Jun 272011
 

Unter den Mottos „Das Boot ist leer“, „Stoppt den lautlosen Tod im Mittelmeer“ und „Asyl ist Menschenrecht“ führt die Plattform „20.000 Frauen“ gemeinsam mit Initiativen wie „JAsyl“, „SOS Mitmensch“ und „Asyl in Not“ während des Sommers Straßenaktionen durch, um auf das Flüchtlingsdrama an Europas grenzen und das versagen der europäischen und österreichischen Migrations- und Asylpolitik aufmerksam zu machen.

Zwei dieser Aktionen haben bereits stattgefunden, eine am Weltflüchtlingstag am 20. Juni am Schwedenplatz, eine am 23. Juni am Karlsplatz.


>>INTERVIEW: Am Karlsplatz sprachen wir mit Uli Weish und Lena Rheindorf von der Plattform „20.000 Frauen“ (für ZIP-FM-Lokalausgabe)

Mehr Infos und ein Video:
>>20000frauen.at
>>JAsyl.at

 Posted by on Mo., 27. Juni 2011 at 20.14
Jun 132011
 

Wie wir vor wenigen Minuten von TransX erfahren haben, wird der von Abschiebung bedrohten Transfrau Yasar vorerst Abschiebeschutz gewährt. Vorerst scheint die Abschiebegefahr gebannt. Mehr Informationen liegen uns aber noch nicht vor. Sobald mehr bekannt ist, wird dies von TransX auf deren Website bekanntgegeben. >>transx.at

Bei einem Termin vor der Asylbehörde am Dienstag, 14. Juni, wird entschieden, ob ein am 10. Juni eingebrachter Folgeantrag im Asylverfahren angenommen und Yaşar freigelassen wird oder nicht. Im schlimmsten Fall droht Yaşar aber – wie von den Behörden geplant – am Mittwoch die Abschiebung in die Türkei, aus der sie vor mehreren Mordversuchen geflüchtet ist. Bevor das geschieht, würde Yaşar lieber hier sterben. Sie verzweifelt und hegt Suizidpläne. Um den Stress nicht noch zu erhöhen, bittet der für Yaşar eintretende Verein für Transgenderpersonen „TransX“ in Absprache mit Yaşar, im Falle der Abschiebung von Protestaktionen abzusehen. Es werde aber alles versucht, auch nach einer Abschiebung mit Yaşar in Kontakt zu bleiben, und ist bereits mit Gruppen in Verbindung, die sich in der Türkei um Yaşar kümmern wollen.

Ein beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingebrachter Antrag auf interim measure (einstweilige Verfügung) nach Art. 2 und 3 EMRK wurde vergangene Woche ohne Begründung abgelehnt.
Bei einer Kundgebung am 8. Juni demonstrierten vor dem PAZ Hernals, in dem Yaşar in Schubhaft gehalten wird, 220 Menschen gegen die Abschiebung Yaşars. Am Montag, 13. Juni kamen sogar 330 Personen, um für Yaşar und gegen Transphobie sowie Homophobie von der Uni Wien zum PAZ Hernals zu ziehen. Vor dem Büro des Vereins Menschenrechte fand eine Zwischenkundgebung statt. Dem Verein, der Yaşar betreute, wurde vorgeworfen, unter anderem durch verspätete Berufungen und andere Fahrlässigkeiten die Ablehnung von Yaşars erstem Asylantrag verschuldet zu haben.

Mehr Informationen: http://www.transx.at/Yasar.htm

aktuelles Interview:

>>Interview mit Jo Schedlbauer von TransX in ZIP-FM-Lokalausgabe am 13. Juni 2011

ältere Beiträge:

>>erstes Interview mit Jo Schedlbauer von TransX in ZIP-Lokalausgabe am 6. Juni 2011.

 Posted by on Mo., 13. Juni 2011 at 23.50
Jun 082011
 

Wäre eine Strategie dahinter gestanden, hätte sie beeindruckend funktioniert.

Seit Samstag waren Schengen-Bestimmungen außer Kraft gesetzt und wieder Grenzkontrollen durchgeführt worden. Seit Wochen zeichnete die Polizei Bürger_innenkriegsszenarien, gab an, ein ganzes Stockwerk im Polizeianhaltezentrum für festgenommene WEF-Gegner_innen freigeräumt zu haben, fuhr ein Großaufgebot an Einsatzkräften mit Wasserwerfern und Hubschraubern auf, und musste dann zusehen, wie lediglich eine Handvoll Menschen Mao-Fahnen hinterherläuft. Und das war’s dann auch schon.

Lediglich zwischen 300 und 500 Personen waren zur Auftaktdemonstration gegen das von 7. bis 9. Juni in Wien und Niederösterreich stattfindende WEF-Regionaltreffen für Europa und Zentralasien gekommen. Die ursprünglich angemeldete Route war von der Polizei eine Woche davor mit der Begründung, dass der Verkehr zu sehr behindert werde, untersagt. Eine Ersatzroute, die weniger Autos, aber dafür mehr öffentliche Verkehrsmittel lahmlegte, gefiel der Polizei schon besser. Und so durfte schließlich vom Yppenplatz über Kirchstettengasse – Hütteldorfer Straße – Kaiserstraße zum Christian-Broda-Platz gezogen werden. Zur zweiten Kundgebung an diesem Tag, im Weghuberpark bei der Museumsstraße hätte danach in Kleingruppen oder einzeln gefahren oder gegangen werden sollen. Nun schlug die Polizei aber selbst vor, dort doch lieber als Demonstration hinzuziehen. Freilich nicht naheliegenderweise durch die Mariahilfer Straße, dort fährt ja keine Straßenbahn, sondern über Kaiserstraße und Burggasse. Immerhin noch 250 Personen beteiligten sich auch daran.

Eine von anderen geplante Besprechung weiterer Aktivitäten mit anschließendem Fest im Unicampus fiel mangels Beteiligung und einsetzendem Regen aus.

Die Polizei verhielt sich großteils verhältnismäßig friedlich. Lediglich vereinzelt kam es zu Provokationen, etwa wenn bei einem Kameramann von wienTV.org kurz nach dem Losziehen der Demo eine nicht enden wollende Fahrzeugkontrolle an seinem Fahrrad durchgeführt werden musste, oder als ein Demonstrant mit Halstuch vor dem Gesicht wegen Verstoßes gegen das Vermummungsgebot angehalten wurde.

Festgenommen wurde keine_r.

 Posted by on Mi., 8. Juni 2011 at 00.31
Jun 062011
 

Für Mittwoch, 8. Juni wird zu einer Kundgebung gegen die Abschiebung von Yaşar aufgerufen. Yaşar lebte jahrelang als Transfrau unter transphoben Bedingungen in der Türkei. Nach einem Messerattentat flüchtete sie nach Österreich. Am 15. Juni soll sie abgeschoben werden, was für Yaşar tödlich sein kann.
Jo Schedlbauer von TransX erklärt im Gespräch mit Radio Orange 94,0 die Vorgeschichte und Hintergründe.

Kundgebung: 8. Juni 2011, 17 Uhr PAZ Hernalser Gürtel (zwischen U6-Stationen Josefstädter Straße und Alser Straße).

Mehr Infos: >>http://www.transx.at/Yasar.htm

>>Interview mit Jo Schedlbauer von TransX in ZIP-FM-Lokalausgabe auf Radio Orange 94,0.

 Posted by on Mo., 6. Juni 2011 at 19.39
Jun 062011
 

Ende Juni präsentierten die Grüne Gemeinderätin Birgit Hebein und die sozialdemokratische Stadträtin Sandra Frauenberger ein neues Prostitutionsgesetz, das einerseits Erleichterungen für Sexarbeiter_innen, andererseits eine Trennung von Straßenprostitution von Wohngegenden verspricht. Wie geht das zusammen. Wir nutzten die Kundgebung zum internationalen Hurentag am 1. Juni am Urban-Loritz-Platz dazu, ein paar Meinungen einzuholen, von:
Renate Blum vom Verein LEFÖ, Beratung, Bildung und Begleitung für Migrantinnen.
Christian Knappik, sexworker.at – Forum für Sexarbeiter_innen von Profis für Profis
Birgit Hebein, Sozialsprecherin der Wiener Grünen.
>>Beitrag für ZIP-FM-Lokalausgabe

 Posted by on Mo., 6. Juni 2011 at 19.13