Okt 292012
 

Seit elf Jahren versammeln sich – zumeist am 26. Oktober – rund hundert Personen im Donaupark, um vor einer unscheinbaren Tafel an jenem Ort, wo sich die Hinrichtungsstätte des Militärschießplatzes Kagran befunden hat, den Opfern der NS-Militärjustiz zu gedenken.

Insbesondere dank der Aktivitäten des Personenkomitees „Gerechtigkeit für die Opfer der NS-Militärjustiz“ hat sich in den letzten Jahren – gut ein halbes Jahrhundert zu spät – einiges getan. 2009 wurden Deserteure und andere Opfer der NS-Militärjustiz 64 Jahre nach der Niederlage des Nationalsozialismus endlich politisch und juristisch rehabilitiert. Und vor wenigen Tagen fiel endlich die Entscheidung für ein angemessenes Deserteursdenkmal am Ballhausplatz. Es besteht die Chance, dass zumindest einzelne jener, die Hitler den Dienst im nationalsozialistischen Vernichtungskrieg verweigert haben, die Eröffnung der neuen Gedenkstätte noch erleben, wie Richard Wadani, der am 11. Oktober seinen 90. Geburtstag gefeiert hat.

Radiobeitrag: http://cba.fro.at/65622

Buchtipp:

2009 gab es in Wien die Ausstellung „Was damals Recht war? – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht“ zu sehen. Das Begleitbuch zu dieser Ausstellung ist immer noch lesenswert. Es dokumentiert die Lebenswege von 14 Menschen, die die Wehrmachtsjustiz zu schweren Strafen oder zum Tode verurteilte und erklärt den Unrechtscharakter und die Willkür der deutschen Militärgerichte.
GELDMACHER, Thomas / KOCH, Magnus / METZLER, Hannes / PIRKER, Peter / RETTL, Lisa (Hg.): »Da machen wir nicht mehr mit …« Österreichische Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht. Immer noch erhältlich im Mandelbaum-Verlag.

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Okt 292012
 

In der Waldviertler Schuhfabrik in Schrems werden nicht einfach nur Schuhe produziert. Es wird auch mit kollektiven Arbeitsformen, mit umweltfreundlicher Energieversorgung und alternativen Finanzierungsmethoden experimentiert. Nun versucht die Finanzmarktaufsicht die Autarkiebemühungen zu stoppen. Da der „GEA-Spar­verein“ Gelder von Kund_innen entgegennimmt und dafür Zinsen bezahlt, sowie auf diesem Weg auch eine Solar­anlage finanziert wurde, ermittelt die Finanzmarktaufsicht nun wegen des Verdachts auf Betrieb von Bankgeschäften ohne die erforderliche Berech­ti­gung, was mit Geldstrafe bis zu 50.000 Euro zu bestrafen. ist. Geschäftsführer Heini Staudinger will sich keineswegs fügen. Darüber, über seine Projekte und seinen Widerstand sprach er mit Christa Reitermayr:

http://cba.fro.at/65623

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Okt 292012
 

Bei der großen Militärschau am Heldenplatz kam es zu einzelnen kleinen antimilitaristischen Störversuchen, die im Trubel aber wie immer weitgehend untergingen. Am Nachmittag stiegen zwei Antimilitarist_innen mit einem Transparent „Mord=geil“ auf einen Panzer, wurden aber rasch von Soldaten runtergestampert. Das Transparent wurde ihnen von einem Soldaten weggenommen und demonstrativ zu Boden geworfen. Dort hoben es aber andere Antimilitarist_innen auf, die sogleich wieder den Panzer bestiegen, und die Besetzungsaktion bis zum Eintreffen der Polizei fortsetzten. Alle Beteiligten dürften ohne Anzeige davongekommen sein.


>>Einen ausführlicheren Beitrag dazu gibt es von „Trotz Allem“.

>>Übersicht über antinationale Aktivitäten am 26. Oktober in Wien auf linksunten.indymedia.org

Auf Initiative des Österreichischen Versöhnungsbundes und der ARGE für Wehrdienstverweigerung, Gewaltfreiheit und Flüchtlingsbetreuung werden derzeit Unterschriften für eine BürgerInnen-Initiative an den Nationalrat betreffend „Abschaffung des Bundesheeres und aktive Friedenspolitik“ gesammelt. Um sie einreichen zu können, sind 500 Unterschriften nötig, die wohl dieser Tage erreicht werden. Nach Einreichung kann auch online über die Parlamentssite unterstützt werden.
>>Infos beim Versöhnungsbund

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Okt 292012
 

Rechte EU-Gegner_innen riefen für den 26. Oktober zu einer Großdemonstration für einen Austritt aus EU, ESM und Euro am Stephansplatz auf. Aufrufe gab es unter anderem von der EU-Austrittspartei, der laut Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands Berührungen mit der rechtsextremen AFP nicht scheuenden Initiative Heimat und Umwelt, vom Bündnis NFÖ – Neutrales, Freies Österreich, von Animal-Spirit und auch auf Neonazisites wie „Stolz und Frei“ wurden deren Volksgenossen zur Teilnahme aufgefordert.
Gekommen sind letztendlich nur an die 400 Personen. Eine kleine Gruppe von Antifaschist_innen wurde von der Polizei von der Veranstaltung weggeleitet. Eine etwas größere antifaschistische Gegendemonstration mit 70 Teilnehmer_innen, zu der unter anderem SLP und Linkswende aufgerufen hatten, traf sich bei der Pestsäule und durfte bis zum Stock-im-Eisen-Platz vorgehen.

 Posted by on Mo., 29. Oktober 2012 at 18.04
Okt 292012
 

Im Verfahren gegen jene vier antirassistischen Aktivist_innen aus dem Umfeld der Unibrennt-Bewegung, denen vorgeworfen worden war, Altpapiercontainer vor dem Eingang zum AMS in Wien 5 angezündet zu haben, hat Staatsanwältin Mag. Nina M. letzte Woche ihre Nichtigkeitsbeschwerde zurückgezogen. Somit sind nun alle am 27. Juli erfolgten Freisprüche gegen J., A., I. und B. rechtskräftig.

>>http://fightrepression2010.tk/

 Posted by on Mo., 29. Oktober 2012 at 18.03