Mai 042012
 

Die Räumung des Projekts Solidarisch Landwirtschaften in Wien Jedlersdorf am 26. April sei nicht das Ende der Geschichte, im Gegenteil, die habe erst angefangen, erklären die ehemaligen Landbesetzer_innen. Für 4. Mai riefen sie zu einem Aktionstag auf der Universität für Bodenkultur (Boku) auf, um Druck zur Ermöglichung ihres Projekts aufzubauen.

Dabei wurde ein Erdhaufen am Gehsteig vor dem Zugang zum Rektorat aufgeschüttet und dann in diesen Pflanzen gesetzt. Und da das sicher nicht so geht, weil wo kämen wir da hin …, bildeten die Aktivist_innen auch eine eigene Security-Gruppe, die die Pflanzenpflanzer_innen auch gleich gewaltsam wegräumte, so wie es im Auftrag der Boku am 26. April in Jedlersdorf gemacht worden war.

Zu dieser Aktion wurde auch die Universitätsleitung der Boku eingeladen. Vizerektorin Reithmayer kam der Einladung nach und stellte sich auch einem Gespräch mit den Aktivist_innen.

>>Gespräch von SoliLa-Aktivist_innen mit Vizerektorin Reithmayer

 Posted by on Fr., 4. Mai 2012 at 19:35
Mai 032012
 

Bis zu 1.200 (Zählung in der Schönbrunner Straße) beteiligten sich an der heurigen Mayday-Parade. Beginnend im Bruno-Kreisky-Park in Margareten führte sie durch Wohngebiete im 5. und 4. Bezirk, über Teile der Ringstraße und dann durch den 2. Bezirk zur Heinestraße.

Bis zum Schluss durchgehalten hat bestenfalls die Hälfte der Teilnehmer_innen (nach dem Karlsplatz waren es gerade noch 600). Zum Abwandern der Teilnehmer_innen mag der mehr als zweieinhalb Stunden verspätete Start, die fast 8 Kilometer lange Route und die Sonne, die den bis dahin heißesten Tag des Jahres beschert hatte, beigetragen haben.

Politische Anliegen wurden nur am Rande vermittelt, durch ein paar wenige Flugblattverteiler_innen. Inhaltliche Redebeiträge soll es zwar gegeben haben, die sind in der unentwegten Musikbeschallung aber selbst danach suchenden Teilnehmer_innen verborgen geblieben. Selbst auf Orte, an denen die Route bewusst vorbeiführte, wurde nicht gesondert hingewiesen – wie zum Beispiel auf das AMS Redergasse oder auf das ORF-Funkhaus, an dem aus Solidarität mit den aufmuckenden prekär beschäftigten freien Mitarbeiter_innen vorbeigegangen wurde.

Dass zwar für ausgiebig Musik gesorgt wurde, aber – zumindest angeblich – keine Möglichkeit zu Durchsagen (außer für voraugenommene Redebeiträge) bestand, beeinträchtigte am Schluss auch das geplante Zusammenführen der Mayday-Parade mit dem Straßenfest bei der „PizzAria“ Holzhausergasse. Die Mayday-Parade endete zwei Ecken vorher in der Heinestraße.

Wie es weitering, dass es nur mehr zwei Minuten zur PizzAria gewesen wären, dass sowohl in der Heinestraße als auch in der Holzhausergasse weiter gefeiert wurde, dass die Route zu Ende war, all dies wurde mangels technischer Möglichkeiten vor den Teilnehmer_innen geheim gehalten. Kurz die Musik auszuschalten und über Rufe Infos weiterzugeben, erschien offenbar auch nicht durchführbar.

Wenn das 1.-Mai-Wandern in Wien von ähnlicher Repression bedroht wäre wie politische Aktionen in anderen Städten, wäre die Kommunikationsunfähigkeit fatal. Da die Polizei sich aber eh darauf beschränkte, die Parade zu begleiten, die Teilnehmer_innen mit Kamera zu erfassen und lediglich ein paar neuralgische Punkte wie das AMS im 5. Bezirk, die Bude der Burschenschaft Albia und aus irgendeinem Grund sogar mit einer Wega-Einheit ein Palais in der Rainergasse 22 zu beschützen, erschien das aber eh wurscht.

Ein Konflikt mit der Polizei drohte sich erst um 22 Uhr abzuzeichnen, als die Polizei auf eine Beendigung des Straßenfestes in der Holzhausergasse drängte. Als die Musik abgedreht wurde, zerstreuten sich laut Twitter-Berichten aber die Teilnehmer_innen oder begaben sich zum Weiterfeiern in die PizzAria.


>>Bericht auf Indymedia: https://at.indymedia.org/node/22905

>>Indymedia-Ticker-Protokoll: https://at.indymedia.org/node/22873

 Posted by on Do., 3. Mai 2012 at 14:52