Okt 242011
 

Mehr als 2000 Personen beteiligten sich an den Demonstrationen zum Bildungsaktionstag am 18. Oktober. Von der Uni Wien zogen 1.000 bis 1200 Studierende zum Minoritenplatz, rund 1.000 kamen von der TU und der Akademie am Schillerplatz. Die Inhalte und Forderungen klangen denen der letzten Jahre und Jahrzehnte nicht unähnlich.

Linkswende-Aktivist_innen bewogen anschließend noch rund hundert Studierende, gemeinsam als Demozug zurück zur Uni Wien zu gehen. Beim Ausgang des Heldenplatzes zum Ring wurden sie allerdings von der Polizei aufgehalten. Ein Polizist begründete das damit, dass erst der Verkehr geregelt werden müsse. Als die Demonstrant_innen nach einer längeren Pause, bei der auch mal kurz versucht wurde, die Sperrkette der Polizei zu durchbrechen, endlich weiterziehen durften, mussten sie das dennoch am Gehsteig machen. Besondere Umleitungen für den Fußgeher_innenverkehr waren nicht zu bemerken.

>>Interview mit Soheyl Liwani, einem Sprecher der Uni-brennt-Bewegung in Wien, am Vortag der Bildungsproteste

>>Interview mit der ÖH-Vorsitzenden Janine Wulz nach der Demo

 Posted by on Mo., 24. Oktober 2011 at 17:20
Okt 172011
 

In eher beschaulichem Rahmen spielte sich die für 15. Oktober angekündigte globale Revolution in Wien ab. Etwas mehr als 2000 Personen beteiligten sich an einer Demonstration vom Westbahnhof zum Heldenplatz. Nach unserer Zählung waren es zu Beginn 1700-1800 Demonstrant_innen, später dann aber 2000-2400.
Die Ziele und Inhalte, die von den Demonstrant_innen vertreten wurden, waren – je nach Einschätzung – bunt und vielfältig oder diffus und beliebig. Bei der abschließenden Versammlung mit offenem Mikrofon gab es von antikapitalistischen bis esoterischen Reden alles Mögliche und Unmögliche.
Abschreckend wirkten auch mitgehende Securitys, denen unter anderem auf Indymedia vorgeworfen wurde, zumindest teilweise dem rechtsextremen Lager anzugehören, was unter anderem aus an rechtsextremen Dresscodes angelehnten Accessoires geschlossen werden konnte.
Auf Facebook wurden dementiert: die Securitys seien vom besorgten Arbeitgeber einer Demonstrantin zu ihrem Schutz bereitgestellt worden. Sie seien gekommen, um bei eventuell auftretenden Schwierigkeiten durch Aggressoren eingreifen zu können. Soweit so verwirrend.

Über Social Networks übten sich viele in gegenseitigen Distanzierungen. Unter der Adresse von Anonymus Austria wurde angeblichen Trittbrettfahrer_innen Themenverfehlung vorgeworfen, weil zum Beispiel Fahnen der dort gegen das Regime kämpfenden Aktivist_innen mitgeführt wurden. Tatsächlich wurde die Vereinbarung, keine Parteifahnen mitzubringen, weitgehend befolgt, und nur von der Piratenpartei gebrochen, von der eine Person eine Pirat_innenfahne sogar auf der Erzherog-Karl-Reiterstatue am Heldenplatz anbrachte.

Auf der Facebook-Fanseite OccupyAustria wurden am Wochenende von einem Administrator Hitler-Reden gepostet, über die dann diskutiert wurde, wobei zumindest die meisten das doch unpassend fanden.

Erfolgreich verlief rund um den globalen Aktionstag in Wien hingegen eine bereits am Freitagabend begonnene Besetzung des Hauses Ecke Zieglergasse/Lindengasse in Wien 7, das sich im Eigentum der Buwog befindet. Nach der Demo besuchten hunderte Teilnehmer_innen das Haus, diskutierten, feierten und blieben – zumindest zum Teil. Unfreundliche Polizeibesuche blieben bislang (Stand Montagabend) aus.

Die twitternden Anonymus-Austria-Aktivist_innen stellten die Besetzung als Missbrauch der Occupy-Bewegung vor.

Die Besetzer_innen, die bereits am ersten Tag Volksküche und Kostnix-Laden organisiert hatten, planen die Nutzung der Räume unter anderem als Freie Universität.

>>Mehr Informationen über das Epizentrum finden sich auf http://epizentrum.noblogs.org.

>>Bericht auf Indymedia

 Posted by on Mo., 17. Oktober 2011 at 18:45
Okt 062011
 

Karin Klaric wollte am 6. Oktober 2011 wie so oft eine in der Früh festgenommene Klientin bei der fremdenpolizeilichen Einvernahme begleiten. Dabei sei es zu einem Angriff eines Beamten gekommen, berichtet Kurosch Allahyari vom Freunde-Schützen-Haus im Gespräch mit ORANGE 94,0.
Zuerst sei Kurosch verwehrt worden, der Einvernahme beizuwohnen, dann sei Klaric am Arm gepackt und weggezerrt worden, und schließlich sei sie, nachdem sie um Hilfe geschrien hat, rausgeschmissen, und die Einvernahme ohne Rechtsbeistand durchgeführt worden. Allahyari und Klaric erstatteten Anzeige. Es gilt die Unschuldsvermutung. Der Klientin droht die Abschiebung.

>>Interview mit Kurosch Allahyari auf ORANGE 94,0

 Posted by on Do., 6. Oktober 2011 at 18:53