpflicht und nach Abschaffung der Lager und Sammelunterkünfte für Flüchtlinge Nachdruck zu verleihen.

Diese Proteste der Geflüchteten und von Unterstützer_innen begannen im März in Würzburg und breiteten sich im Juli über ganz Deutschland aus. Am 8. September machten sich Protestierende Geflüchtete zu einem Protestmarsch nach Berlin auf, wo sie am 6. Oktober ankamen. Wie auch in mehreren Städten Deutschlands wurde in Berlin am Oranienplatz ein Protestcamp errichtetet. Am 22. Oktober begannen dann 20 protestierende Geflüchtete einen Hungerstreik am Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor. Die Polizei nahm den Hungerstreikenden immer wieder Zelte, Schlafsäcke, Decken, Isomatten und auch Rettungsdecken weg. Nachdem bei Verhandlungen mit Vertreter_innen von Bund und Stadt am 1. November versprochen wurde, die Forderungen der Aktivist_innen im Parlament zu behandeln, wurde der Hungerstreik temporär unterbrochen. Die Proteste gehen aber weiter.

Weiterer Bericht über die Solidemo in Wien:
no-racism.net/article/4233/

Website der protestierenden Geflüchteten:
refugeetentaction.net

 Posted by on So., 4. November 2012 at 21:46